Preis für Verdienst um Welternährung geht an Hohenheimer Forscher

PRESSEMITTEILUNG DER UNIVERSITÄT HOHENHEIM

Auszeichnung für Lebensleistung:
Justus v. Liebig-Preis für Welternährung geht an Prof. Dr. Biesalski

Forscher der Uni Hohenheim erhält mit 25.000 Euro dotierten Preis der Stiftung fiat panis für Einsatz gegen Hunger und ländliche Armut / Preisverleihung am 19. Oktober 2017

Hidden Hunger, der verborgene Hunger: Eine Form der Mangelernährung, die häufig unbemerkt bleibt – obwohl, so die Daten der WHO, weltweit mehr als zwei Milliarden Menschen unter dem Mikronährstoffmangel leiden. Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski, Ernährungswissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart, hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Problem zu bekämpfen. Neben intensiver Forschungsarbeit rief er eine internationale Konferenz zu Hidden Hunger ins Leben, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand. Für diesen Einsatz ehrt ihn nun die Ulmer Stiftung fiat panis mit dem renommierten Justus von Liebig-Preis für Welternährung. Die Preisverleihung findet am 19. Oktober 2017 um 11:30 Uhr im Rahmen des World Food Day Colloquiums im Euroforum der Universität Hohenheim statt.

Der Einsatz von Prof. Dr. Biesalski gegen die versteckte Mangelernährung war es, der die Stiftung fiat panis zur Auszeichnung bewog. Besonders hob die Stiftung dabei die Bedeutung der Konferenzen hervor: „Mit den Hidden Hunger Kongressen in Stuttgart hat er eine einzigartige internationale Plattform für den interdisziplinären Austausch über soziale, medizinische und naturwissenschaftliche und politische Maßnahmen geschaffen.“

Mit Teilnehmern aus der Zivilgesellschaft, aus Ministerien, Regierungsbehörden und internationalen Organisationen seien die Konferenzen „zu einem wichtigen Ereignis in der globalen Community geworden, in denen sowohl wissenschaftliche als auch praktische Highlights vorgestellt wurden.“ Die Konferenzen führten zudem führende Wissenschaftler mit jungen Nachwuchsforschern, insbesondere aus Afrika und Asien, zusammen.

Fast zeitgleich zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand nach 38 Forschungsjahren ist der Preis damit auch eine Auszeichnung für das Lebenswerk des renommierten Ernährungswissenschaftlers. So formulierte es auch das Kuratorium der Stiftung, das einstimmig für die Preisvergabe an Prof. Dr. Biesalski stimmte: „Sein bisheriges Lebenswerk hat er in den Dienst einer Welt frei von Armut und Hunger gestellt.“

Zur Person: Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski

Prof. Dr. Biesalski wurde im Jahre 1949 in Marburg geboren. Er studierte Medizin an den Universitäten Mainz und Bonn. 1979 wurde er als Arzt approbiert. Von 1979 bis 1982 arbeitete Prof. Dr. Biesalski als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physiologischen Institut der Universität Mainz in der Abteilung Biophysik. 1981 promovierte er mit der These „Progressive Hearing Disorders in Childhood“.

Von 1984 bis 1993 arbeitete er am Institut für Physiologische Chemie an der Universität Mainz. 1993 wurde er an die Universität Hohenheim berufen. Seit 1994 leitet er das Fachgebiet Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim sowie seit 2014 das Food Security Center der Universität, das sich der internationalen Ernährungssicherung widmet.

Weitere Schwerpunkte setzte Prof. Dr. Biesalski in der Grundlagenforschung über den Metabolismus von Vitamin A, hinzu kommt angewandte Forschung zu einer breiten Palette von ernährungsbezogenen Themen in Entwicklungsländern. Prof. Dr. Biesalski ist Autor und Herausgeber vieler Standardwerke der Ernährungswissenschaft und Ernährungsmedizin. Er hat 249 Veröffentlichungen in der Forschungsdatenbank PubMed, die 16 000 Mal zitiert wurden.

Hintergrund: Justus von Liebig-Preis für Welternährung

Bis 2006 wurde der Justus von Liebig-Preis für besondere wissenschaftliche oder praktische Verdienste um die Landwirtschaft in Europa vergeben. Mit der Übernahme durch die Stiftung fiat panis hat die Auszeichnung an Bedeutung gewonnen. Der jetzt international ausgeschriebene Preis fördert damit das Engagement für eine gesicherte Ernährung aller Menschen weltweit.

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Über die Vergabe entscheidet ein unabhängiges Kuratorium.

Weitere wissenschaftliche Auszeichnungen der Stiftung gingen in den vergangenen Jahren ebenfalls wiederholt an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hohenheim: Der Josef G. Knoll-Europäischer Wissenschaftspreis und der Hans H. Ruthenberg-Graduierten-Förderpreis.

Hintergrund: Stiftung fiat panis

Im Jahr 2000 gründete Dr. Hermann Eiselen (1926 – 2009) die Stiftung fiat panis als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts, die im Januar 2010 die Aufgaben der Forschungsförderung von der Eiselen-Stiftung übernahm. Herr Dr. Eiselen bestimmte die Stiftung fiat panis zu seiner Alleinerbin und wollte damit die bisherige erfolgreiche Arbeit der Eiselen-Stiftung im Bereich der Forschungsförderung stärken und fortführen.

Die Stiftung mit Sitz in Ulm initiiert und fördert innovative Forschungsprojekte der universitären entwicklungsländerbezogenen Agrar- und Ernährungsforschung, die geeignet sind zur Verbesserung der Ernährungslage in der südlichen Hemisphäre beizutragen und die Auswirkungen von Hunger und Armut zu lindern. Darüber hinaus hat sie die Aufgabe wissenschaftliche Nachwuchskräfte zu unterstützen, die sich mit der Lösung des Hungerproblems beschäftigen.

Kontakt für Medien
Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski, Fachgebiet Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft
T 0711 459-24112, E biesal@uni-hohenheim.de

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