Potsdamer Patholinguistik-Bachelor erhält Kassenzulassung – Neue Berufsperspektiven für Absolventen

Die Absolventen zählen nun zu den so genannten zulassungsfähigen Berufsgruppen für die Erbringung von Heilmittelmaßnahmen der Sprach-, Sprech- und Schlucktherapie. Dies umfasst die ambulante oder stationäre Versorgung von Patienten mit erworbenen oder entwicklungsbedingten Störungen der Sprache, des Sprechens und des Schluckens. Die Zulassung bezieht sich konkret auf die Behandlung von Patienten mit Sprachentwicklungsstörungen und Rhinolalien, Störungen der Sprache bei hochgradiger Schwerhörigkeit, Taubheit und Cochlear- Implantat-Versorgung, Aphasie, Dysarthrie und Sprechpraxie, Stottern und Poltern sowie Kau- und Schluckstörungen.

Künftig erwerben Bachelor-Absolventen nun automatisch die Zulassung, die Absolventen des früheren Diplomstudiengangs Patholinguistik noch individuell beantragen mussten. Für diejenigen, die den Bachelor bereits abgeschlossen haben, wird sich das Department für Linguistik um eine Übergangsregelung bemühen. Für das integrierte Master-Ph.D.-Programm "International Experimental and Clinical Linguistics (IECL)" ist dagegen nicht beabsichtigt, eine Zulassung zu beantragen, da dieses strikt auf die Forschung ausgerichteten ist.

"Die Zulassung ist ein wichtiger Schritt hin zur Akademisierung der Sprachtherapie – eine Entwicklung bei der Deutschland bisher im europaweiten Vergleich noch hinterherhinkt", sagt Dr. Ria De Bleser, Professorin für Patholinguistik / kognitive Neurolinguistik und Dekanin der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Hinweis an die Redaktionen:
Kontakt: Prof. Dr. Ria De Bleser, Universität Potsdam, Department für Linguistik, Tel.: 0331/977-2933, E-Mail: riadebleser@ling.uni-potsdam.de
(idw, 10/2010)

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