Pflegekinder – Herkunftsfamilien im Fokus / 23. Tag des Kindeswohls an der Frankfurt UAS

Die Grußworte zum Auftakt dieser Veranstaltung werden der Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, und der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Peter Feldmann, sprechen.

„Ich freue mich, dass der ‚Tag des Kindeswohls‘ nun erstmals auch in unserer Stadt und an unserer Hochschule stattfindet. Dieser Fachtag ist ein anerkanntes Forum zum wissenschaftlich fundierten Austausch über die Situation und über die Rechte von Kindern, die von ihren leiblichen Eltern vernachlässigt, misshandelt bzw. sexuell missbraucht wurden und nun auf Dauer in einer Pflegefamilie leben“, so Prof. Dr. Maud Zitelmann, Professorin für Pädagogik der frühen Kindheit an der Frankfurt UAS, zum Tag des Kindeswohls.

Die diesjährige Veranstaltung richtet sich insbesondere an Fachkräfte, die mit Pflegefamilien und den Herkunftsfamilien von Pflegekindern arbeiten, aber auch an Pflegeeltern und Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit. Die Referentinnen und Referenten beschäftigen sich aus interdisziplinärer Perspektive unter anderem mit dem Forschungsstand zu den Problemlagen leiblicher Eltern, mit der Situation von Kindern, die im Spannungsfeld von leiblichen Eltern und Pflegeeltern aufwachsen, mit der Inobhutnahme und einer therapeutisch begleiteten Anbahnung von Pflegeverhältnissen sowie mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und den neueren Entwicklungen im Bereich des Kindschaftsrechtes.

Die Organisatorin der Veranstaltung von Seiten der Hochschule, Prof. Dr. Maud Zitelmann, setzt sich schon lange in Lehre und Forschung mit dem Kindeswohl auseinander und engagiert sich zugleich als Vorsitzende des Kuratoriums der „Stiftung zum Wohl des Pflegekindes“. „In der diesjährigen Tagung“, so Zitelmann, „geht es um die fachlich wie auch menschlich schweren Aufgaben, die sich Gerichten, Jugendämtern und pädagogischen Einrichtungen stellen, wenn das Kind und seine Eltern auf Dauer voneinander Abschied nehmen. Es geht um die Entstehung und Folgen der oft weitreichenden Einschränkungen der Erziehungsfähigkeit vernachlässigender und misshandelnder Eltern. Es geht um die Chance für das traumatisch belastete Kind, sich im zweiten Anlauf auf eine andere, befriedigende Eltern-Kind-Beziehung einzulassen – und auch darum, diese für das Kind so wichtige Beziehung im Rahmen der anstehenden Reform des Pflegekinderrechtes wirksam und dauerhaft zu schützen.“

Für ihre wegweisende Arbeit wurde Zitelmann 2013 mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet. Das Land Hessen honoriert damit außergewöhnliches Engagement in der Lehre und die gezielte Förderung von Studierenden. Die Professorin für Pädagogik der frühen Kindheit und Expertin für Kinderschutz und Kindeswohl engagiert sich im Rahmen ihrer Lehre, Forschung und Praxis gegen die strukturell und historisch tief verankerte Gewalt gegen Kinder in Familien und Institutionen.

Die „Stiftung zum Wohl des Pflegekindes“ stellt das Kind als Subjekt in den Mittelpunkt. Der Blickwinkel des Kindes steht repräsentativ und charakteristisch für die Arbeit der Stiftung. Die Stiftung besteht seit 1992 und unterstützt Pflegekinder, Eltern und Fachkräfte. Sie setzt sich für das Wohlergehen von Pflegekindern ein und nimmt Einfluss auf Entwicklungen im Pflegekinderwesen.

Termin: Montag, 29. Februar 2016, 09:45-17:15 Uhr

Veranstaltungsort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Gebäude 4, Audimaxx

Kontakt und Anmeldung: Stiftung zum Wohl des Pflegekindes, Lupinenweg 33, 37603 Holzminden, Telefon: 05531/5155, kontakt@stiftung-pflegekind.de

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter:

Näheres zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS:

Programm

„Inobhutnahme als Chance“
Prof. Dr. phil. Maud Zitelmann, Frankfurt University of Applied Sciences, Frankfurt am Main

„Eltern, die ihre Kinder gefährden – aus wissenschaftlicher Sicht“
Prof. Dr. med. Roland Schleiffer, Universität Köln

„Das Pflegekind im Spannungsfeld zwischen leiblichen Eltern und Pflegeltern“
Priv. Doz. Dr. med. Karl Heinz Brisch, Leiter der Abteilung Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie, LMU -Klinikum der Universität München, Dr. von Haunersches Kinderspital

„Konzepte zur Arbeit mit Herkunftseltern“
Dipl. Psych. Martin Janning, Leiter des Psychologischen Dienstes, Kinderheim Rheine

„Elternrechte und Kindeswohl: Rechtsprechung des BVerfG“
RA Peter Hoffmann, Rechtsanwalt, Hamburg

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