Polyneuropathie – wenn die Füße kribbeln, brennen und stechen

Der Stoffwechselexperte und Internist Dr. Alin Stirban erklärte seinen Gesprächspartnern den etwas sperrigen Namen der Krankheit: „Der Polyneuropathie liegen drei griechischstämmige Wörter zugrunde: poly = mehrere, neuro = Nerven und patho = Leiden. Also ist die Polyneuropathie ein Leiden mehrerer Nerven“, so Stirban. Ausgelöst wird die Krankheit oft – aber nicht immer – durch einen Diabetes mellitus. Und hier sind Typ-2-Diabetiker doppelt so oft betroffen wie Typ-1-Diabetiker, erklärt Dr. Stirban einem Anrufer. Man wisse außerdem, dass Frauen häufiger betroffen seien als Männer. Und je länger der Diabetes bestehe und je schlechter der Stoffwechsel eingestellt sei, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, eine Polyneuropathie zu entwickeln.

Die wichtigsten Symptome
Welche Symptome lassen nun auf eine beginnende Nervenschädigung schließen? „Frühzeichen sind ein verringertes Berührungs- und Sensibilitätsempfinden an den Füßen oder Händen“, erklärte der Diabetologe Prof. Burkhard Herrmann. Aber auch eine trockene und rissige Haut an den Füßen könne auf eine Polyneuropathie hinweisen, so der Experte. Typische Beschwerden sind außerdem Missempfindungen in den Extremitäten wie Kribbeln, Brennen und Schmerzen oder ein Taubheitsgefühl. Möglichst früh auf die Erscheinungen zu reagieren, ist ganz besonders wichtig: Das betonten alle Experten. Die Folgen einer Neuropathie können dramatisch sein, wie Dr. Stirban anschaulich beschrieb: „Das absolute Horror-Szenario“, so Stirban, „ist die Entwicklung eines so genannten diabetischen Fußes.“

Damit eine Polyneuropathie erst gar nicht entsteht
Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wie wichtig Vorbeugung ist. „Sie können einiges tun, um einer Neuropathie vorzubeugen“, appellierte Prof. Stracke. Besonders wichtig sei eine möglichst gute Blutzuckereinstellung. Dazu tragen eine gesunde Ernährung, die Vermeidung von Übergewicht und regelmäßige Bewegung erheblich bei. Auch Alkohol sollte gemieden werden. „Lassen Sie außerdem vom Arzt regelmäßig Ihre Füße untersuchen“, so Stracke. Mit sensiblen Geräten lässt sich eine Störung der Nervenfunktion nachweisen, bevor erste Beschwerden auftreten.

Im Anfangsstadium ist eine Heilung möglich
„Lässt sich eine Polyneuropathie heilen?“: Diese Frage lag vielen Anrufern besonders am Herzen. Im Anfangsstadium der Erkrankung sei das durchaus möglich, und die Nerven könnten sich wieder regenerieren, machte Prof. Stracke seinen Gesprächspartnern Mut. „Schreitet die Schädigung aber bis zu einem kritischen Punkt voran, ist der so genannte Point of no Return erreicht, und die Nervenfunktion kann nicht wieder hergestellt werden“, warnte der Experte. Dieser kritische Schädigungsgrad ist erreicht, wenn die Betroffenen nichts mehr spüren. Daher ist es wichtig, so früh wie möglich zu handeln und alle Möglichkeiten zu nutzen.

Das Übel an der Wurzel packen
Am Wichtigsten dabei sei eine optimale Stoffwechseleinstellung mittels maßgeschneiderter Diabetestherapie, erklärte Dr. Stirban. Zusätzlich gebe es Therapien, die nicht nur schmerzlindernd wirken, sondern auch das Fortschreiten der Polyneuropathie verlangsamen oder sogar stoppen könnten, wie z.B. eine hochdosierte Vitaminergänzung – etwa mit der Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin. „Bei den ersten Anzeichen einer Neuropathie ist es ratsam, ein Präparat mit dem Wirkstoff Benfotiamin einzunehmen“, empfahl auch der Diabetologe Prof. Stracke. „Es schützt die Nerven vor den schädlichen Auswirkungen des erhöhten Blutzuckers und wirkt so dem Voranschreiten der Erkrankung entgegen.“ Benfotiamin-Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

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