Prof. Dr. Andreas Kribben ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie ist 2008 aus einem Zusammenschluss der Gesellschaft für Nephrologie (GfN) und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie (DAGKN) hervorgegangen. Als Signal für die integrative Kraft der DGfN als die wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft für alle Nephrologen hatten Prof. Dr. Mark Dominik Alscher und Prof. Dr. Andreas Kribben nach den Vorstandswahlen im September 2016 beschlossen, die vielfältigen Aufgaben der Präsidentschaft gemeinsam wahrzunehmen. Prof. Alscher übernahm in der ersten Hälfte der dreijährigen Vorstandsperiode die Präsidentschaft und wurde nun auf der Sitzung des Erweiterten Vorstands der DGfN am 15. März 2018 von Prof. Kribben abgelöst.

Beide Präsidenten der Amtsperiode 2016-2019 sehen ihre Hauptaufgabe in der Stärkung der Nephrologie. „Unser Fach steht vor großen Herausforderungen, man denke nur an die Probleme um die teilstationäre Dialyse oder den Nachwuchsmangel“, so Prof. Alscher, Ärztlicher Direktor des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart. „Wir haben in den letzten 18 Monaten entscheidende Maßnahmen angestoßen, um die Nephrologie als Fach zukunftsfähig zu machen. Zentral waren die Bemühungen, die Dialysebehandlung an Kliniken über neue Abrechnungsmodelle zu sichern. Ein ausgearbeiteter Entwurf liegt der KBV und dem GKV-Spitzenverband zur Endabstimmung vor.“ Darüber hinaus wurde ein renommiertes Forschungsinstitut beauftragt, die klinische Nephrologie zu analysieren und Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten. „Wir konnten mit diesen Ergebnissen unseren Mitgliedern konkrete Hilfestellungen an die Hand geben, wie sie ihre Abteilung innerhalb ihres Krankenhauses besser positionieren können.“ Auch habe es endlich Bewegung in Sachen Dialyseregister gegeben: „Der G-BA hat nach deutlicher Erhöhung des Drucks unsererseits im Deutschen Ärzteblatt die Möglichkeit der Sekundärdatennutzung noch im ersten Halbjahr 2018 in Aussicht gestellt“.

Dennoch bleiben genügend Aufgaben für den Neu-Präsidenten, Prof. Kribben, bestehen. „Die Mindestmengenregelung in der Transplantationsmedizin, die das IQTiG umsetzen will, würde zur Schließung zahlreicher Transplantationszentren und damit zu einer schlechteren Nachsorge nierentransplantierter Patienten führen. Gerade in Zeiten, wo Organe knapp sind, können wir es uns nicht leisten, sie aufgrund von Versorgungsdefiziten zu riskieren. Die DGfN wird sich daher vehement gegen diese Regelung aussprechen und die Beibehaltung der wohnortnahen Nachsorge von nierentransplantierten Patienten auf höchstmöglichem Niveau fordern.“
Ein weiteres Ziel, das er definiert, ist die Nachwuchsförderung. „Wir müssen das Fach den Medizinstudierenden in seiner ganzen Breite und Attraktivität vorstellen. Dafür haben wir bereits verschiedene Aktivitäten ins Leben gerufen, unser Stipendienprogramm ausgebaut und zwei Mentoringprogramme initiiert“, erklärt Prof. Kribben. „Auch arbeiten wir an besseren Rahmenbedingungen.“

Neu- und Past-Präsident gehen davon aus, dass diese Maßnahmen zur Stärkung des Fachs greifen und letztlich auch die Politik die Weichen richtig stellen wird. „Unser Fach ist ein Kernfach der internistischen Medizin, außerdem betrifft eine Vielzahl nephrologischer Kerndiagnosen wie die chronische Nierenkrankheit, das akute Nierenversagen oder eine schwer einstellbare Hypertonie insbesondere die ältere Bevölkerung. Angesichts des demografischen Wandels, der sich gerade vollzieht, muss in unserer Gesellschaft die nephrologische Versorgungkapazität dem steigenden Bedarf angepasst werden“, erklärt Kribben. „Der DGfN-Vorstand wird zeitnah einen Termin beim neuen Bundesgesundheitsminister erbitten, um diese dringenden Zukunftsthemen zu besprechen.“

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