Probefahrt: Straßen-Enduro mit großen Ambitionen

(dmd). Honda geht neue Wege. Mit dem neuen Crosstourer Modell versucht der Hersteller, im Geländesegmet stärker mitzumischen. Die Zutaten: muskulöses Design, hohe Sitzposition, ein starker V4 mit 1,2 Liter Hubraum und 95 kW/129 PS sowie ein kräftiger Preis von 13.845 Euro. Darüberhinaus präsentiert Honda ein Gimmick, das noch kein Konkurrent besitzt: das Doppelkupplungsgetriebe DCT. Wir haben uns damit auf die Fahrt begeben.

Das Doppelkupplungsgetriebe funktioniert ähnlich wie eine Automatik, lässt sich aber auch wie ein sequenzielles Renngetriebe per Hand bedienen. Der Kupplungshebel fehlt, dafür gibt es an der rechten Bedieneinheit die Möglichkeit, zwischen den drei Modi manuell, drive und sport zu wählen. Auf der linken Seite kann per Wippen hoch- und runtergeschaltet werden. Ohne Zugkraftunterbrechung, und nur von einem leisen „Klacken“ untermalt, schiebt sich der Crosstourer zügig voran. 1.000 Euro verlangt Honda für diesen zehn Kilogramm schweren Komfort, der vor allem für Wiedereinsteiger interessant sein dürfte.

Das Design des Crosstourers reiht sich brav in die aktuelle Modellfamilie der Japaner brav. Zu erkennen ist das unter anderem an der langen Nase unterhalb des Scheinwerfers, der kantigen Seitenverkleidung und dem Digitaltacho.

Honda  bezeichnet den neuen Crosstourer ehrlicherweise als Straßen-Enduro, was bei einem Leergewicht von 275 Kilogramm auch gut ist. Auf dem Asphalt kann der bärige 1,2-Liter-V4 mit 95 kW/129 PS voll ausgeschöpft werden. Unterhalb von 4.000 Touren brabbelt das Triebwerk vor sich hin und ist ideal für den gemütlichen Ritt über Landstraßen. Wer es giftig haben möchte, dreht über 6.000 Touren und freut sich auf bissiges Ansprechverhalten und sportliches Fahren. Lediglich die weich abgestimmte Vordergabel und das Bremsnicken stören bei forcierter Gangart.

Dabei sitzt der Fahrer aber bequem im Sattel mit der Einmuldung und beherrscht die Honda mit leichtem Druck in jeder Kurve. Für Fernreisen gibt es das passende Zubehör wie einen Koffersatz, Heizgriffe, Sturzbügel, Hauptständer und Bordsteckdose. Serienmäßig sind Traktionskontrolle, ABS mit Kombifunktion (für vorne und hinten) und Bordcomputer mit an Bord. Damit will Honda den Platzhirschen BMW R1200 GS zwar nicht von der Strecke verscheuchen, aber zumindest ganz dicht im Windschatten auf Platz zwei fahren.

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