Präziser und schonender gegen Krebs: Erstes Tomotherapiegerät in Thüringen

Jena (ukj/dre). Erstmals steht in Thüringen für die Versorgung krebskranker Patienten eine neue Bestrahlungstechnik zur Verfügung. Die Tomotherapie ermöglicht eine hochpräzise und schonendere Bestrahlung von Tumoren. Am Universitätsklinikum Jena (UKJ) wurde heute (12.4.) das derzeit modernste Gerät auf diesem Gebiet in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie offiziell in Betrieb genommen.

Bundesweit gibt es bisher nur 15 Kliniken, die ein solches System in der Patientenversorgung einsetzen. Das Thüringer Universitätsklinikum ist das erste Krankenhaus im Freistaat mit dieser technischen Ausstattung in der Strahlentherapie. Inklusive der Baukosten investierte das UKJ 2,7 Millionen Euro in die direkte Patientenversorgung.

Prof. Dr. Klaus Höffken, Medizinischer Vorstand des UKJ, erklärt: „Heute wird bei über der Hälfte der Krebspatienten die Strahlentherapie eingesetzt. Sie leistet für viele tumorkranke Erwachsene und Kinder einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Heilung. Mit dem neuen Tomotherapiegerät können wir unseren Patienten nun die modernste Form der Strahlentherapie anbieten.“ Der Zugang zum medizinischen Fortschritt sei eine der wichtigsten Aufgaben der Hochschulmedizin, sagt Dr. Brunhilde Seidel-Kwem, Kaufmännischer Vorstand. Sie betont: „Mit dieser größten Eigeninvestition des UKJ der vergangenen Jahre wird die medizinische Versorgungslandschaft in Thüringen entscheidend bereichert.“

Umgebendes Gewebe wird geschont

Zu den Vorteilen des Tomotherapiegeräts in Jena zählt, dass die Bestrahlung mittels Photonen und die moderne Bildgebung der Computertomographie in einem System vereint sind. Die Strahlung wird durch einen Linearbeschleuniger erzeugt. Dieser bewegt sich kreisförmig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15 Sekunden pro Umdrehung um den Patienten herum. „Durch die direkte Verknüpfung von Bildgebung und Bestrahlung in einem System können wir den Tumor jetzt deutlich präziser bestrahlen. Der Tumor und die umgebende Region werden dabei dreidimensional dargestellt. Die Strahlendosis wird exakt an die Form und Lage des Tumors angepasst und das umgebende Gewebe und angrenzende Organe geschont. Davon profitieren die Patienten enorm“, sagt Prof. Dr. Thomas G. Wendt, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am UKJ. Nur ein Beispiel: Bei der Bestrahlung des Lungenkrebs wird so die Mitbestrahlung der Lunge deutlich verringert.

Auch stark gekrümmte Tumoren können mit dem neuen Gerät in Jena deutlich besser bestrahlt werden. Prof. Wendt: „Jetzt können wir auch Tumoren bestrahlen, die früher etwa aufgrund ihrer Lage oder ihrer Form nicht bestrahlt werden konnten.“ Rund 1.400 Patienten werden jährlich in der Klinik für Strahlentherapie des UKJ versorgt.

Prof. Wendt und sein Expertenteam arbeiten dabei im Rahmen des Universitätstumorzentrums eng zusammen mit den weiteren Fachdisziplinen des UKJ. Etwa mit der Frauenklinik bei der strahlentherapeutischen Versorgung von Brustkrebspatientinnen oder mit der Klinik für Urologie bei der Bestrahlung des Prostatakarzinoms. Erst vor wenigen Wochen hatte die Deutsche Krebsgesellschaft das UKJ offiziell als „Onkologisches Zentrum“ ausgezeichnet.

Kontakt:
Universitätsklinikum Jena
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Direktor: Prof. Dr. Thomas G. Wendt
Bachstraße 18, Jena
Telefon: 03641 / 934 004 (Sekretariat) oder
03641 / 933 362 (Ambulantes und Stationäres Therapiemanagement)
www.uniklinikum-jena.de

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