Pilzfelsen, Rothirsch und Bergarnika

(djd). Unvermittelt erhebt sich ein gewaltiger rötlicher „Pilz“ zwischen den Bäumen: Der 18 Meter hohe Kelchstein im Naturpark Zittauer Gebirge gilt als einer von wenigen imposanten Pilzfelsen weltweit und damit als geologische Rarität. Wanderer können in dem bemerkenswerten Naturpark noch viele weitere Sandstein-Formationen entdecken. Vulkanische Kuppen regen die Fantasie der großen und kleinen Besucher ebenso an wie die dichten Wälder, tief eingeschnittenen Täler und sattgrünen Wiesen der Region.

Und mit etwas Glück entdeckt man seltene Tierarten wie den Rothirsch und außergewöhnliche Pflanzen wie die Bergarnika. Besonders reizvoll ist ein zehn Hektar großes Gebiet rund um den 796 Meter hohen Berg Lausche. Auf der höchsten deutschen Erhebung östlich der Elbe fühlt sich selbst die Alpenspitzmaus wohl. Der Aufstieg wird mit einer malerischen Aussicht in die böhmische Bergwelt belohnt und macht Lust auf einen grenzüberschreitenden Ausflug. Alle Informationen gibt es bei der Touristischen Gebietsgemeinschaft Naturpark Zittauer Gebirge unter http://www.zittauer-gebirge.com und unter Telefon 03583-752139.

Der Kelchstein – eine geologische Rarität

Pilzfelsen wie den Kelchstein gibt es zum Beispiel in den Rocky Mountains und in Ägypten. Viele Millionen Jahre lang setzten Wind und Wetter dem Sandstein im Zittauer Gebirge zu. So formten sie diesen mysteriös wirkenden „Pilz“ mit einer sehr breiten Kappe auf einem schmalen Fuß. Die ziegelrote Färbung hat ihren Ursprung im eingelagerten Eisenoxid. Sie hebt sich malerisch von dem waldreichen Hintergrund ab. Kletterer lieben den Kelchstein. Er ist die größte sportliche Herausforderung im Zittauer Gebirge. Bizarr und besonders aufregend für Kinder wirken in der Ferienregion andere Sandstein-Formationen wie die „Brütende Henne“, die „Schildkröte“ und der „Papagei“ auf dem nahe gelegenen Töpfer.

Geführte Touren für Naturliebhaber

Die Sandsteinfelsen im Naturpark Zittauer Gebirge sind nicht nur schön anzusehen. Mit ihren ausgeprägten Längsbändern bieten sie ideale Nistmöglichkeiten für Uhus und Wanderfalken. Viele Tierarten entziehen sich aber gern neugierigen Blicken. Daher sollten Naturliebhaber hier am besten eine geführte Tour in Anspruch nehmen. Spezielle Kräuterwanderungen werden ebenfalls angeboten. Man kann man auch auf den zahlreichen Naturlehrpfaden, beispielsweise auf dem Lehrpfad der „Jonsdorfer Mühlsteinbrüche“, ganz für sich allein spannende Entdeckungen machen.

Im „Niederkretscham“ auf Schatzsuche gehen

Wer mehr über den steinernen Ursprung und die Geschichte des Zittauer Gebirges, seine Flora und Fauna wissen möchte, ist in einem alten Umgebindehaus in Waltersdorf genau richtig. Im „Niederkretscham“, ursprünglich errichtet im Jahr 1409, befindet sich heute eine Erlebnisausstellung für die ganze Familie. Hier kann man auf eine „überdachte“ Entdeckertour gehen und interaktiv viel über die Lebensräume im Naturpark Zittauer Gebirge erfahren. Dies gelingt zum Beispiel bei Filmvorführungen, an Hörstationen, in Gesteinskammern und einem Sagenraum.

Zelten vor Gebirgskulisse

Wer am liebsten in der freien Natur übernachtet, findet dazu zahlreiche
Gelegenheiten auf Campingplätzen im Naturpark Zittauer Gebirge: an einem See vor einzigartiger Gebirgskulisse, in einem Ferienpark mit Spielplatz und Riesenwalrossrutsche, direkt auf dem Bauernhof mit Hofladen oder auf einem der kleinsten Zeltplätze Sachsens.

Eine blühende Uhr

Natur und Kultur gehen auf dem Zittauer Kulturpfad eine enge Verbindung ein. Er umfasst 54 Einzeldenkmale, darunter das Zittauer Rathaus – das italienischen Palästen nachempfunden wurde – und die Fleischerbastei mit ihrer Blumenuhr am „Grünen Ring“. Das Ziffernblatt und die Ziffern bestehen aus einem Blumenbeet. Dreimal pro Jahr bepflanzen es die Gärtner neu mit insgesamt 4.000 Blumen.

Für Wanderfreunde eignet sich Zittau daneben als Start- und Zielpunkt für den Oberlausitzer Bergweg. Radfahrer können hier ihre Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg beginnen.

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