Proben für die Forschung schneller finden: Projektportal im Deutschen Biobanken-Register eröffnet

Biobanken gehören zu den wichtigsten Ressourcen der medizinischen Forschung. Sie ermöglichen es, Ursache und Verlauf von Krankheiten auf molekularer Ebene aufzuklären und neue Therapien zu entwickeln. Spezifische humane Bioproben und die zugehörigen Daten für die Forschung rasch aufzufinden und über diese Information bereits für die Machbarkeitsanalyse geplanter Projekte zu verfügen, ist jedoch noch immer ein weitgehend ungelöstes Problem. Nach wie vor werden personelle und finanzielle Ressourcen, die eigentlich der Forschung zugutekommen sollten, für die vermeintlich triviale Probensuche aufgewendet. Über das Projektportal können nun die angebundenen Biobanken online durchsucht werden. Die Suche läuft – datenschutz-gerecht – auf anonymisierten Daten.

Am Aufbau des Projektportals haben sich zunächst sechs Biobanken beteiligt:

Name der Biobank | Fokus, Standort
BioPsy | Neuropsychiatrische Erkrankungen, Mannheim
ColoNet | Darmkrebs, Lübeck
Komp-Net HIV/AIDS | HIV/AIDS, Bochum
Pediatric Diabetes Biobank | Diabetes bei Kindern, Ulm
GHRC/HIV-Bank | HIV/AIDS;Impfstoff-Entwicklung, Saarland
PopGen | Epidemiologie/Populationsgenetik, Kiel

Mit der Integration der anonymisierten Daten dieser sehr unterschiedlichen Biobanken stellt das Fraunhofer IBMT erstmals eine gemeinsame webbasierte Plattform für ganz verschiedene krankheitsspezifische Biobanken und eine epidemiologische Kohorte zur Verfügung. Damit ist der »Proof of Concept« einer für alle Bereiche der medizinischen Forschung gleichzeitig nutzbaren gemeinsamen Biobanken-Plattform erbracht.

Das Projektportal steht allen im Deutschen Biobanken-Register verzeichneten Biobanken zur Integration ihrer Daten offen und wird vom Fraunhofer IBMT stetig weiter entwickelt. Die Biobankpartner werden über den allen ethischen und rechtlichen Anforderungen genügenden Datenbankvertrag eingebunden und erhalten im Gegenzug die erforderliche Datenbankstruktur und Software vom IBMT.

Seinen Nutzen wird das Projektportal vor allem dann entfalten, wenn autorisierte Forscher damit mehrere Biobanken verschiedener Trägerinstitutionen – wie z. B. Tumorbanken an verschiedenen Universitätskliniken – simultan für eine bestimmte Forschungs-Fragestellung durchsuchen können. „Mit dem Projektportal, d. h. mit der webbasierten fall- und probengenauen Suche über ganz verschiedenartige Biobanken verfügen wir jetzt in Deutschland über eine auch im internationalen Vergleich weit fortgeschrittene gemeinsame Infrastruktur“ begründet Prof. Jens Habermann, Koordinator der Norddeutschen Tumorbank Darmkrebs (ColoNet), das Interesse deutscher Biobanken an der neuen Plattform.

Der Aufbau des Projektportals und des Deutschen Biobanken-Registers wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ansprechpartnerin:
Dr. Christina Schröder
Telefon: +49 (0) 331 / 58187-227
E-Mail: christina.schroeder@ibmt.fraunhofer.de

Über das Fraunhofer IBMT
Als Träger der zentralen Biobankinfrastrukturen CRIP und P2B2 sowie als international führender Technologieentwickler für den Aufbau intelligenter Biobanksysteme und die Kryokonservierung biologischer Materialien ist das Fraunhofer IBMT Partner und Dienstleister zahlreicher Biobanken und der gesamten humanprobenbasierten biomedizinischen Forschung.

www.ibmt.fraunhofer.de

Über die TMF e.V.
Die TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische
Forschung e.V. ist die Dachorganisation für die medizinische Verbundforschung in Deutschland. Die TMF betreibt unter anderem das Deutsche Biobanken-Register, das sie mit Förderung des BMBF aufgebaut hat.

www.tmf-ev.de

Links:

Infrastruktur:
http://www.biobanken.de
https://p2b2.fraunhofer.de
http://crip.fraunhofer.de

Beteiligte Biobanken:
http://www.zi-mannheim.de/biobank.html
http://www.northgermantumorbank-crc.de
http://www.kompetenznetz-hiv.de/
http://www.ghrc.info
http://buster.zibmt.uni-ulm.de/peda-qs/
http://www.popgen.de

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