Private Hochschule entwickelt intelligente Lösungen für den Gesundheitssektor

Auf die richtige Haltung kommt es an

Laut dem Robert-Koch-Institut leiden 85% der Deutschen mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen. Ursachen für die altbekannte Volkskrankheit können vielfältig sein, sind aber häufig mit zu wenig Bewegung oder falscher Körperhaltung verbunden. Hier setzt das vom BMWi- geförderte Projekt „prevenTAB“ an. Am Institut für Wirtschaftsinformatik wird eine sensorbasierte Lösung entwickelt, die kontinuierlich die Körperhaltung im Alltag überwacht. Sensoren, die als Aufkleber auf dem Rücken angebracht werden, messen in regelmäßigen Abständen Rückenbewegungen. Die Daten werden in Sekundenschnelle an ein mobiles Gerät gesendet, wo eine webbasierte Coachingsoftware sie analysiert. Sitzt der Nutzer beispielweise zu lange in einer ungesunden Position, wird er darauf hingewiesen seine Haltung zu korrigieren.

Intelligente Helfer in der Pflege

Eine große Herausforderung stellt die Gesundheitsversorgung unserer zunehmend alternden Gesellschaft dar. Wie können technologische Lösungen beitragen, eine qualitativ hochwertige Pflege zu gewährleisten? Ein Forschungsteam der SRH Hochschule Berlin entwickelt im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts OpSIT (Optimaler Einsatz von Smart-Items-Technologien in der stationären Pflege) den Prototyp eines intelligenten Tablettenblisters, der an die regelmäßige Tabletteneinnahme erinnern soll. Dabei helfen sogenannte Smart Items. Das sind im Blister integrierte Funksensoren, die sich mit Geräten in der Umgebung vernetzen und so mit den Betreuten und dem Pflegepersonal kommunizieren. „Mithilfe der Smart-Items-Technologie können Daten und Prozesse, zum Beispiel die Tabletteneinnahme, erfasst und ausgewertet werden. Damit werden Angehörige und Pfleger nachhaltig entlastet und Falsch-Medikationen, z.B. bei Demenz-Patienten, schneller erkannt“, erläutert Prof. Dr. Gerrit Tamm, der an der SRH Hochschule Berlin das OpSIT-Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Vladimir Stantchev leitet. Weitere Projektpartner sind die Fraunhofer Gesellschaft, die Technische Universität Berlin und IT-Unternehmen.
Die Hochschule forscht außerdem in den Bereichen Risikomanagement, personalisierte Medizin, erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Change Management und Demografie.

Nachhaltig und vielfältig

„Wir verstehen die Forschung als unverzichtbaren Bestandteil einer erfolgreichen und renommierten Hochschule. Dabei ist unser Forschungs- und Lehrkonzept auf die Zukunft ausgerichtet. Es ist uns wichtig, dass Forschung und Lehre miteinander verzahnt und in Konzepten verankert sind, die die hohe Dynamik in Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen abbilden“, betont Victoria Büsch, Professorin und Vizepräsidentin Forschung. Mit ihrer Forschung strebt die SRH Hochschule Berlin die Profilierung in der deutschen Forschungslandschaft an. Dass sich das bereits ausgezahlt hat, belegen eingeworbene Drittmittel von deutlich mehr als 1 Mio. Euro.
Seit 2011 wurden an der Hochschule vier Forschungsinstitute gegründet, ihre Handlungsfelder definiert, ein eigener Forschungs- und Promotionspreis eingeführt und Tagungen organisiert. Neben der Bearbeitung von Drittmittelprojekten publizieren die Professoren erfolgreich in wissenschaftlichen Fachzeitschriften.
„Vielfältigkeit ist für uns kein Schlagwort, sondern ein Leitziel. Neben den Dimensionen Praxisbezug, Internationalität und Studierendenorientierung, wird nun verstärkt die Forschung ausgebaut“, erläutert Victoria Büsch. Aus ihrer Sicht gilt es, Forschungsaktivitäten an der Hochschule weiter zu institutionalisieren, so dass eine solide Plattform für alle Hochschulangehörigen und Kooperationspartner geschaffen wird von der alle profitieren – Studierende, Forschende, Unternehmen und die Gesellschaft.

Scroll to Top