Pflegemittel im Alltag: Wer trägt die Kosten?

Hüftfraktur, Pflegemittel

Manchmal kommt es über Nacht, manchmal geht der Prozess schleichend voran: eine Person erkrankt und kann sich im Alltag nicht mehr alleine versorgen. Familienmitglieder springen ein und übernehmen die Pflege des Angehörigen.

Pflegebedürftige brauchen Hilfsmittel, wobei im Einzelfall zu entscheiden ist, welche Hilfsmittel nötig sind. Denn diese hängen stark von der Erkrankung ab. Fakt ist, dass viele Pflegebedürftige in die eigene Tasche greifen, um einen Rollator oder ein Pflegebett selbst zu bezahlen. Der Grund ist, dass sie keine Kenntnis davon haben, welche Ansprüche sie geltend machen können.

Die Kosten summieren sich schnell auf ein hübsches Sümmchen und belasten die Haushaltskasse über Gebühr. Das muss nicht sein.

Wird ein Familienangehöriger zum Pflegefall, dann ist die emotionale Belastung hoch. Doch die finanzielle Seite dürfen Angehörige nicht aus den Augen verlieren, sondern holen, was ihnen und dem Pflegebefürftigen zusteht.

Pflegemittel – Was zahlt die Krankenkasse?

Eine Krankenkasse übernimmt Kosten für Pflegemittel, die medizinisch notwendig sind und ärztlich verordnet werden. Allerdings übernimmt sie in der Regel nur ein Teil, der Rest muss vom Kranken dazu bezahlt werden. Hilfsmittel sind dazu geeignet, rein körperliche Einschränkungen auszugleichen. Typische Beispiele dafür sind:

  • Gehhilfen
  • Hörhilfen
  • Orthopädische Hilfen


Die zuschussfähigen Hilfsmittel sind im Hilfsmittelkatalog zusammengefasst. Dieser untergliedert sich in acht Bereiche:

  1. Absauggeräte für Atmungsorgane: Darunter fallen Absauggeräte inklusive Rohre und Masken
  2. Adaptionshilfen im häuslichen Bereich: Damit sind Hilfen zum Anziehen und Ausziehen, Essen, Greifen, Schreiben, Lesen etc. gemeint.
  3. Applikationshilfen: Darunter fallen Aufzieh- und Dosierhilfen, Spritzen, Insulin-Pens und Pumpen, Ernährungsbeutel, Infusionsständer etc.
  4. Badehilfen: Lifte, Sitze, Hocker, Griffe, Liegen, Badewanneneinsätze u.v.m.
  5. Bandagen: Bandagen in vielerlei Ausführung für sämtliche Körperteile
  6. Bestrahlungsgeräte: UV-Licht
  7. Blindenhilfsmittel: Blindenstöcke, elektronische Blindenleitgeräte, Körperschutzgeräte, mobile Braillezeilen/Displays, spezielle Tastaturen, spezielle Stifte und Griffel
  8. Einlagen: Diverse Ausführungen für Fuß-/Schuheinlagen

Eine umfassende und verständliche Übersicht der Hilfsmittel für behinderte und schwerbehinderte Menschen ist einsehbar unter www.rehadat-hilfsmittel.de/.

Die Hilfsmittelverzeichnisse sind nicht abschließend, sondern stellen eine umfassende Aufzählung dar. Es kann auch vorkommen, dass spezielle Hilfen nötig werden, die nicht in einem der Kataloge zu finden sind. Der Arzt muss die medizinischen Notwendigkeiten explizit begründen. Kann er das nicht, müsst Betroffene selber zahlen.

Nicht verordnungsfähig sind zum Beispiel Hilfsmittel, die auch im allgemeinen täglichen Gebrauch zu finden sind. Hier sind zum Beispiel Dinge wie Heizdecken oder Kleingeräte für den Haushalt gemeint. Auch, wenn Hilfsmittel relativ günstig sind, übernimmt die Krankenkasse nichts. Typische Beispiele hierfür sind Applikatoren für Salben, Augenklappen oder Gummihandschuhe. Je nach Krankheitsbild kann allerdings auch hier die Krankenkasse etwas zuschießen, es ist eine Einzelfallentscheidung und Nachfragen bringt Klarheit. Generell übernehmen Krankenkassen keine Kosten, wenn der Nutzen aus therapeutischer Sicht nicht bewiesen ist. Auch schränkt die Krankenkasse die Übernahme von Hilfsmitteln ein, die überdurchschnittlich viel kosten. Oder anders formuliert: Die Krankenkasse besteht darauf, nur die Kosten für eine Standardausführung zu übernehmen. Doch das ist manchmal aus Sicht der Betroffenen nicht genug.

Beispiel: Ein junger, gehbehinderter Patient wünscht sich einen Rollstuhl mit ganz speziellen optischen Ausstattungsmerkmalen. Sein neuer Rollstuhl soll farbenfroh sein, Platz für Handy, Getränke und anderes Utensilien bieten, eine spezielle Halterung für sein Tablet bieten und außerdem eine Akkuladestation aufnehmen. Die Krankenkasse würde auch für diesen jungen Patienten nur den Standard-Rollstuhl bezahlen. Konfiguriert der Betroffene seinen Rollstuhl selbst, muss er die Mehrkosten selber bezahlen.

Kredit als Ausweg: Sonderwünsche und nötige Extras selber finanzieren

So verständlich der Wunsch des jungen Patienten ist, so logisch ist die Ablehnung durch die Krankenkasse. Der Mehraufwand für den besonderen Rollstuhl kann unter Umständen über 1.000 € ausmachen, denn eine Extralackierung kostet, die Zusatzbauteile müssen ebenfalls angeschafft und montiert werden. Das geht ins Geld.

Der Rollstuhl ist nur ein Beispiel, es gibt noch viele andere Möglichkeiten, die Grundform eines nötigen Hilfsmittels den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen anzupassen. Um diese persönlichen Anforderungen zu erfüllen, sind Kredite in geringer Höhe eine denkbare Lösung. Unter www.blitz-kredite.com/ können Interessierte in kurzer Zeit ein konkretes Angebot anfordern. Die Kredite sind für jeden Verwendungszweck einsetzbar und auch für die Finanzierung von Hilfsmitteln geeignet. Bereits ab 500 € stehen frei verwendbaren Kredite bereit.

Zuzahlungsbefreiung nutzen: Nicht immer müssen Betroffene einen Eigenanteil leisten

Alle Patienten über 18 Jahre sind von Zuzahlungen betroffen. Der Anteil ist unterschiedlich hoch. Alle Hilfsmittel, die zu den Verbrauchsgütern gehören, also nach Benutzung entsorgt werden, schlagen zum Beispiel mit 10 % Eigenanteil zu Buche. Ein Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung können diejenigen stellen, deren Jahresbruttoeinkommen zu niedrig ist. Beträgt die Eigenbeteiligung mehr als 2 % des Jahresbruttoeinkommens, wird die Zuzahlungsbefreiung genehmigt.

Welche Kosten trägt die Pflegekasse?

Werden Patienten zu Hause gepflegt, liegt also eine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes vor, erhalten Sie von der gesetzlichen Pflegekasse weitere Zuschüsse. Dabei geht es um Pflegehilfsmittel und um Mittel, die nötig sind, um das Wohnumfeld zu verbessern. Grundsätzlich muss es immer so sein, dass ein Pflegehilfsmittel den Betroffenen eine weitgehend selbstständige Lebensführung ermöglicht.

Pflegemittel dienen nicht alleine dem Gepflegten, sondern auch dem Pflegenden. Ein Pflegebett ist zum Beispiel für Pflegende und Gepflegte eine echte Hilfe, genauso wie auf Stehhilfen und Gehhilfen. Desinfektionsmittel, Hausnotrufsysteme und Einweghandschuhen gehören genauso dazu, wie Hautpflegecremes oder Bettpfannen.

Betroffene müssen genau unterscheiden, was Pflegemittel was Pflegehilfsmittel sind, um die Anträge an der richtigen Stelle einzureichen. Manche Hilfen sind gleichzeitig der Krankenkasse und der Pflegekasse zuzuordnen, so ist es zum Beispiel beim Pflegebett. Es ist im Hilfsmittelkatalog der Krankenkassen und im Katalog der Pflegekasse, einsehbar unter www.pflegering.de/,  enthalten. Hier ist entscheidend, mit welcher Begründung die Verordnung vom Arzt ausgestellt wird. Soll mit dem Bett

  • Pflegebedürftigkeit vermieden,
  • eine Krankheit gelindert oder
  • eine Behinderung ausgeglichen werden,

ist die Krankenkasse der richtige Partner Ansprechpartner. In allen anderen Fällen ist die Pflegekasse zuständig.

Praxistipp: Es hat sich bewährt, vor der Anschaffung von Hilfsmitteln, deren Zuordnung unklar ist, bei der Pflegekasse und bei der Krankenkasse anzurufen und nachzufragen. Bei manchen Hilfsmitteln, die stärker ins Geld gehen, verlangen die Kassen einen Kostenvoranschlag. Es ist ratsam, sich eine schriftliche Bestätigung über die Kostenübernahme geben zu lassen, um nicht später die Rechnung alleine tragen zu müssen.

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