Pflege im Alter ist keine Selbstverständlichkeit

Die Zahl der Senioren hat in Deutschland stark zugenommen und mit ihr die Zahl an pflegebedürftigen Menschen: Je nachdem, ob sie ambulant, teil- oder vollstationär betreut werden müssen, erhalten sie die Pflegestufe I, II oder III. Sie entscheidet darüber, welche Leistungen von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden.

Fallen die Pflegekosten allerdings höher aus als die gezahlten Leistungen, muss die Differenz aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Tatsächlich stehen deshalb immer mehr Senioren vor dem Problem, dass sie die Kosten für ihre Pflegebedürftigkeit nicht mehr aufbringen können. Sie sind auf zusätzliche Sozialleistungen vom Staat (u.a. sogenannte Nachbarschaftshilfe) angewiesen – und auf die Unterstützung durch ihre Familie. Aber was ist, wenn der nächste Angehörige mehrere hundert Kilometer weit weg wohnt?

Umzug ermöglicht Pflege durch die Familie

Je nachdem, in welcher Pflegestufe ein Angehöriger ist, kann ihm die Familie unterstützend zur Seite stehen – wenn er sich die Pflegekosten nicht leisten kann. Vor allem in der Stufe I ist es durchaus noch möglich, ohne geschultes Personal die Pflegebedürftigkeit von Senioren zu unterstützen. Sie besagt, dass mindestens einmal am Tag Hilfe bei der Grundpflege (u.a. Hygiene, Ernährung oder Mobilität) benötigt wird und mehrmals in der Woche Hilfe bei hauswirtschaftlichen Aufgaben (u.a. Einkauf, Wäsche waschen). All das sind Tätigkeiten, die durchaus ein Familienmitglied übernehmen kann, sofern es sich zeitlich vereinbaren lässt. Wichtig ist jedoch, dass die zu pflegende Person in der Nähe lebt. Ist dem nicht so, sollte man zuerst das Internet nach neuen Wohnungen durchforsten und einen Umzug des Angehörigen ermöglichen. Nur so kann die Familie in die Pflege mit eingespannt werden.

Pflegestufen II und III sind nicht zu unterschätzen

Auch wenn sich die Familie anbietet, sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen zu kümmern, so mangelt es ihnen dennoch an der notwendigen Ausbildung zum Altenpfleger. Nur er ist physisch und psychisch in der Lage, eine pflegebedürftige Person der Stufe II oder III fachgerecht zu versorgen. Und das rund um die Uhr – so viel Zeit haben die meisten Familienmitglieder gar nicht, um mehrmals am Tag, sieben Tage die Woche nach ihrem Angehörigen zu schauen. In dem Fall macht es wesentlich mehr Sinn, die Pflegebedürftigkeit mithilfe finanzieller Mittel zu unterstützen. Dafür muss man nicht einmal in die Nähe ziehen, dafür kann man aber durch die Finanzspritze einem Angehörigen unter die Arme greifen. So oder so werden auch in naher Zukunft immer mehr pflegebedürftige Senioren auf die Hilfe ihrer Familien angewiesen sein.

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