Plakat ergänzt Schaubild zum Trauma Care Bundle für den Rettungsdienst

Wie das Trauma Care Bundle an der Schnittstelle zwischen Unfallstelle und Klinik hilft, berichtet Dieter Oberndörfer, Sachgebietsleiter des Frankfurter Instituts für Rettungsmedizin und Notfallversorgung. Der Beitrag ist veröffentlicht unter dem Titel „Strukturiert durch das Chaos“ auf www.dgou.de.

„Die auf einem Schaubild dargestellten Elemente sind leicht erfassbar: Sie ermöglichen, dass Rettungsdienstmitarbeiter und Notärzte in zeitkritischen Situationen schnell die richtige Behandlung durchführen und erhöhen damit die Handlungssicherheit“, sagt DGU-Generalsekretär Professor Reinhard Hoffmann. Damit sollen die Überlebenschancen von schwer verunfallten Patienten für die Zeitspanne zwischen deren Rettung am Unfallort und dem Eintreffen in einem Traumazentrum weiter verbessert werden.

Das Trauma Care Bundle besteht aus folgenden Maßnahmen:

• Freien Atemweg sicherstellen
• Thorax klinisch untersuchen und Atemfunktion sicherstellen
• Blutungen kontrollieren und geeignete Gefäßzugänge anlegen
• Bewusstseinslage, Motorik und Sensibilität erfassen
• Wirbelsäule und verletzte Extremitäten ruhigstellen sowie Wunden versorgen
• Wärmeerhalt sicherstellen

Das Trauma Care Bundle basiert auf der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung der DGU. Die über 400-seitige Leitlinie gibt über 250 Empfehlungen zur Versorgung von Patienten mit einem Polytrauma – vom Unfallort über den Schockraum bis hin in den OP. Für die über 600 Traumazentren, die an der Initiative TraumaNetzwerk DGU® teilnehmen, gelten diese Empfehlungen. Professor Gerrit Matthes, Leiter der DGU-Sektion Notfallmedizin, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS), hat die Maßnahmen mitentwickelt und sagt: „Als Unfallchirurgen sehen wir uns verantwortlich für die bestmögliche Versorgung Schwerverletzter – und das bereits am Unfallort. Das Trauma Care Bundle fasst die wesentlichen Maßnahmen zur effektiven und sicheren präklinischen Stabilisierung des Schwerverletzten auf einen Blick zusammen und wird deshalb von den Rettungsdiensten sehr nachgefragt.“

Hintergrund:
Die sogenannten Care Bundle stellen einen neuen Ansatz bei der Behandlung von bestimmten Risikogruppen dar. Die Idee dazu stammt aus den USA und zielt darauf ab, wissenschaftlich erwiesene Best-Practice-Elemente schnell verfügbar zu machen. Ein Care Bundle ist eine strukturierte Methode, um Behandlungsprozesse und -ergebnisse zu verbessern. Ein weiteres gutes Beispiel ist das Sepsis Care Bundle der amerikanischen Surviving Sepsis Campaign (SSC), dessen Einführung mit einer signifikanten Verringerung der Sterblichkeit verbunden ist.

Referenzen:
(1) Matthes G, Trentzsch H, Wölfl C, Paffrath S, Flohé S., Schweigkofler U, Ekkernkamp A, Schulz-Drost S für die Sektion Notfallmedizin, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. Wesentliche Maßnahmen zur prähospitalen Versorgung schwerverletzter Patienten – Das Trauma Care Bundle Unfallchirurg 2015 – 118:652-656
link.springer.com/article/10.1007%2Fs00113-015-0042-7
Zusendung der Publikation auf Anfrage möglich (Erlaubnis des Verlages liegt vor)

Bestell- und Downloadinformationen:
• Das Trauma Care Bundle steht zum Download zur Verfügung unter: www.dgu-online.de
Copyright: Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)
• Das Trauma Care Bundle kann als Aufkleber (A5) und Plakat (A2) für den Rettungswagen kostenfrei bestellt werden: office@dgu-online.de

Weitere Informationen:
www.dgu-online.de

Kontakt für Rückfragen:
Susanne Herda, Swetlana Meier
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU)
Straße des 17. Juni 106-108
10623 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 – 340 60 36 -06 oder -00
Fax: +49 (0) 30 – 340 60 36 21
E-Mail: presse@dgou.de
www.dgu-online.de

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