Prävention ist Schlüssel für erfolgreiche Gesundheitsreformen

Ohne die Einbindung dieser verantwortungsbewussten „Gesundheitsmanagerinnen“ könnten Vorsorge-, aber auch Früherkennungsprogramme nur schwer erfolgreich sein, so Kreienberg. „Und als erster Ansprechpartner für diese Frauen in puncto Gesundheit stehen wir Frauenärzte besonders in der Pflicht – in einer Aufklärungs- und Beratungspflicht, der wir bisher aber schon sehr gut nachgekommen sind.“ Das zeige beispielsweise die in diesem Sommer veröffentlichte Frauenleitline zur Brustkrebs-Früherkennung(1). Die ca. 70 Seiten starke Broschüre wurde mit maßgeblicher Beteiligung der DGGG erstellt. Sie übersetzt die Medizinersprache in eine laienverständliche Sprache, informiert über den aktuellen Kenntnisstand der Wissenschaft, über die Vor- und Nachteile der bei der Brustkrebsfrüherkennung verwendeten Untersuchungsmethoden sowie über Patientenrechte.

Beratung Basis für erfolgreiches Mammographie-Screening
„Durch solche Ratgeber und durch aufklärende Gespräche mit unseren Patientinnen können wir Frauenärzte auch entscheidend dazu beitragen, die Beteiligung an Vorsorgeprogrammen wie dem kostenlosen Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zu steigern“, sagte der Brustkrebsexperte. Zwar habe der im August diesen Jahres vorgestellte erste Qualitätsbericht(2) zum deutschen Mammographie-Screening diesem seit 2005 eingeführten Programm insgesamt gute Noten erteilt. Die Beteiligung von bisher etwas mehr als 52 Prozent der angeschriebenen Frauen sei aber enttäuschend und biete noch viel Steigerungspotenzial: „Früh erkannter Brustkrebs kann meist sehr schonend behandelt werden“, erklärte Kreienberg, „Bei einigen Patientinnen kann sogar auf die Chemotherapie komplett verzichtet werden. Das schont einerseits die betroffenen Frauen, dämpft anderseits aber auch die Kosten unseres Gesundheitssystems.“

1 Albert, Alt, Kreienberg, Naß-Griegoleit, Schulte, Wöckel. Früherkennung von Brustkrebs – Eine Entscheidungshilfe für Frauen. Hrsg.: Leitlinienprogramm Onkologie. Berlin, 2010. Download als PDF-Datei unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de/OL/patientenleitlinien.html

2 Kooperationsgemeinschaft Mammographie Qualitätsbericht 2005 – 2007. Ergebnisse des Mammographie-Screening-Programms in Deutschland. Im Internet abrufbar unter http://www.mammo-programm.de/presse/archiv-meldungen-details.php?id=110
(idw, 10/2010)

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