Preis für weltweit einzigartiges Konzept zur Barrierefreiheit für gehörlose Menschen

Mit seinem – weltweit einzigartigen – Konzept eines neuen Kommunikationstools für gebärdensprachlich orientierte Nutzer hat Jan Lorenz „eine bis ins Detail durchdachte Strategie entwickelt, wie durch Vereinfachung und Vereinheitlichung der gesetzlich vorgeschriebene Weg der Barrierefreiheit auch für Gehörlose und Gehörbeeinträchtigte realistisch geebnet werden kann“, so Prof. Philipp Pape, der die Masterarbeit an der Hochschule Mainz betreut hat. „Durch einen einheitlichen Button, unter dem unterschiedliche Übersetzungen für die Betroffenen angeboten werden können, werden nach diesem Konzept Angebote erstmals auffindbar, vergleichbar und verknüpfbar. Ein solcher Ansatz wird dazu führen, sowohl den Bedarf an diesen Angeboten deutlich zu machen, als auch einen Wettbewerb in Gang zu setzen, die Umsetzung der Inklusion im öffentlichen und privaten Sektor voran zu treiben. Der Gebärdensprachbutton erreicht dies durch die simple, aber aussagekräftige Gestaltung von Icons, die den ganzen Umfang der möglichen Übersetzungen für Gehörlose abdecken: Gebärdensprach-Videos, Gebärdensprach-Dolmetscher, Gebärdensprach-Avatare oder einen Gebärdensprach-Direktkontakt. Somit wird die Vielfalt der Angebote erstmals darstellbar und auffindbar und gleichzeitig auch beworben.“

Mit dem Gebärdensprachbutton hat Jan Lorenz, der als hörender Sohn zweier gehörloser Eltern persönlich für das Thema sensibilisiert ist, eine standardisierte visuelle Orientierung für gebärdensprachliche Angebote im Internet geschaffen und damit, wie er sich selbst wünscht, „einen Beitrag zur soziopolitischen Partizipation Gehörloser“ geleistet.

Neben dem Button sind auch eine Informationswebseite und eine Eingabemaske für Anbieter weitere wesentliche Bestandteile der Arbeit. „Während die Informationswebseite das gesellschaftliche Bewusstsein für die Lebensbedingungen und Belange Gehörloser stärkt“, erläutert Jan Lorenz, „ist die Eingabemaske für Anbieter des Buttons eine einfache und wirtschaftlich attraktive Möglichkeit, ihre an gehörlose Menschen gerichteten Informationen und Kommunikationsangebote über den Gebärdensprachbutton einzupflegen und auf ihren eigenen Internetauftritten damit barrierefrei im Internet zu präsentieren. Dieses Konzept ist gegenwärtig weltweit noch nicht vorhanden und in seinem Umfang einzigartig.“

Über seine herausragende fachliche Leistung hinaus hat sich Jan Lorenz auch immer wieder gesellschaftlich engagiert. Zwischen 2011 und 2013 war er Mitglied der Jury eines deutsch-landweiten Plakatwettbewerbs des Deutschen Studentenwerks und gestaltete dazu auch deren Informationsmaterial. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts entwarf er eine Applikation für zukünftige Ausstellungen im Gutenberg-Museum Mainz, die eine Partizipation an den Themen der Ausstellung auch außerhalb des Museumsraumes ermöglichen soll.

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