Pflegemanagerinnen gewinnen Hochschulpreis-Preis der Evangelischen Hochschule Berlin

Erstmals geht der „Gräfin von der Schulenburg-Preis“ der Evangelischen Hochschule
Berlin an zwei Absolventinnen aus dem Studiengang Pflegemanagement. Die Diplom-
Pflegemanagerinnen Yve Weidlich und Andrea Schmiedtke teilen sich die mit 1.000 EUR dotierte
Auszeichnung und verweisen ihre Mitstreiter/-innen aus den Studiengängen Soziale Arbeit,
Evangelische Religionspädagogik und Bachelor of Nursing auf die Plätze. Mit ihrem wissenschaftlich
fundierten und qualitativ hochwertigen Vortrag zum Thema „Berufseinmündung von Absolventinnen und
Absolventen des Studiengangs Pflegemanagement der EHB“ überzeugten sie die fünfköpfige Jury und
das Publikum des fast voll besetzen Audimax der EHB.

In ihrer anschließenden Laudatio hob die betreuende Professorin Dr. Olivia Dibelius, Beauftragte des
Studiengangs Pflegemanagement, besonders die gesundheits- und hochschulpolitische Aktualität des
Themas und die sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsleistung der Autorinnenarbeit
hervor. Sie hätten, so Dibelius, mit dieser Arbeit eine Lücke geschlossen und hoffe, dass damit auch
neue Impulse für künftige Arbeiten auf diesem Forschungsgebiet gesetzt werden.

Für ihre Untersuchung zur Berufseinmündung sichteten die Autorinnen rund 600 ausgeschriebene
Stellenprofile im Fachgebiet, führten Experteninterviews und bezogen eine umfassende
Absolventenbefragung des Studiengangs in die Auswertung mit ein. Dabei stellten sie fest, dass
Pflegemanager/-innen zwar häufig eingestellt werden und auch in den entsprechenden qualifizierten
Arbeitsfeldern arbeiten, sie jedoch zuvor keinerlei Unterstützung im Bereich Karriereplanung und
interne akademische Weiterentwicklungen vom Arbeitgeber erhalten. Damit wird vor dem Hintergrund
eines immer eklatanteren Mangels an qualifizierten, akademischen Fachkräften auf dem Pflegemarkt
viel Potenzial verschenkt. Besonders deutlich zeigt die Arbeit, dass es von Seiten der
Wirtschaftsunternehmen weder eine weitergehende, strukturierte Personalentwicklung für Mitarbeiter/-
innen z. B. für ein Studium gibt, noch die Bereitschaft fehlt, die individuelle, akademische
Karriereplanung des bestehenden Personals zu fördern.

Die Empfehlung der Autorinnen an dieser Stelle geht sowohl an die Arbeitgeber, hier aktiv zu werden,
als auch an die Hochschulen, sich mit dem Markt zu vernetzen und Ausbildungsziele sowie -inhalte
abzustimmen und mit zu gestalten. Dabei spielt eine kontinuierliche hochschulinterne Evaluation,
Kontaktpflege zu Absolventinnen und Absolventen sowie deren Bindung an die Ausbildungsstätte –
gerade im Hinblick auf Lehre und Forschung – sowie auch das berufliche Netzwerk eine entscheidende
Rolle.

Die Autorinnen:
Yve Weidlich ist gelernte Krankenschwester und arbeitet seit über 20 Jahren in diesem Beruf. Nach
ihrer Weiterbildung zur Fachschwester Intensivpflege und Anästhesie und danach zur Stationsleitung
ist sie seit 1992 als stellvertretende und Stationspflegeleitung im Intensivbereich tätig. Seit 2007 studiert
sie neben ihrer Berufstätigkeit im Studiengang Pflegemanagement. Beruflich strebt Yve Weidlich eine
Tätigkeit im Bereich Projektmanagement z.B. in Forschungsprojekten an.
Seit 1991 ausgebildete Krankenschwester arbeitete Andrea Schmiedtke in den Bereichen
Intensivpflege, Rettungsstelle und Endoskopie. Dort war sie nach verschiedenen Fort- und
Weiterbildungen über viele Jahre als stellvertretende und Stationspflegeleitung tätig. Sie absolvierte
von 2007 bis 2011 das Diplomstudium Pflegemanagement an der EHB. Ihr Ziel ist eine berufliche
Tätigkeit, die der neu erworbenen Qualifikation entspricht.

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