Präimplantationsdiagnostik: Zwischen Machbarkeit und Verantwortung

Ist es moralisch zulässig, vorgeburtliches Leben im Hinblick auf unerwünschte Eigenschaften mit Hilfe der Präimplantationsdiagnostik zu selektieren? Wenn ja, nach welchen Maßstäben wird unterschieden zwischen „legitimen“ Selektionskriterien wie etwa schwerste Erbkrankheiten und moralisch inakzeptablen, wie etwa Geschlecht oder Augenfarbe? Muss es Grenzen der Nutzung der Präimplantationsdiagnostiken geben und wie kann man diese Grenzen sinnvoll festlegen?

Das Klinische Ethik-Komitee des Universitätsklinikums Heidelberg möchte diese und weitere Fragen zum Thema „Ethische Herausforderungen der Präimplantationsdiagnostik“ mit renommierten Experten in Vorträgen und anschließendem Podiumsgespräch vertiefen, teilnehmen werden auch die Landesbischöfe Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Evangelische Landeskirche in Baden, und Erzbischof Stephan Burger, Erzdiözese Freiburg.

Die Bevölkerung, Ärzte und Pflegende sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich: Mittwoch, 25. April um 17.30 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg.

Die Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, nutzt verschiedene zellbiologische und molekulargenetische Untersuchungen. Damit können bei durch In-vitro-Fertilisation erzeugten Embryonen Erbkrankheiten oder Veränderungen der Chromosomen erkannt werden. Eltern, die ein hohes Risiko für die Geburt eines Kindes mit einer schweren Erbkrankheit haben, wird es hierdurch ermöglicht, ein Kind zur Welt zu bringen, das von der entsprechenden Krankheit nicht betroffen ist. Seit 2014 ist PID in begrenztem Umfang rechtlich zulässig, nämlich zur Vermeidung schwerer Erbkrankheiten sowie von Tot- und Fehlgeburten aufgrund einer schwerwiegenden Schädigung des Embryos.

Neue medizinische Maßnahmen erweitern den Bereich dessen, was von Betroffenen und Behandelnden zu verantworten ist, und zwar sowohl im Falle der Inanspruchnahme als auch im Fall der Nichtinanspruchnahme von PID. Neben medizinischen Aspekten werden beim Symposium deshalb auch die drängenden normativen Fragen diskutiert:

– PID aus Perspektive der Gynäkologie – Prof. Dr. Thomas Strowitzki, Universitätsklinikum Heidelberg

– PID aus Perspektive der Humangenetik und der humangenetischen Beratung – Prof. Dr. Ute Moog, Universitätsklinikum Heidelberg

– „Der moralische Status vorgeburtlichen Lebens“: Legitime Grenzen der Verfüg- und Machbarkeit – Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl, Universität Augsburg

– „Soll man überhaupt entscheiden dürfen?“ PID und die elterliche Verantwortung – Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter, Universität Lübeck

– Präimplantationsdiagnostik aus psychologischer Perspektive – Dr. Imad Maatouk, Universitätsklinikum Heidelberg

– Podiumsgespräch mit Referenten und Landesbischöfen

Das Symposium wird federführend von Dr. Beate Herrmann, Vorsitzende des Klinischen Ethik-Komitees des Universitätsklinikums Heidelberg, organisiert und findet in Kooperation mit der Erzdiözese Freiburg und der Evangelischen Landeskirche in Baden anlässlich der „Woche für das Leben“ statt.

Ärzten wird die Teilnahme mit vier Fortbildungspunkten der Landesärztekammer bescheinigt.

Ansprechpartnerin:
Dr. Beate Herrmann
Vorsitzende des Klinischen Ethik-Komitees
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg
Tel: +49 6221 56-37922
Fax: +49 6221 56-5
beate.herrmann@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de/ethikberatung

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
www.klinikum-heidelberg.de

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