Paul-Ehrlich-Institut in Ausschuss für Human-Arzneimittel der EMA gewählt

Der Ausschuss für Humanarzneimittel CHMP ist das zentrale Gremium für die Bewertung von Arzneimitteln für den Menschen. Seine Beurteilung bildet die Grundlage der Entscheidung der Europäischen Kommission für oder gegen die Zulassung eines neu entwickelten Arzneimittels für den europäischen Markt. Jeder Mitgliedstaat der Europäischen Union stellt ein Mitglied des CHMP, in Deutschland ist dies derzeit das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM. Der Ausschuss hat die Möglichkeit, zusätzlich notwendige Expertise durch die Hinzuwahl (Kooptierung) von weiteren Mitgliedern zu ergänzen. Als notwendige Ergänzung wurde der Bereich ‚Qualität und Sicherheit biomedizinischer Arzneimittel einschließlich neuartiger Therapien (advanced therapies)‘ identifiziert, der einen wesentlichen Teil der besonderen Expertise des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) umfasst. Nach Ausscheiden des vorherigen CHMP-Mitglieds des PEI beschloss der CHMP, erneut ein kooptiertes Mitglied für diesen Bereich zu berufen. In der Oktober-Sitzung des CHMP konnte sich Jan Müller-Berghaus bei der Abstimmung gegen zwei andere Kandidaten durchsetzen. Er bringt die Expertise des Paul-Ehrlich-Instituts im Bereich der Impfstoffe, aus Plasma und rekombinant hergestellten Blutprodukte, Allergene, Sera und Antikörper sowie Zell- und Gentherapeutika ein.

„Die Wahl von Jan Müller-Berghaus zeigt, dass die EMA und deren Ausschuss für Humanarzneimittel die Expertise, Kompetenz und das Engagement des Paul-Ehrlich-Instituts und seiner Mitarbeiter wertschätzen und auch zukünftig weiter nutzen wollen“, erklärt der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Prof. Klaus Cichutek. „Seit 1995 ist das Paul-Ehrlich-Institut ununterbrochen zunächst als ordentliches Mitglied und später als kooptiertes Mitglied im CHMP vertreten. Diese Tatsache betrachte ich auch als Anerkennung der Leistungen unserer Wissenschaftler in diesem und vielen anderen Gremien der EMA. Das Paul-Ehrlich-Institut wird auch in Zukunft die EMA und das Netzwerk der europäischen Arzneimittelagenturen maßgeblich bei ihrer Tätigkeit unterstützen “ so Cichutek weiter.

Müller-Berghaus: „Ich freue mich darauf, mit Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen zur Wirksamkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit hochmoderner biologischer Arzneimittel europaweit beitragen zu können. Der Dialog mit Patientenvertretern, Ärzten und Entwicklern ist außerordentlich wichtig und soll in Zukunft weiter intensiviert werden.“ Die Zulassung innovativer, neuer Arzneimittel ist ein wichtiger Baustein effektiver Medizin.

Müller-Berghaus studierte von 1984-1990 an der Ruhr-Universität Bochum und erhielt von 1991 bis 1998 seine Ausbildung zum ‚Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin‘ an der Universitätskinderklinik Köln. Anschließend ging er für vier Jahre als Forscher in die USA, u.a. mit einem Stipendium der Dr. Mildred-Scheel-Stiftung für Krebsforschung. Von 2002 bis 2005 war Müller-Berghaus Mitarbeiter einer translationalen Forschergruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), die sich mit der Entwicklung von Immuntherapien für das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) befasste. 2005 konnte das Paul-Ehrlich-Institut ihn als Mitarbeiter in der Abteilung Immunologie gewinnen, wo er seit 2007 das Fachgebiet ‚Mono und Polyklonale Antikörper‘ leitet. Müller-Berghaus ist bereits Mitglied der Scientific Advice Working Party (SAWP) und der Rheumatology / Immunology Working Party (RIWP) des CHMP.

Scroll to Top