Polymere zum Staunen

Zu einer Entdeckungsreise auf den Spuren der Polymere und Kunststoffmaterialien lädt das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) zur Dresdner Langen Nacht der Wissenschaften am 10. Juni 2016, die unter dem Motto „Staunend durch die Nacht“ steht.

Wandelbar wie keine andere Werkstoffklasse lassen sich Polymermaterialien mit speziellen Eigenschaften und Funktionen für die verschiedensten Anwendungen maßschneidern. Schon heute sind sie in fast allen modernen Technologien unverzichtbar – sie stecken in jedem Computer oder Smartphone ebenso wie etwa in Leichtbaustrukturen für Flugzeuge oder medizinischen Implantatmaterialien. Und wenn es um innovative, nachhaltige, energieeffiziente und ressourcenschonende Technologien geht, um künftige Energiespeicherung oder neue regenerative Therapieverfahren, so bieten Polymere ein riesiges Potenzial.

Im Vortrag „Chemie am Limit“ (20.30 Uhr) zeigt Herr PD Dr. Hans-Georg Braun, wie Chemiker in die faszinierende Nanowelt molekularer Strukturen vordringen, um Einzelmoleküle verstehen, beeinflussen und nutzbar machen zu können. Anschauliche Beispiele verdeutlichen die Bedeutung dieser Forschungen – in Ultragiften der Natur etwa, z. B. dem Gift der Kobra, entscheiden Einzelmoleküle über ein schmerzfreies Leben oder den sicheren Tod.

In über 20 Labors und Technika erhalten die Besucher Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten. Vorgestellt werden neben international stark beachteten Ergebnissen auf dem Gebiet des extremen Leichtbaus mit faserverstärkten Kunststoffen (FVK, Foto) u.a. ein Projekt zur gezielten Arzneimittelfreisetzung aus Polymerfilmen bei der Behandlung von Knochendefekten sowie ein Verbundvorhaben mehrerer Leibniz-Institute zur Analyse der Verschmutzung der Ostsee mit Mikroplastik (MikrOMIK). Interessant für die Besucher ist sicher auch zu sehen, welche Werkzeuge und Methoden sich die Materialforscher für die Erzeugung spezifischer Material- bzw. Oberflächeneigenschaften zunutze machen: z. B. Falten auf mikroskopischer Ebene oder die Effekte von kaltem Plasma oder energiereichen Elektronen.

Die Labor- und Technikavorführungen sind anschaulich, verständlich und bestens für Schüler geeignet. Für Kinder im Grundschulalter (und evtl. Vorschulkinder) gibt es erneut eine Experimentalvorlesung mit Jürgen & Manuela (Dr. J. Pionteck und M. Heber, 18.15 Uhr) sowie Angebote zum Selbst-Experimentieren (ab etwa 19.15 Uhr).

Die Besucher können sich ihr Programm am IPF individuell zusammenstellen. Im Innenhof bietet der Lange-Nacht-Biergarten mit Grill und Live-Musik der Dresdner Band ZUGABE allen wissbegierigen Nachtschwärmern eine Erholungsoase, um Kraft für neue Streifzüge in die Welt der Wissenschaft zu tanken.

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