Preise für Graduierungsarbeiten am IPF verliehen

Im Rahmen des Jahresempfangs am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) am 11. April 2013 erhalten Nachwuchswissenschaftler Preise für ihre am Institut angefertigten Graduierungsarbeiten. Eingereicht und verteidigt wurden alle Arbeiten im Rahmen der gemeinsamen Professuren an der Technischen Universität Dresden.

Frau Dr. Andrea Zieris wird für ihre herausragende Doktorarbeit mit dem Doktorandenpreis des Vereins zur Förderung des IPF ausgezeichnet. In ihrer Dissertation „Modulation of growth factor functionality through immobilization in starPEG-heparin networks“ (Betreuer: Herr Professor Carsten Werner, Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften der TU Dresden) zeigt Andrea Zieris, wie ein Hydrogelsystem aus einem sternförmig verzweigten Polymer (Polyethylenglycol, PEG) und Molekülen des körpereigenen Zuckers Heparin genutzt werden kann, um therapeutisch relevante Wachstumsfaktoren für Zellen bereitzustellen – über längere Zeit, in genau kontrollierbaren Mengen und lokal definiert. Insbesondere in Untersuchungen mit den für humane Gefäßzellen wichtigen Wachstumsfaktoren FGF-2 und VEGF wies sie nach, dass sich das Hydrogelsystem dafür hervorragend eignet und einen Weg ebnet, um künftig den für die Regeneration von Geweben und Organen zentral bedeutsamen Prozess der Blutgefäßneubildung effektiver zu steuern.
Da sich die physikalischen und biomolekularen Eigenschaften der Hydrogelsysteme sehr variabel einstellen lassen und an dem Gelbaustein Heparin unterschiedliche Wachstumsfaktoren reversibel angebunden werden können, sind die SternPEG-Heparin-Gele von höchstem Interesse für zahlreiche neue Verfahren der regenerativen Medizin.

Den Professor-Franz-Brandstetter-Preis erhält Marcus Binner für seine Masterarbeit „Synthese und Charakterisierung von pH- und temperatur-sensitiven Blockcopolymeren“ (Betreuer: Frau Professor Brigitte Voit, Fakultät Mat/Nat der TU Dresden). Auch diese Arbeit zielte auf die Bereitstellung spezieller funktioneller Polymermaterialien für Anwendungen u.a. als Medikamenten-Transportsysteme in der Medizin und als Nanoreaktoren bzw. -transporter in der Biotechnologie. Darüber hinaus zeigen die von Herrn Binner entwickelten bi-sensitiven Materialien auch großes Potenzial als Sensoren und Aktuatoren in der Mikrosystemtechnik. Marcus Binner synthetisierte neue Copolymere, die dank ihrer unterschiedlichen Blöcke in Lösungen durch Selbstorganisation Aggregate bilden. Wie Bildung, Größe und Stabilität dieser Aggregate maßgeblich durch Temperatur und pH-Wert gesteuert werden, wird nach Meinung der Jury in der Arbeit von Herrn Binner sehr überzeugend für eine Serie von Pfropfcopolymeren (PNiPAAM-Rückgrat mit Seitenarmen aus funktionalisierten 2-Oxazolinen) aufgezeigt.

Ebenfalls im Rahmen des Jahresempfangs übergeben wird der Förderpreis der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft e.V.. Der Empfänger des Preises, Jan Domurath, hat sich in seiner Diplomarbeit (Betreuer: Herr Professor Gert Heinrich, Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden und Frau Priv.-Dozentin Dr. Marina Grenzer) mit der „Finite-Elemente-Modellierung zur hydro-dynamischen Verstärkung in Polymernetzwerken“ beschäftigt.
Wie bereits in einer interdisziplinären Projektarbeit und einem großen Ingenieurbeleg zuvor wandte sich Jan Domurath bisher ungelösten bzw. unverstandenen Fragestellungen der Kautschukbranche zu und stellte in der theoretischen und numerischen Analyse und der Erarbeitung neuer Modelle zur Erklärung von Deformationsphänomenen bei Elastomeren sein Ausnahmetalent auf diesem Gebiet unter Beweis.
Dank seiner herausragenden Kenntnisse und wissenschaftlich fundierten Herangehensweise, bei der er seine Ergebnisse immer wieder selbst in Frage stellte und verbesserte, liefert er Forschung und Industrie einen Schlüssel zu einem besseren Verständnis der Prozesse bei der Verformung von teilchenverstärkten Elastomeren und damit zur Entwicklung von optimierten Gummiwerkstoffen, z. B. Autoreifen mit höherer Lebensdauer dank verringertem Verschleiß und Abrieb.

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