Prämierte Studie: Arterienverkalkung verdoppelt das Sterberisiko

Sie wiesen auch darauf hin, dass man die Krankheit durch einen einfachen Blutdruckvergleich zwischen Arm und Knöchel beim Hausarzt entdecken und gegensteuern kann. Ihre viel beachtete Arbeit wurde jetzt mit dem Best PAD Research Award 2010 der Peripheral Arterial Disease Coalition ausgezeichnet.

Einfacher Test muss Standard werden

Fast 7.000 Patienten über 65 wurden 2001 in die getABI-Studie eingeschlossen. Wie sich zeigte, leidet jeder fünfte von ihnen an Arterienverkalkung. Sie ist feststellbar durch die Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ankle brachial index, ABI), einem Vergleich zwischen dem arteriellen Blutdruck in Armen und Knöcheln des liegenden Patienten. Ist die Differenz groß, sind Gefäße verkalkt, und das gilt meistens für den ganzen Körper – auch für Herzkranz- und hirnversorgenden Gefäße. Das Risiko eines vorzeitigen Todes, eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ist für betroffene Patienten doppelt so hoch wie für andere, und meistens wissen sie nichts davon. Denn die Krankheit verursacht in vielen Fällen keine Symptome. Die Spezialisten der getABI-Studie, die von Prof. Trampisch in Bochum koordiniert wird, fordern daher nachdrücklich die Einführung der einfachen ABI-Untersuchung als Standard für ältere Patienten beim Hausarzt.

PAD Coalition

Die PAD Coalition ist ein Non-Profit-Verbund, zu dem sich 80 Gesundheitsorganisationen, Berufsverbände und Regierungsorganisationen zusammengeschlossen haben, um die Häufigkeit der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und die durch sie verursachten Todesfälle zu reduzieren. Der PAD Research Award ist mit 1.000 Dollar dotiert und wird im September übergeben.

Titelaufnahme der prämierten Studie

Diehm C, Trampisch HJ et al., Mortality and Vascular Morbidity in Older Adults With Asymptomatic Versus Symptomatic Peripheral Artery Disease. Ciruclation 2009: published online before print November 9, 2009: DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.109.865600

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-27790, Fax: 0234/32-14325, E-Mail: hans.j.trampisch@rub.de

Redaktion: Meike Drießen
(idw, 08/2010)

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