Presseeinladung: INSECTA® 2018

Ob Heuschrecken, Grillen oder Mehlwürmer – noch gilt die Nutzung von Insekten für vielfältigste Anwendungen in Europa als eher exotisch. Dabei sind sie weltweit unter anderem als wertvolle und nachhaltige alternative Proteinquelle hoch geschätzt. Seit 2017 erlaubt die EU-Gesetzgebung Insekten als Fischfutter in Aquakulturen. Zudem gilt seit dem 1. Januar 2018 die neue Novel Food-Verordnung (EU) 2015/2283, die nun auch Insekten oder Insekten haltige Produkte als Lebensmittel berücksichtigt. Dementsprechend besteht ein erheblicher Bedarf, neue Entwicklungen im Bereich der Nutzung von Insekten als Futter- und Lebensmittel und auch im Non-Food-Bereich vorzustellen und zu diskutieren.

Die INSECTA® 2018 thematisiert nicht nur Fragen der technischen Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit von Züchtung, Haltung und Verarbeitung von Insekten. Die Vorträge und Poster befassen sich auch mit ökologischen, politischen und ethischen Fragen der Insektennutzung. Schwerpunkte der diesjährigen Konferenz sind die Sicherheit von Insektenprodukten bis hin zur Schaffung von Produktionsstandards sowie mögliche Non-Food-Anwendungen beispielsweise für die Pharmazie oder die Verwertung organischer Abfälle. Mit der Wahl von Gießen als Tagungsort, einem Zentrum der Insektenforschung speziell im Hinblick auf Insektenbiotechnologie, wird ein Fokus der diesjährigen Konferenz auf biotechnologische Nutzungsmöglichkeiten gelegt.

In ihren Keynotes beleuchten international renommierte Experten den aktuellen Stand der Forschung und Perspektiven für die Praxis. Am Mittwoch, 4. September, stellt Wolfgang Trunk von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommission die Grundsätze der europäischen Lebensmittelsicherheitsgesetzgebung für die Produktion und Verwendung von Insekten vor. In weiteren Keynotes geht es u.a. um Anpassungsstrategien von Insekten, die es ihnen beispielsweise ermöglichen, ungewöhnliche Futterquellen zu nutzen und so ökologische Nischen zu besetzen. Am zweiten Konferenztag widmet sich Leen Van Campenhout von der KU Leuven, Belgien, der Frage, wie es gelingen kann, mikrobielle Risiken in der industriellen Insektenproduktion zu minimieren. Eleftherios Mylonakis von der Alpert Medical School of Brown University Rhode Island Hospital, USA, stellt Insekten-Anwendungen für die medizinische Forschung vor: Der Einsatz von Wachsmotten als Modell-Wirtstiere ermöglicht es beispielsweise, die Wirksamkeit und Toxizität von antimikrobiellen Wirkstoffen zu bewerten. In der abschließenden Keynote am Freitag mahnt Stuart Reynolds von der University of Bath, UK, in seinem Vortrag “Insekten und Ernährungssicherung” die Entwicklung umweltfreundlicher Pflanzenschutzkonzepte an, die nicht nur wirksam helfen, Ernte- und Nachernteverluste zu reduzieren, sondern die auch Biodiversität erhalten sollen.

Die INSECTA® wurde 2015 als nationales Symposium zur Nutzung von Insekten als Lebens- und Futtermittel ins Leben gerufen. Seither hat sich die Veranstaltung international etabliert und auch mit Themen zur Nutzung von Insekten im Non-Food-Bereich profiliert. Veranstalter der INSECTA® 2018 sind Pilot Pflanzenöltechnologie Magdeburg e.V. (PPM) in Kooperation mit dem Potsdamer Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB). In diesem Jahr sind das LOEWE-Center und die Justus-Liebig-Universität Gießen Partner und Gastgeber der Konferenz.

Die nächste INSECTA® Konferenz wird am 5. und 6. September 2019 in Potsdam stattfinden.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Thomas Piofczyk – Pilot Pflanzenöltechnologie Magdeburg e. V. (PPM)
Tel.: 0391 8189-131, E-Mail: insecta@ppm-magdeburg.de; info@insecta-conference.com

Dr.-Ing. Oliver Schlüter – Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)
Tel.: 0331 5699-613, E-Mail: oschlueter@atb-potsdam.de

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