Probefahrt: Sanfter Riese

(dmd). Von außen ist der neue BMW 7er kaum erkennbar. Unter dem Blechkleid jedoch hat sich einiges getan. Mit einer ganzen Palette an Antrieben rollt die überarbeitete Version des Konkurrenten der Mercedes S-Klasse auf den Asphalt. Der Basispreis jedoch blieb davon fast unberührt. Statt wie bisher 74.000 Euro verlangen die Münchner für das überarbeitete Basismodell mit einem 3,0-Liter-Dieselmotor (730d) nun 74.900 Euro. Wir begaben uns mit dem neuen BMW 750i auf eine Probefahrt.

Bei der Antriebs-Ausstattung der neuen BMW 7er-Reihe machten die „Bayerischen Motoren-Werke“ ihrem Namen alle Ehre. Ein neuer Sechszylinder-Benziner (740i) mit 235 kW/320 PS und 7,9 Liter Durchschnittsverbrauch, ein umfangreich überarbeiteter Achtzylinder-Benziner (750i) mit 330 kW/450 PS und als Krönung der Baureihe der unveränderte Zwölfzylinder (760i) mit 400 kW/544 PS für 138.100 Euro.

Bei den in Europa beliebten Dieselmotorisierungen sticht vor allem das Basismodell 730d heraus. Dessen Leistung wurde um 13 PS auf 190 kW/258 PS, das Drehmoment um 20 auf 560 Newtonmeter gesteigert. Und das bei einem um 17 Prozent auf 5,6 Liter reduzierten Durchschnittsverbrauch. Mit einem CO2-Ausstoß von 148 Gramm ist der 730d damit die emissionsärmste Limousine in der Oberklasse.

Vom Zwölfzylinder bis zum Vollhybrid
Erwährenswert sind noch zwei andere Modelle: Der 750d xDrive verfügt nicht nur über Allradantrieb, sondern auch über den aus anderen Modellen bereits bekannten 3,0-Liter-Diesel mit dreistufiger Turboaufladung. 740 Newtonmeter Drehmoment, 280 kW/381 PS und 6,4 Liter Durchschnittsverbrauch lauten hier die Eckdaten. Allerdings kratzt dieses Modell auch schon knapp an der 100.000-Euro-Grenze.

Für Technikfreaks vor allem dürfte die zweite Generation des ActiveHybrid7 von Interesse sein. Der Vollhybrid fährt jetzt zumindest theoretisch bis zu vier Kilometer rein elektrisch und soll bei einer Systemleistung von 260 kW/354 PS nur 6,8 Liter verbrauchen. Er kostet ab 89.300 Euro.

Sanfter 7er
Für Testfahrten mit dem überarbeiteten 7er stand der Achtzylinder-Benzinmotor (750i) zur Verfügung, der bei einer um zehn Prozent auf 330 kW/450 PS gesteigerten Leistung mit 25 Prozent weniger Sprit (8,6 Liter) auskommen soll. Während der Fahrt mit dem sanften Boliden konnte man vor allem versuchen, das überarbeitete Fahrwerk des 7ers zu erspüren, was angesichts der Qualitäten des Vorgängers und der überwiegend hervorragenden Straßen um St. Petersburg nicht ganz einfach war.

An der Hinterachse gibt es nun auch bei den Basismotorisierungen immer eine Luftfederung, die vor allem im Fond für ein extrem rückenfreundliches und sanftes Abrollen sorgen soll. Dazu passen die jetzt in allen Versionen und Motorisierungen stets serienmäßige Achtgang-Automatik und ein insgesamt vorbildlich niedriges Geräuschniveau.

Andere Neuheiten gibt es dagegen nur gegen Aufpreis, so zum Beispiel die LED-Scheinwerfer für 2.500 Euro oder ein Instrumentendisplay mit wählbaren Modi zur grafischen Darstellung für 600 Euro. Das formidable BMW Nachtsichtsystem mit Personenerkennung und auf Wunsch Anstrahlung einer gefährdeten Person auf der Straße kostet 2.300 Euro.

FAZIT
Trotz großzügiger Grundausstattung (u.a. beheizte Ledersitze, Xenon, dynamische Dämpferkontrolle mit vier Fahrwerkseinstellungen) bleibt also noch viel Raum für meist teure Extras. In dieser Hinsicht, das steht schon mal fest, unterscheidet sich der überarbeitete 7er von BMW in keiner Weise von der aktuellen und von der kommenden neuen S-Klasse.

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