Potenzstörungen – 10 Goldene Regeln

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Potenzstörungen. Wenn MANN Probleme mit der Erektion hat, wird das Problem oft immer noch totgeschwiegen. Mann aber auch Frau leiden unter dem Problem der Potenzstörung gleichermassen. Immer noch ist es aber ein Tabuthema. Oft kommt es dabei zu Problemen in der Partnerschaft.

Eine Erektile Dysfunktion – Abkürzung ED, auch Erektionsstörung genannt kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine Potenzstörung kann für den Betroffenden sehr schwer sein. Wir klären die Ursachen, nennen Hausmittel und Medikamente gegen die Potenzstörung. Die Zahl der Potenzstörungen, Zeugungsunfähigkeit oder Prostatakrebs steigt weiter an.

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Potenzstörungen – 10 Fragen und 10 Antworten

  1. Wie ist das männliche Geschlechtsorgan aufgebaut?
  2. Wie entsteht eine Erektion?
  3. Was ist Erektile Dysfunktion?
  4. Was sind Ursachen der Erektilen Dysfunktion?
  5. Wie wird Erektile Dysfunktion diagnostiziert?
  6. Wie kann Erektile Dysfunktion behandelt werden?
  7. Was ist Infertilität?
  8. Wie wird männliche Infertilität diagnostiziert und therapiert?
  9. Was ist eine Varikozele?
  10. Wo finden Betroffene Hilfe?

1. Wie ist das männliche Geschlechtsorgan aufgebaut?

Beim Mann unterscheidet man ebenso wie bei der Frau zwischen den äußeren und inneren Geschlechtsorganen. Zu den äußeren männlichen Geschlechtsorganen gehören Penis und Hodensack mit Hoden und Nebenhoden, zu den inneren Geschlechtsorganen zählen Samenleiter, Samenbläschen und Prostata. Hinter der innerhalb des kleinen Beckens (hinter dem oberen Teil des Schamhaardreiecks) liegenden Harnblase befinden sich das für die Produktion der Samenflüssigkeit zuständige Samenbläschen, die Samenleiter und der Mastdarm. Die vor dem Mastdarm und unterhalb der Blase liegende Prostata umschließt die männliche Harnröhre, die den Urin von der Blase durch den Penis zur Eichel leitet. Außerdem enthält die Prostata Drüsenflüssigkeit, die als Transport- und Aktivierungsmittel für die Samenfäden dient. Die Samenflüssigkeit tritt über den Samenhügel in die Harnröhre ein. Beim Samenerguss gelangen aus den Hoden Samenfäden über die Samenleiter mitsamt Drüsenflüssigkeit der Prostata in die Harnröhre ein und werden vom Blasenhals in Richtung Penis und Eichel geschleudert.

Weitere Informationen
Erektionsstörungen
Männliche Geschlechtsorgane


2. Wie entsteht eine Erektion?

Die Erektion resultiert aus dem komplexen Zusammenspiel nervaler, psychischer, hormoneller, gefäßbedingter sowie anatomischer Faktoren. Im erschlafften Zustand besteht eine nur geringe Blutzufuhr über die Arterien in den Penis, der Blutabfluss über die Venen geschieht ungehindert. Die Hohlräume der Penisschwellkörper sind klein, die Muskulatur ist gespannt. Durch bestimmte äußere Reize (optisch, psychisch, berührungs- oder geruchsbedingt) kommt es nun zu einer Entspannung der Schwellkörpermuskulatur, zu einer Vergrößerung der Hohlräume sowie zu einem verstärkten Bluteinstrom in und verringertem Blutabfluss aus dem Penis. Der Penis wird hart, dicker und größer als im Normalzustand – er erigiert.

Weitere Informationen
Der Mechanismus der Erektion

Die Erektile Dysfunktion

3. Was ist Erektile Dysfunktion?

Der Begriff Erektile Dysfunktion beschreibt eine anhaltende oder immer wiederkehrende Unfähigkeit, eine für den Beischlaf ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrecht zu erhalten. Die Libido ist dabei in der Regel erhalten, die Hormonwerte im Blut sind meistens normal. Erektionsstörungen können sich in jedem Alter manifestieren. Bei Untersuchungen geben etwa die Hälfte aller 40-70-jährigen Männer Potenzstörungen an. Dabei nimmt die Erkrankungshäufigkeit mit steigendem Alter zu. Insgesamt handelt es sich um ein häufiges Problem des alternden Mannes mit bis zu sechs Millionen Männern allein in Deutschland. Neuren Untersuchungsergebnissen zufolge leiden jedoch nur 8-10% der Betroffenen unter ihrer Potenzstörung und nur jeder zweite will eine ärztliche Untersuchung und Therapie. Dabei ist der Urologe zu Recht der zuerst konsultierte Spezialist. Er hat zu beurteilen, ob eine organische Ursache vorliegt oder ob sich eine psychische Konfliktsituation in der Sexualsphäre auswirkt und eine entsprechende Behandlung notwendig wird. Wichtig ist, dass Erektionsstörungen nicht nur eine Einschränkung der Lebensqualität darstellen, sondern oft anderen Gefäßerkrankungen, zum Beispiel der koronaren Herzerkrankung, um Jahre vorausgehen.

4. Was sind Ursachen der Erektilen Dysfunktion?

Ging man in den 80-iger Jahren in etwa 80% der Fälle von einer psychischen Ursache für Potenzstörungen aus, hat man heute (nach Einführung neuer moderner diagnostischer Methoden) ein anderes Bild: In 50-80% liegt eine rein organische Ursache für Erektile Dysfunktion, in 30% eine rein psychische und in 20% eine Mischform vor. Vor allem jüngere Patienten sind von einer psychischen Ursache ihrer Potenzstörung betroffen. Die Diagnose ergibt sich aus einer genauen Befragung der Patienten und dem Ausschluss organischer Ursachen. Typischerweise sind bei dieser Gruppe unwillkürliche nächtliche sowie morgendliche Erektionen unverändert erhalten. Bei den organischen Ursachen der Erektilen Dysfunktion handelt es sich in nur 1,5-3% um eine hormonelle Störung. Trotzdem sollte bei jedem Patienten eine Kontrolle des Testosteronwertes im Blut erfolgen. Hauptursachen für Potenzstörungen sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes (50% der Patienten erleiden im Laufe ihres Lebens eine Störung der Erektionsfähigkeit) und Fettstoffwechselstörungen. Außerdem können bestimmte Medikamente und Erkrankungen wie die Multiple Sklerose zu Potenzstörungen führen.

Weitere Informationen
Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion
Immer mehr Männer leiden unter der Erektilen Dysfunktion

5. Wie wird Erektile Dysfunktion diagnostiziert?

In der Diagnose einer Potenzstörung spielt die Erhebung der Krankengeschichte mit einem ausführlichen Gespräch über das Sexualverhalten und die psychische Befindlichkeit eine entscheidende Rolle. Außerdem sollte immer eine körperliche Untersuchung und die Bestimmung der Hormonwerte im Blut erfolgen. Nach eventueller Durchführung einer nächtlichen penilen Tumeszenz- und Rigiditätsmessung (Messung unwillkürlicher Erektionen im Schlaf), einer Elektromyographie der Schwellkörpermuskulatur (Ableitung elektrischer Impulse bei Muskelkontraktionen) oder einer Dopplersonographie (Messung des Blutflusses in den Arterien) können die meisten Patienten einer passenden Therapie zugeführt werden. Kontrovers wird die direkte Medikamententherapie ohne vorhergehende Abklärung der Ursache der Erektilen Dysfunktion diskutiert, da in einem solchen Falle andere Erkrankungen wie beispielsweise ein Diabetes übersehen werden könnten.

Weitere Informationen
Urologe gesucht – gefunden

6. Wie kann Erektile Dysfunktion behandelt werden?

Neben der Behandlung zugrundeliegender Ursachen (gute Einstellung eines Diabetes, Nikotinstopp…) hat die Therapie der Erektionsstörungen in den vergangenen Jahren eine gewaltige Entwicklung erlebt. Der therapeutische Nihilismus hat einer effizienten, nebenwirkungsarmen und individualisierten Behandlung Platz gemacht. Zur Verfügung stehen folgende Therapiemöglichkeiten:

  • Orale Medikation
    Sildenafil (Viagra), Vardenafil (Levitra) und Tadalafil (Cialis) gehören zur selben Substanzklasse, den so genannten Phosphodiesterase-5-Hemmern, die bei sexueller Stimulation durch Senken der Reizschwelle die Erektion erleichtern. Gewisse Unterschiede bestehen im Wirkungseintritt und der Wirkdauer. Die Medikamente werden in der Regel gut vertragen. Bei der Einnahme gewisser Herzmedikamente dürfen sie jedoch nicht angewendet werden.
  • Intrakavernöse Injektion
    Durch das Einspritzen von Substanzen in den Schwellkörper, die zu einer Gefäßerweiterung und damit zum Bluteinstrom in den Penis führen, kann auch unabhängig vom Grad der sexuellem Stimulation eine Erektion erreicht werden. Die Gefahr dabei besteht in einer ungewollten verlängerten und schmerzhaften Erektion (Priapismus).
  • Prothesen
    Schwellkörperimplantate, die durch Druck auf ein Ventil die Erektion auslösen

Weitere Informationen
Erektile Dysfunktion – Hintergründe zum Tabuthema

7. Was ist Infertilität?

Von Infertilität (Zeugungsunfähigkeit) wird dann gesprochen, wenn trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs ohne Verhütung nach einem Jahr keine Schwangerschaft eingetreten ist (WHO-Definition). In Deutschland betrifft die ungewollte Kinderlosigkeit mittlerweile jede 6. Ehe (1,5 Millionen Paare). In etwa 40% der Fälle ist allein männliche Infertilität die Ursache, in 10% ist die Ursache bei beiden Partnern zu suchen.

Aufgrund der einfacheren Untersuchungsmöglichkeiten sollte beim Mann mit der Abklärung begonnen werden. Bei der männlichen Infertilität lassen sich verschiedene Formen unterscheiden:

  • Oligospermie:
    Verminderte Spermienzahl im Ejakulat
  • Azoospermie:
    Keine Spermien im Ejakulat
  • Asthenospermie:
    Verminderte Beweglichkeit der Spermien
  • Teratospermie:
    Vermehrt abnorme Spermaformen
  • Oligoasthenoteratospermie (OAT-Syndrom)
    Kombination aus Oligo-, Astheno- und Teratospermie

Wichtig ist auch der Fruchtzuckergehalt der Spermaflüssigkeit, da Fruchtzucker für die Ernährung der Spermien zuständig ist.

Weitere Informationen
Erektionsstörungen können Partnerschaft stark belasten

8. Wie wird männliche Infertilität diagnostiziert und therapiert?

Bei Abklärung männlicher Infertilität spielt eine gezielte Erhebung der Krankengeschichte mit familiärer Vorgeschichte, Hodenentwicklung in der Kindheit, mögliche Infektionen und Medikamenteneinnahme eine zentrale Rolle. Neben einer gezielten körperlichen Untersuchung (Behaarung, Körperentwicklung, Operationsnarben, Hodengröße, Nebenhoden und Samenstrang, Prostata und Urin) sind auch Hormonspiegel im Blut und eine Untersuchung des Ejakulats (Spermiogramm) von Bedeutung. Liegt nicht gerade eine entzündliche Ursache für männliche Infertilität vor, ist das Spektrum der möglichen medikamentösen oder anderweitigen Therapie leider auch heute noch sehr begrenzt. Oft ist die so genannte intrazytoplasmatische Injektion von Samenzellen in die Eizelle (ICIS), eine Form der künstlichen Befruchtung für kinderlose Paare der letzte Ausweg.

9. Was ist eine Varikozele?

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Auch eine krampfartige Erweiterung der Hoden versorgenden Venen, die so genannte Varikozele, kann zu einer Beeinträchtigung der Samenqualität und damit zu Infertilität führen. Symptome dabei sind häufig ein Schweregefühl im Hodensack und eine zunehmende Schwellung, vor allem im Stehen. Leiden Betroffene unter den Beschwerden oder der Kinderlosigkeit, kann eine Therapie ins Auge gefasst werden: Eine operative Durchtrennung der Vene (Vena spermatica). Damit lässt sich die Qualität des Spermas durch Aufhebung der Überwärmung im Hoden und der Blutabflussstörung in vielen Fällen verbessern. Die Schwangerschaftsrate wird allerdings nur unwesentlich erhöht (10-40%), weshalb die Therapie kontrovers diskutiert wird.

10. Wo finden Betroffene Hilfe?


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