Polio, Grippe, Masernviren: Alte Bekannte und neue Bedrohungen

Sie sind keine eigenständigen Lebewesen, mikroskopisch klein und können sich nur in Zellen vermehren. Dennoch sind einige äußerst gefährlich und stellen für Mensch und Tier eine ernsthafte Bedrohung dar. Jedes Jahr macht ein neuer Erreger Schlagzeilen.

Viren sind das Thema des ersten Vortrags von „Medizin am Abend“, der gemeinsamen Vortragsreihe von Universitätsklinikum Heidelberg und Rhein-Neckar-Zeitung, im neuen Jahr. Am 22. Januar 2014 um 19 Uhr trägt der weltweit renommierte Heidelberger Infektionsforscher Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Ärztlicher Direktor des Departments Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, vor zu „Polio, Grippe, Masernviren : Alte Bekannte und neue Bedrohungen“. Die Veranstaltung findet im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, statt. Interessierte sind herzlich zum Vortrag und zum anschließenden Umtrunk eingeladen!

„Manche Viren wie das Polio-Virus, das die Kinderlähmung verursacht, waren bereits im alten Ägypten bekannt“, sagt Professor Kräusslich. Die Schluckimpfungs-Kampagnen seit den 60er Jahren haben Europa 2002 zur poliofreien Zone gemacht, doch das große Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die weltweite Ausrottung, konnte bislang nicht erreicht werden. Im Gegenteil: Nachlassende Impfhäufigkeit und mangelhafte Hygiene haben in Krisengebieten wie jüngst in Syrien die Erkrankung wieder aufflackern lassen.

Viren verwandeln sich und finden neue Verbreitungswege

„Bei der Bekämpfung dieser und anderer Infektionserkrankungen stehen wir vor immer neuen Herausforderungen“, sagt Professor Kräusslich. Einerseits sind Viren wie der Grippe-Erreger extrem wandlungsfähig und entwickeln ständig neues gefährliches Potential, so dass jährlich neue Impfstoffe entwickelt werden müssen. Andererseits bahnen vermehrte Reisetätigkeit und Klimaveränderungen Viren neue Verbreitungswege. Eine besondere Rolle spielen auch enge Kontakte von Mensch und Tier.

Dazu kommt eine schleichende Impfmüdigkeit, die nicht nur den eigenen Schutz vernachlässigt, sondern auch die Infektionsraten im unmittelbaren Umfeld nach oben treibt und für geschwächte Personen zum Verhängnis werden kann. Ein gutes Beispiel für vermeidbare, potentiell tödliche Infektionen, die in Deutschland immer wieder ausbrechen, sind die Masern.

Wie kann sich der Einzelne, wie die Gesellschaft gegen alte und neue Viren schützen? Grundlagenwissenschaft und die klinische Forschung müssen vorangetrieben, Impfstoffe und Arzneimittel entwickelt werden. „Entscheidend ist aber, dass wir alle die Möglichkeiten einer effektiven Impfung ausschöpfen, wo diese zur Verfügung steht, und so die Verbreitung von Infektionen verhindern“, so Professor Kräusslich. In seinem Vortrag wird es deshalb auch um die Chancen und möglichen Risiken von Impfungen gehen – sowie um die Risiken der Impfmüdigkeit.

Der Vortrag „Polio, Grippe, Masernviren : Alte Bekannte und neue Bedrohungen“ mit Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Ärztlicher Direktor des Departments Infektiologieam Universitätsklinikum Heidelberg, findet am 22. Januar 2014 um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, statt.

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Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 118.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

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des Universitätsklinikums Heidelberg und der
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Julia Bird
Referentin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
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4 / 2014
AT

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