Positionierung der Medizinischen Fakultäten zu Themen der ärztlichen Ausbildung

„Die auf dem 73. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag am 7. und 8. Juni 2012 präsentierten Erhebungen haben gezeigt, dass die Medizinstudierenden mit ihrem Studium durchaus zufrieden sind“, sagt Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Präsident des MFT. Der Vertreter der Studierenden (bvmd), Mathis Gittinger sprach in Bezug auf die deutsche Medizinerausbildung von einem „Exzellenzcluster eigener Art“. Deutlich wurde aber, dass Änderungen in der ärztlichen Ausbildung das Problem fehlender Hausärzte in ländlichen Regionen nicht beseitigen können. Hier sind andere Akteure in der Pflicht.

Gegen eine Verkürzung des Medizinstudiums auf fünf Jahre

Die Medizinischen Fakultäten lehnen den EU-Vorschlag ab, über eine Richtlinie Medizinerausbildungen in nur fünf Jahren zuzulassen. Diese rechtliche Option wird dazu führen, dass Druck ausgeübt wird, die Ausbildung in Deutschland zu verkürzen. Durch die weiter verpflichtend vorgegebenen Mindest-Unterrichtsstunden würde sich die Lehre so verdichten, dass sie weder von Studierenden noch von Hochschullehrern auf hohem Niveau zu leisten wäre. Die Medizinischen Fakultäten lehnen eine Konkurrenz innerhalb der Europäischen Union ab, bei der es am Ende nur um die kürzeste Studienzeit ginge.

Änderung des Zulassungsverfahrens nach Wartezeit

Die Medizinischen Fakultäten sehen die anwachsenden Wartezeiten auch für gut geeignete Studienbewerber mit Sorge. Sollten die deutschen Gerichte zukünftig eine Neuregelung der Zulassung zum Medizinstudium über die Wartezeit verlangen, empfehlen die Medizinischen Fakultäten eine schnelle Lösung durch die zuständigen Länder. In Betracht käme dabei ein leistungsgesteuertes Losverfahren, bei dem einerseits jedem Bewerber eine reale Chance auf einen Studienplatz eingeräumt wird, andererseits aber leistungsstärkere Studienbewerber entsprechend ihrer besseren Eignung Vorteile haben. Dabei sind Chancengleichheit und Verhältnismäßigkeit zu gewährleisten.

Angehende Ärztinnen und Ärzte wollen kurativ tätig werden

Die in Göttingen präsentierten wissenschaftlichen Studien haben übereinstimmend ergeben, dass ein sehr hoher Prozentsatz nach dem Examen als Ärztinnen und Ärzte berufstätig wird (über 90 Prozent) und die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland wächst. Entgegen der Behauptung berufsständischer Ärzteorganisationen gibt es keinen nennenswerten Ärzteschwund. Auch der Anteil an Ärztinnen und Ärzten, die dauerhaft im Ausland tätig sind, ist nach den repräsentativen Studien sehr gering. In Deutschland ausgebildete Ärztinnen und Ärzte gehen auch vorrangig in die deutsche Versorgung und streben einen Facharztabschluss an.

Die Vortragsfolien sind von der Homepage des MFT abrufbar:
http://www.mft-online.de/info-center/fakultaetentage

Kontakt:
MFT – Medizinischer Fakultätentag e.V.
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: 030/6449 8559-0;
E-Mail: berlin@mft-online.de

Belegexemplar erbeten

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