Pressekonferenz: 50 Jahre Forschung & Lehre im Dienst der Biene

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält sie in seinem Garten, bei jungen Leuten ist sie wieder in, und auch der Koalitionsvertrag der Großen Koalition kam nicht an ihnen vorbei: den Bienen. Die kleinen Arbeiterinnen beeinflussen die globale Wirtschaft – und hängen doch selbst sehr vom ökologischen Gleichgewicht der Natur ab. Anlässlich von 50 Jahren Bienenforschung der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim berichten Experten über Wert und Wertschätzung von und für Bienen, über Erfolge und Pläne in der Forschung und sie beurteilen Gefahren und Hoffnungszeichen für eines der wichtigsten Nutzinsekten der Welt.

1984 saßen gerade mal 20 Leute in den Vorlesungen der Bienenkunde – 2014 muss Dr. Peter Rosenkranz jährlich über 100 interessierten Studienanfängern absagen, weil er nur Platz für 50 hat. „Das Interesse an den Bienen und das Verständnis dafür, wie wichtig sie für das ökologische Gleichgewicht der Welt sind, hat sich in den letzten Jahren zum Positiven verändert“, sagt der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde.

Für dieses Verständnis hat die Einrichtung der Universität Hohenheim maßgeblich ihren Teil beigetragen. Nicht nur in Baden-Württemberg sind die Bienenforscher auf dem schönsten Campus des Bundeslands eine Institution: Historisch kann die Landesanstalt auf fast 175 Jahre Imkertradition und ihr Mitwirken zum Erhalt der Bienenvölker in Baden-Württemberg und der Welt zurückblicken.

Europaweite Forschungsprojekte

Ein aktuelles Beispiel: Das große Forschungsprojekt „FIT BEE“, das alle Aspekte der Bienengesundheit – Umwelteinflüsse, Bienenkrankheiten, die Einzelbiene und das Bienenvolk – in einem Kontext aufarbeitet. 14 Forschungseinrichtungen und Unternehmen sind daran beteiligt, das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fördert das mehrjährige Projekt mit 2,3 Millionen Euro.

Bienenforscher aus Hohenheim haben überdies bereits vor über 20 Jahren aufgedeckt, dass Pestizide im badischen Weinbau für damalige hohe Bienenvölkerverluste verantwortlich waren. „Bis dahin war man der Meinung, dass Bienen nichts mit dem Weinanbau zu tun haben“, berichtet Dr. Rosenkranz.

„Erst die Bienenkundler aus Hohenheim haben herausgefunden, dass die Bienen auch Weinpollen sammeln, mit die letzten Pflanzen, die im Jahr blühen. Das war ein Durchbruch bei der Reduzierung des Pestizideinsatzes und hat ein Umdenken der Landwirte bewirkt.“

Insgesamt über 175jährige Tradition

Die Landesanstalt für Bienenkunde ist nicht nur führend im Bereich der Bienenpathologie und dem Konfliktfeld Pflanzen- versus Bienenschutz, sondern auch die letzte Einrichtung deutschlandweit, in der angewandte Bienenkunde noch an einer Universität gelehrt wird. „Diese Freiheit von Forschung und Lehre in Hohenheim ist einzigartig, und das seit 50 Jahren“, betont Dr. Rosenkranz.

Bei der Pressekonferenz am Sonntag, dem 9. März um 12:00 Uhr, fassen Experten die Erfolge der letzten 50 Jahre zusammen und geben Prognosen über die Zukunft der Bienen ab.

Kontakt für Medien:
Dr. rer. nat. Peter Rosenkranz, Universität Hohenheim, Landesanstalt für Bienenkunde
Tel.: 0711/459-22661, E-Mail: peter.rosenkranz@uni-hohenheim.de

Text: C. Schmid / Klebs

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