Presseeinladung: Programm gegen Mobbing an Schulen startet

Um Mobbing in Schulen entgegen zu wirken und die Aufmerksamkeit für das Problem zu erhöhen, führt die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm durch. Jetzt startet das Präventionsprogramm an zwölf Schulen im Rhein-Neckar-Kreis. Ab Montag, den 28. September, werden in einem dreitägigen Workshop zwölf Lehrer – ein Vertreter pro Schule – von Olweus-Experten aus Norwegen zu Coaches für Schüler, Lehrer und Eltern ausgebildet. Anschließend setzen die frisch ausgebildeten Präventions-Coaches das Programm an ihren Schulen um. Zum Schuljahr 2016/17 werden weitere Schulen in das Programm einsteigen. Insgesamt können 30 Schulen daran teilnehmen.

Journalisten sind herzlich eingeladen, bei diesem Coaching dabei zu sein. Sie haben die Gelegenheit mit den Lehrern als zukünftige Präventions-Coaches, den Olweus-Experten sowie den Ärzten und Psychologen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg zu sprechen.

30. September 2015, 10 bis 10.30 Uhr, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg, Blumenstraße 8, 69115 Heidelberg

Bitte melden Sie sich an unter
presse@med.uni-heidelberg.de; Tel: 06221 / 564537

Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen.

Jeder vierte Schüler an deutschen Schulen ist oder war bereits Opfer von Mobbing. Ob verbale oder physische Attacken, online oder direkt im Klassenzimmer, Mobbing hat viele Gesichter. Gewalt und Ausgrenzung können bei den betroffenen Jugendlichen zu Depressionen und Selbstmordgedanken führen. Das „Olweus Bullying Prevention Program“ gilt in Norwegen und Amerika als bewährtes Konzept im Kampf gegen Mobbing. In der aktuellen Studie untersuchen die Heidelberger Wissenschaftler, ob das Programm auch im deutschen Schulsystem anwendbar und wirksam ist. Nach der Implementierungsphase können die Schulen das Programm selbstständig weiterführen. Die Baden-Württemberg Stiftung stellt für das bundesweit einmalige Programm 460.000 Euro zur Verfügung. Das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm ist Teil des Aktionsprogramms Psychische Gesundheit von Jugendlichen der Baden-Württemberg Stiftung.

Mehr als 3.500 Schüler nahmen an Mobbing-Befragung teil

Im Juli 2015 erfolgte die erste Schülerbefragung an den zwölf Startschulen. Hierbei wurden Erfahrungen zum Thema Mobbing an der Schule sowie das psychische Wohlbefinden der Jugendlichen mittels einer Online-Studie in den Schulen erfragt. Die Ergebnisse der Befragung geben Auskunft über die genaue Mobbingsituation an der Schule und dienen zudem als Effektivitätskontrolle, da innerhalb des Programms jährlich Schülerbefragungen stattfinden. Die exzellente hohe Teilnahmequote von ca. 85 Prozent, das sind mehr als 3.500 Schüler, zeigt die hohe Relevanz des Themas auch unter der Schülerschaft und stimmt positiv für die Umsetzung des Programms. Zudem liegen nun alle Arbeitsmaterialien (Handbuch für Lehrer, Elternbroschüre, Arbeitsblätter und Lehrfilm für Schüler) in deutscher Fassung vor.

Eine Schlüsselrolle werden die Coaches einnehmen, denn sie unterstützen die Schulen bei der Implementierung des Programms: Auf Schul-, Klassen- und Einzelebene werden die Themen Mobbing und Gewalt angesprochen. In regelmäßigen Treffen sollen Schüler und Lehrer mehr Zusammenhalt und Verständnis füreinander schaffen. Zudem sollen die Gründe für das Mobbing analysiert und Lösungsansätze formuliert werden. Durch spezielle Veranstaltungen sowie Elternabende werden auch die Familien einbezogen. 15 weitere Schulen starten als Kontrollgruppe im Schuljahr 2016/17 mit dem Programm. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit für Mobbing zu erhöhen und die Einstellung an Schulen zu verändern. „Mobbing lebt von Zuschauern – es darf nicht cool sein, Klassenkameraden zu drangsalieren“, erklärt PD Dr. Michael Kaess, Geschäftsführender Oberarzt der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg, der die Studie leitet.

Für das Schuljahr 2016/17 sind im Olweus-Programm noch Plätze frei. Kontakt:
E-Mail: programm.olweus@med.uni-heidelberg.de
Telefon: 06221 56-39954

Die Baden-Württemberg Stiftung
Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.
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