Probefahrt: Golfs schicker spanischer Bruder

(dmd). Schick kommt sie daher, die dritte Generation des Seat Leons. Doch nicht nur äußerlich hat das neu überarbeitete Kompaktmodell einiges zu bieten. Die Macher setzten auf eine leidenschaftliche Mischung aus Design, bewährte VW-Technik, Komfort, Leistung und Effizienz – und dies noch um 200 Euro günstiger als sein Vorgänger. Wir begaben uns mit dem iberischen Golf-Bruder auf Probefahrt.

Der wahrscheinlich bei den Kunden beliebteste Antrieb, ein 1,4-Liter TSI mit 90 kW/122 PS, bringt den 4,26 Meter langen Leon gut auf Touren, vorausgesetzt der Fahrer setzt das erfreulich leicht schaltbare Sechsgang-Getriebe häufig ein, weil die beiden oberen Gänge vor allem in Richtung Sparen übersetzt sind. Im Gegensatz zu den meisten Modellen seiner Mitbewerber geriet die Neuauflage des seit 1999 rund 1,2 Millionen Mal gebauten Kompakten um fünf Zentimeter kürzer. Gleichzeitig wuchs der Radstand um sechs Zentimeter, und der Kofferraum legte um 39 Liter zu.

Komfortabel unterwegs
Die Entwickler legten das Fahrwerk in Richtung sportlichem Komfort aus, sodass die Insassen vor den schlimmsten Unebenheiten der Straßen ausreichend geschützt sind. Auch plötzliche Ausweichmanöver mit Autobahngeschwindigkeit werden problemlos gemeistert. Dank der soliden Verarbeitung dringen kaum störende Geräusche in den kompakt ausgelegten Innenraum. Dort werden Fahrer und Passagiere von hochwertigen Materialien empfangen, wobei allerdings ein kleiner Ausrutscher in die Hartplastik-Epoche der Marke unterhalb der Klimasteuerung umso störender wirkt. Spätestens bei der ersten Modellpflege sollte hier eine Aufwertung erfolgen.

Unterwegs im Leon erleben die Insassen ein angenehmes Kompaktmodell, das sich durchaus komfortabel bewegen lässt. Vor allem im Bereich bis 4.000 Umdrehungen werden die Insassen von akustischen Belästigungen durch den Motor verschont. Unterstützt wird der Fahrer dabei von zahlreichen, in diesem Segment üblichen Assistenzsystemen wie unter anderem Müdigkeitserkennung, Spurhalteassistent und einem Navigationssystem. Nachts bringen LED-Scheinwerfer Licht ins Dunkel. Als erstes Modell in seinem Segment ist der neue Leon mit dieser Lichttechnik ausgerüstet.

Noch mehr Neuerungen am Start
Neben der Basisversion zum Preis von 15.390 Euro kommt der Leon in drei weiteren Ausstattungsvarianten zu den Kunden. Reference (ab 17.150 Euro) bietet unter anderem eine manuelle Klimaanlage. Bei Style (ab 19.950 Euro) kommen außerdem 16-Zoll-Leichtmetallräder und ein Tempomat hinzu. Die Sportversion FR (21.870 Euro) bietet ein spezielles FR-Fahrwerk, Climatronic und elektrische Fensterheber im Fond. Die Kunden können aus sieben Diesel- und sechs Benzinmotorisierungen wählen. Im kommenden Jahr kommen noch eine Ecomotive-Variante mit 89 Gramm CO2/km und eine Erdgasversion auf den Markt. Abgerundet wird die Modellfamilie schließlich durch die Einführung eines Dreitürers und eines Kombis im nächsten Jahr.

FAZIT
– Alternative zu Volkswagen Golf, Ford Focus, Opel Astra
– Sieht gut aus: ja, vor allem mit rotem Lack
– Passt zu: Zeitgenossen, die Golf einmal spanisch erleben wollen
– Was noch kommt: Dreitürer und Kombi, damit es eine Leon-Familie wird

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