PRO RETINA-Stiftung etabliert Stiftungsprofessur für Netzhautforschung

Das Institut für Humangenetik (Direktor Prof. Dr. Bernhard Weber) ist eine international anerkannte Einrichtung zur Erforschung genetischer und zellbiologischer Grundlagen erblicher Netzhauterkrankungen. Das Institut ist ebenso federführend und bundesweites Referenzzentrum für die humangenetische Diagnostik dieser seltenen Erbkrankheiten: In Deutschland wird eines von 4000 Kindern mit einer solchen Erkrankung geboren. Am häufigsten ist die sogenannte Retinitis Pigmentosa – an ihr leiden hierzulande 30000 Patientinnen und Patienten.

Nach einem bundesweiten Bewerbungsverfahren entschied die PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit, an diesem Institut ab Dezember 2010 eine W2-Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Netzhautforschung zu etablieren. »Unsere Stiftung wurde bei der Realisierung dieses Meilensteins von der Ernst- und Berta-Grimmke-Stiftung sowie der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung unterstützt«, betont Franz Badura, Vorstandsmitglied der PRO RETINA-Stiftung. »Wir planen auch noch eine weitere Stiftungsprofessur an einer anderen Universität«, ergänzt Badura.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Langmann beschäftigt sich besonders mit den genetischen und immunologischen Ursachen von erblichen und altersbedingten Netzhauterkrankungen. Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten konnte das Team nachweisen, dass das Immunsystem beim Absterben von Sehzellen dauerhaft aktiviert ist und Fresszellen überaktiv sind. »Diese Reaktion setzt schon ein, bevor die Photorezeptoren nachweisbar absterben«, erklärt Langmann.
Ziel der Wissenschaftler ist eine auf immunologischen Strategien basierende Netzhaut-Therapie zur Erhaltung der Sehkraft. Sie denken dabei in drei Richtungen: Zum einen an den Einsatz von sogenannten Immunsuppresiva, Medikamente, welche die Aktivität des Immunsystems unterdrücken. »Diese könnten beispielsweise direkt ins Auge gespritzt werden«, erklärt Langmann. Zweitens arbeiten die Forscher an Substanzen, die Entzündungen hemmen und die Degeneration von Nervenzellen verhindern können. Langmann: »Dazu gehören etwa die Omega 3-Fettsäuren.« Ebenso verfolgen die Regensburger Forscher die Spur immundämpfender Substanzen, welche von bestimmten Zellen im Nervensystem, den sogenannten Mikroglia-Zellen, gebildet werden, um eine Immunreaktion wieder zu stoppen.

Zur Person Prof. Dr. Thomas Langmann
1970 in Regensburg geboren, studierte er Biologie in Regensburg. 1998 erfolgte die Promotion zum Dr. rer. nat. und 1999 war er DFG-Stipendiat am Harvard Institute of Medicine in Boston. Von 2000 bis 2006 war er Wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent am Universitätsklinikum Regensburg. Für seine Habilitation im Jahr 2004 wurde er mit dem Ivar-Trautschold-Preis ausgezeichnet. Seit 2006 is er Hochschuldozent und Arbeitsgruppenleiter am Institut für Humangenetik. Im Bereich der Lehre engagiert er sich in der interdiszipliären Ausbildung von Biologen und Medizinern in den Fächern Humangenetik und Immunologie.

Die Pro Retina Stiftung
Die PRO RETINA-Stiftung wurde im Jahre 1996 von Patienten für Patienten gegründet. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Erblindung durch Netzhautdegenerationen zu erforschen und einer Therapie zugänglich zu machen. Im Jahre 2007 wurde sie als eigenständige Stiftung errichtet. Sie versteht sich im Sinne der Stifter – der Patienten und ihrer Angehörigen mit Netzhautdegenerationen – als Instrument der Forschungsförderung der Selbsthilfevereinigung PRO RETINA Deutschland e. V. Ihre Schwerpunkte waren seit ihrer Gründung die Ursachen- und Therapieforschung bei Netzhautdegenerationen, die bis heute zumeist noch keiner Therapie zugänglich sind und zur Erblindung führen können. Weitere Informationen befinden sich unter www.pro-retina-stiftung.de

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Andechser Weg 17 · 82343 Pöcking · Tel: 08157/9397-0
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Pro Retina Stiftung zur Verhütung von Blindheit
Kontakt: Franz Badura
Mühlgasse 1A · D-92224 Amberg
Tel.: 09621 602551 · badura.franz@t-online.de

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