Pflegeprofessoren fordern baldige Gründung einer Pflegekammer

Trotz der steigenden Relevanz der Pflegeberufe in der Gesellschaft und der großen Anzahl an Beschäftigten fehle der Pflege bis heute eine eigenständige Standesvertretung und damit eine Möglichkeit, ihre Interessen in politischen, gesetzgeberischen und gesellschaftlichen Diskursen angemessen deutlich zu machen, argumentieren die 21 Unterzeichnenden von fünf bayerischen Fachhochschulen. Mit der Einrichtung einer Pflegekammer würde diesem Missstand begegnet.
Als größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen leisten die knapp 100.000 beruflich Pflegenden in Bayern einen ganz wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Gesundheit in der Bevölkerung. In Zeiten des demographischen Wandels wird die Pflege im Alter entscheidend durch beruflich Pflegende aufrechterhalten, professionell und menschenwürdig gestaltet.

Zugleich wächst in den Pflegestudiengängen in Bayern, Pflege- und Gesundheitsmanagement, Pflegepädagogik und Pflege dual, der Anteil an akademisch gebildeten Pflegenden, deren Ziel es ist, in verschiedenen Bereichen die Qualität der Versorgung zu sichern und zu verbessern.
Die Pflegekammer würde als gesetzliche Standesvertretung die Belange der Pflegenden in der Politik, bei Behörden und vor Gerichten vertreten. Gleichzeitig könnte sie die Versorgungsqualität in Einrichtungen und Krankenhäusern sichern und dem drohenden Mangel an qualifizierten Pflegenden entgegenwirken. Die Etablierung einer Pflegekammer kommt damit nach Einschätzung der Professorinnen und Professoren der Pflegestudiengänge in München, Nürnberg, Deggendorf und Regensburg allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern zugute.

Kontakt:
Prof. Dr. Johannes Kemser
Dekan des Fachbereichs Pflege
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Preysingstr. 83
D-81667 München
johannes.kemser@ksfh.de

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