Prof. Berend Isermann leitet Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik am UKL

Mit der Leitung des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik übernimmt Prof. Dr. Berend Isermann die Verantwortung für die zentralen Bestandteile der Labordiagnostik am Universitätsklinikum und damit für eine der wichtigsten Grundlagen für Therapieentscheidungen. Als dreifacher Facharzt – für Innere Medizin, Endokrinologie und Labormedizin – betrachtet der 51-jährige gebürtige Kieler die Labormedizin aus unterschiedlichen Perspektiven. „Wir sind ein Dienstleister für andere Fachdisziplinen und ein Querschnittsfach“, sagt Isermann. „Wir unterstützen die Arbeit der Kliniken durch unsere Analysen und Auswertungen und funktionieren letztlich auch nur gemeinsam“. Sein Ziel ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kliniken und den anderen Diagnostikern. „Unsere Aufgabe ist es, den Kollegen ihre Arbeit am Patienten möglichst zu erleichtern und die aktuellen Entwicklungen in der Medizin durch die geeigneten Diagnoseverfahren zu ergänzen.“

So müssen die neuen, aufwändigen und sehr teuren Medikamente zum Beispiel in der Krebsmedizin so zielgenau wie möglich eingesetzt werden. „Dazu müssen wir mit unseren Verfahren vorher genau identifizieren, für welche Patienten diese Therapie tatsächlich geeignet und erfolgversprechend ist“, so der Diagnostikexperte. Ebenso wie die Behandlungsverfahren werde daher auch die Labormedizin immer individueller. So kommen zum Beispiel Methoden zur sehr genauen Diagnostik auf Zellebene vermehrt zum Einsatz.
Für diese Präzisions-Diagnostik sollen am Leipziger Institut neue Technologien etabliert und schon vorhandene stärker in die Alltagsdiagnostik integriert werden. „Wir erleben in der Medizin gerade eine sehr spannende Zeit, in der die Ergebnisse der Arbeit aus den letzten 50 bis 70 Jahren als neue Therapien sichtbar werden“, zeigt sich Isermann begeistert. Um hier entsprechend schritthalten zu können, sieht er das UKL-Institut gut aufgestellt. Die in Leipzig sehr gut entwickelte Stoffwechseldiagnostik, die auch ein Schwerpunkt seiner klinischen Arbeit ist, soll fortgeführt und weiter ausgebaut werden, ebenso wie die Diagnostik von Gerinnungsstörungen.

Dieses Thema ist der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Berend Isermann, der dazu nach seinem Medizinstudium in Würzburg, Bristol und Yale unter anderem mehr als vier Jahre im Blood Research Institut in Milwaukee (USA) forschte. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit den zellulären Effekten des Gerinnungssystems auf andere Körperfunktionen, die zum Beispiel bei Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen zu relevanten Komplikationen führen können. Für seine Forschung auf diesem Gebiet hatte Isermann an der Universität Magdeburg ein Graduiertenkolleg eingeworben
Obwohl letzteres in Magdeburg verbleiben muss, ziehen 15 Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern mit ihm nach Leipzig um. „Ich freue mich schon sehr auf die vielen interessanten Kooperationsmöglichkeiten, die wir hier in Leipzig für unsere wissenschaftliche Arbeit vorfinden – im Bereich der Stoffwechsel- und Diabetesforschung zum einen, aber auch in der Erforschung neuronaler Defekte und vaskulärer Erkrankungen“, so Isermann. Neben dem spannenden wissenschaftlichen Umfeld haben den vierfachen Familienvater auch die lebendige Stadt und sein neues Institut für den Wechsel begeistert. „Das Universitätsklinikum Leipzig ist ein sehr moderner Standort, mit einem gut ausgestatteten und leistungsfähigen Labor“, sagt Isermann. „Ich habe hier ein eingespieltes und erfahrenes Team, mit dem wir die vor uns liegenden Aufgaben sehr gut meistern und Neues erfolgreich umsetzen werden.“

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