Physiotherapie-Studierende auf Praktikumseinsatz in Kambodscha

Sechs Wochen lang werden die „Physiotherapie“-Studierenden Laurenz Hack und Lisa Sinn im Angkor Hospital for Children (AHC) in der kambodschanischen Stadt Siem Reap im Rahmen ihres Pflichtpraktikums im Einsatz sein. Das Kinderspital wird von der gemeinnützigen Organisation „Friends without a border“ betrieben, seit der Gründung 1999 wurden dort hunderttausende kambodschanische Kinder kostenfrei behandelt. Im Jahr 2005 war die Physiotherapeutin Maria Kormann dort erstmals als Freiwillige im Einsatz und legte damit den Grundstein für die jetzige Zusammenarbeit mit dem Studiengang „Physiotherapie“ an der FH JOANNEUM, wo sie mittlerweile als Lehrende tätig ist.

Sprachliche und andere Hürden

„Ich freue mich sehr, dass unsere Studierenden nun diese Möglichkeit haben – es ist eine Erfahrung fürs Leben“, sagt Kormann. „Sie bekommen Einblick in eine andere Kultur, werden improvisieren müssen, um sich mit den Kindern verständigen zu können, schlimme Krankheitsschicksale sehen – aber zugleich auch Kontakte in die ganze Welt knüpfen und die herzliche Mentalität der Menschen in Kambodscha erleben“, so Kormann. Besondere Herausforderung für die Studierenden wird es auch sein, mit unterschiedlichsten Diagnosen in den Bereichen Orthopädie, Neurologie sowie Innere Medizin bis hin zur Intensivstation konfrontiert zu sein.

Laurenz Hack und Lisa Sinn haben ein Studiengangs-internes Auswahlverfahren für sich entschieden und wissen erst seit Kurzem, dass sie im Mai 2012 nach Kambodscha fliegen werden. Laurenz Hack sieht das Praktikum als persönliche Horizonterweiterung: „Ich freue mich in einem völlig neuen Umfeld zu arbeiten und neue Denkweisen kennen zu lernen.“ Lisa Sinn stimmt zu: „Für mich ist es eine große Herausforderung, bei der ich sehr viel geben und für meinen persönlichen und beruflichen Weg sehr viel gewinnen kann“. Die Studierenden erhalten vom Rektorat der FH JOANNEUM eine finanzielle Unterstützung. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit ist geplant, das Auswahlverfahren für die Praktikumsplätze im Sommersemester 2013 läuft bereits.

Kormann hat drei Mal im AHC in Siem Reap physiotherapeutisch gearbeitet und kann den Studierenden daher viel organisatorische Arbeit abnehmen – zugleich hat sie auch fachlich den Boden für den Praktikumseinsatz bereitet: Da Physiotherapie in Kambodscha noch wenig etabliert ist, galt es bei ihrem ersten Einsatz 2005, die damit verbundenen Präventions- und Heilungsmöglichkeiten im Krankenhaus erst einmal bekannt zu machen. Mit Vorträgen und Informationsmaterial schulte Kormann interessiertes Krankenpersonal vor Ort, mittlerweile gibt es am AHC eine eigene Abteilung mit zwei ausgebildeten einheimischen Physiotherapeutinnen, Rany und Kimlay. Die beiden werden auch die österreichischen Gäste fachlich begleiten und beurteilen.

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