Praxisalltag erleichtern und medizinische Standards sicherstellen

Die erste MS-Pille, neue Antikörpertests und Diagnosekriterien: Auf dem Gebiet der Multiple-Sklerose-Forschung hat sich in diesem Jahr einiges bewegt. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 28. September bis zum 01. Oktober 2011 in Wiesbaden wird die neueste Fassung der Multiple-Sklerose-Leitlinien vorgestellt. Die Guidelines, die kurz vor der Veröffentlichung stehen, wurden im Auftrag der DGN durch die Experten des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) erstellt.„Insbesondere freut uns, dass wir nur sechs Monate nach EU-Zulassung von Fingolimod, dem ersten oralen MS-Medikament, unseren niedergelassenen Kollegen bereits detaillierte Hinweise zum Anwendungsbereich sowie möglichen Risiken und Nebenwirkungen an die Hand geben können“, erklärt der stellvertretende Vorstandssprecher des KKNMS, Prof. Dr. Bernhard Hemmer, der die neuen Leitlinien sowie zwei vom KKNMS erarbeitete Qualitätshandbücher für den Praxisalltag auf der DGN-Tagung vorstellen wird.

Leitlinien geben Ärzten detaillierte Hinweise zur Diagnose einer Krankheit und klären über verschiedene Therapiemöglichkeiten und deren Risiken auf. Basis einer jeden Leitlinie sind wissenschaftliche Publikationen und Studien, die hinsichtlich ihrer Qualität eingeordnet und kritisch bewertet werden. „Diese sogenannte evidenzbasierte Medizin zielt darauf ab, Patienten immer anhand der besten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu behandeln“, erklärt Prof. Hemmer, Direktor der Neurologischen Klinik am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. „In unserer jüngsten Überarbeitung der MS-Leitlinien stellen wir Ärzten erstmals auch Evidenztabellen zur Verfügung, sodass unsere Handlungsempfehlungen einfacher und besser nachvollzogen werden können“, ergänzt Prof. Ralf Gold, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Bochum, der die Arbeitsgruppe Leitlinien für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und das KKNMS koordiniert.

Qualitätshandbücher für den Praxisalltag
Die Leitlinienkapitel zu den Medikamenten Natalizumab und Fingolimod, die in der Eskalationstherapie der MS eingesetzt werden, erscheinen zusätzlich in je einem gesonderten Qualitätshandbuch, das durch Patientenaufklärungsbogen, Checkliste und Workflowtabelle abgerundet wird. „Gerade bei Medikamenten, die so stark ins Immunsystem der Patienten eingreifen, ist es wichtig, Standards in der Anwendung sicherzustellen. Deshalb haben wir uns für die Handbücher als von der Pharmaindustrie unabhängiges Instrument entschieden, das niedergelassenen Neurologen die Arbeitsabläufe im Praxisalltag erleichtern soll“, erläutert Hemmer.

Leitlinien und Qualitätshandbücher entstanden in enger Abstimmung mit dem Ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und der Task Force „Versorgungsstrukturen“ des KKNMS.

Hinweis für die Medien
Die neuen MS-Leitlinien sowie die Qualitätshandbücher zu den MS-Medikamenten Natalizumab und Fingolimod wird Prof. Dr. Bernhard Hemmer auf der Pressekonferenz für die Fachmedien am Freitag den 30. September von 10:00-11:00 Uhr vorstellen.
Weitere Informationen unter:

Ansprechpartner für die Medien:
Pressestelle der Deutschen Gesellschaft
für Neurologie
Tel.: +49 (0)89-46148622
Fax: +49 (0)89-46148625
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Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS)
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Im Internet


Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 6500 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Wolfgang Oertel
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Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS)
ist eines von bundesweit 21 Kompetenznetzen in der Medizin, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Sie alle verfolgen das Ziel, Forscher zu spezifischen Krankheitsbildern bundesweit und interdisziplinär zusammenzubringen, um den Austausch zwischen Forschung und Patientenversorgung zu verbessern.
Aktuell gehören dem KKNMS drei Forschungsverbünde an: CONTROLMS, UNDERSTANDMS und CHILDRENMS. Die Geschäftsstelle ist am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München angesiedelt.

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