Pilotstudie zur Frührehabilitation von CI-Trägern-Informationstage für schwer hörbehinderte Menschen

In Deutschland gibt es jährlich ca. 16.000 Neuerkrankungen des Innenohrs, die zu einseitiger oder beidseitiger Ertaubung führen. Die dadurch entstehenden Einschränkungen bei der Teilnahme am alltäglichen Leben sind für normal hörende Menschen kaum vorstellbar.

Eine Behandlungsmöglichkeit stellen Hörschnecken-Prothesen, so genannte Cochlea-Implantate (CI) dar. Ein Cochlea-Implantat ist eine elektronische Innenohrprothese, die Menschen mit Schädigungen des Innenohres ein neues Hören ermöglicht. Das CI übernimmt die ausgefallenen Funktionen des Innenohres. Es leitet elektrische Reize direkt an den Hörnerv.

Nach Abschluss der medizinischen Erstanpassung müssen die Betroffenen das Sprechen und Hören nahezu völlig neu erlernen, da sich das Hören mit dem Cochlea-Implantat deutlich vom normalen Hören unterscheidet. Hörtraining und Sprachtherapie helfen den Patienten, die neuen, ungewohnten Höreindrücke richtig zuzuordnen.
Doch auch wenn ein gutes Sprachverstehen eintritt, bleiben für Patienten immer erhebliche Defizite, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen: Das Hören und Verstehen von Musik und der gefühlsbetonte Sprachausdruck (Prosodie).

Mit dieser Studie verfolgt das DZM in Zusammenarbeit mit der HNO-Universitätsklinik Heidelberg das Ziel , in Ergänzung zu den bereits bestehenden therapeutischen Hilfen, wie z.B. Logopädie, das Hören und Sprechen wieder für die persönliche Emotionalität zu erschließen. D.h. den Weg von der „Computerstimme“ und dem „Frequenzhören“ hin zum spontan-emotionalen Hören und Sprechen zu eröffnen.

Den therapeutischen Ausgangspunkt hierzu bildet der in der Musiktherapie eingesetzte so genannte „frühe“, vorsprachliche Dialog. Kleinkinder erlernen spielerisch in der Interaktion mit ihren Eltern die Grundlage für die spätere verbale Kommunikation.
Über musiktherapeutische Übungen können auch CI-Träger spielerisch ihre Fähigkeiten, Musik und Sprache zu hören und zu verstehen, trainieren. Die Patienten lernen, ihre Stimme als vollwertiges Instrument persönlicher und emotionaler Ausdrucksmöglichkeit zu gebrauchen. Weiterhin sollen sie erlernen, Musik nicht mehr als „lärmend“, sondern (wieder) als schön und ästhetisch zu erleben.

Interessierte CI-Träger können sich informieren unter:
06221 / 83 38 60 oder per E-Mail unter dzm@dzm-heidelberg.de

Damit sich auch Betroffene, d.h. Menschen, die noch kein Cochlea-Implantat tragen, ausführlich informieren können, finden am DZM in Heidelberg zu folgenden Terminen Informationstage statt:

18.04.2012 11.00 – 15.00 Uhr
25.07.2012 11.00 – 15.00 Uhr
07.11.2012 11.00 – 15.00 Uhr

Bei diesen Veranstaltungen stehen fachärztliche, psychologische und musiktherapeutische Experten als Referenten und Gesprächspartner zur Verfügung.
Weitere Informationen und Anmeldung:
Natascha Schettler-Brox, 06221 / 83 38 60

Die Tinnitusambulanz bietet laufend Kompakttherapien für Patienten mit chronischem Tinnitus an. Weitere Informationen für Patienten sind telefonisch erhältlich unter 06221 – 79 63 101 oder per E-Mail unter tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de.

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger In-stitut) DZM e. V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung, Praxis und Lehre unter einem Dach. Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation er-krankter Menschen.
Außer dem Forschungsinstitut gehört eine Tinnitusambulanz zum DZM.

Abdruck honorarfrei/Belegexemplar erbeten

Weitere Informationen:
Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung
(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Ansprechpartner: Natascha Schettler-Brox
Maaßstraße 32/1
69123 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 83 38 60
Telefax: +49 (6221) 83 38 74
E-Mail: dzm@dzm-heidelberg.de
Internet: www.dzm-heidelberg.de

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