„Pflegeversicherung um eine ‚Programmleistung Demenz’ erweitern!“

Anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichtes und der überzeugenden Ergebnisse sagte Prof. Frank Weidner, Leiter des dip, in Köln: „Wir empfehlen gemeinsam mit dem Projektträger, das Leistungsspektrum der Pflegeversicherung um eine Programmleistung Demenz zu erweitern.“

Das Projekt EDe hat gezeigt, dass viele Familien durch ein systematisches Angebot von geeigneten Maßnahmen nachweislich entlastet werden und so die häusliche Pflegesituation stabilisiert werden kann. Zu den Maßnahmen, die erprobt wurden, gehören die zugehende Beratung, die Schulung der Familien zum Umgang mit Demenz im Alltag sowie zu Leistungs- und Unterstützungsangeboten. So können neue Freiräume für persönliche Bedürfnisse und Entlastung der pflegenden Angehörigen geschaffen werden. „Die eigens geschulten Gesundheitsberater, die die Familien wiederholt besucht und unterstützt haben, haben dort im wahrsten Sinne ganze Arbeit geleistet“, hob Prof. Weidner hervor.

Bislang sind als Leistungen in der Pflegeversicherung Geld-, Sach- und Kombileistungen vorgesehen. Mit der jetzt vorgeschlagenen Programmleistung Demenz könnten zukünftig verschiedene Leistungen, die insbesondere für Familien mit demenzkranken Mitgliedern in Frage kommen, besser kombiniert und um einen Case Management-Ansatz ergänzt werden. Damit könnte auch der Umzug von demenzkranken Menschen in ein Pflegeheim deutlich verzögert werden. Prof. Weidner erläuterte ferner, dass auch für Schlaganfallpatienten und andere Gruppen die Entwicklung eigener Programmleistungen in der Pflegeversicherung vorstellbar sei. Er schlug vor, die Erkenntnisse aus dem Projekt einer sozialökonomischen Begutachtung zu unterziehen und damit die Einführung von Programmleistungen ernsthaft zu prüfen.

Der Abschlussbericht kann ab sofort kostenlos unter <www.dip.de> heruntergeladen werden.

Das gemeinnützige Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

Kontakt:
Ursula Laag, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V., Köln
Tel: 0221 / 4 68 61 – 54
E-Mail: u.laag@dip.de
(idw, 05/2010)

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