Patiententag: Technik Update für Cochlea-Implant Träger

Die Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Marburg lädt zu einem Patiententag ein. Am Samstag, 28. April 2018, von 11:00 Uhr bis 14:30 Uhr, können Patienten, Betroffene und Interessierte in Vorträgen sowie an Info-Ständen neueste technische Entwicklungen zu Cochlea-Implantaten erfahren. Neben den medizinischen Experten werden auch Kooperationspartner wie Hersteller von Cochlea-Implantaten vor Ort für Fragen zur Verfügung stehen.

Das operative Verfahren zur Einsetzung von Cochlea-Implantaten (CI) ist heute standardisiert und komplikationsarm. Doch mit der mikrochirurgischen Operation allein erreichen hörgeschädigte Menschen ihre Hörfähigkeit noch nicht zurück. Erst der erlernte Umgang mit dem Implantat sowie dem zugehörigen Soundprozessor verhilft zu neuem Hören von Sprache und Geräuschen.

„Daher ist es für Betroffene beziehungsweise für die Träger eines CI sehr hilfreich, wenn sie regelmäßig über die technischen Neuerungen informiert werden, damit sie ihre Hörhilfe optimal nutzen können“, erläutert Prof. Dr. Boris A. Stuck, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde die Idee der Patienten-Veranstaltung: „Daher laden wir alle implantierten Patienten herzlich ein, sich bei unseren Experten des Universitätsklinikums sowie auch bei den Herstellern und Kooperationspartnern über neueste Entwicklungen zu informieren“.

Mit einem Cochlea Implantat können ertaubte Menschen wieder hören lernen, vorausgesetzt die Taubheit beruht auf einem Ausfall der Sinneszellen (Haarzelle) in der Cochlea (Hörschnecke) und der Hörnerv ist intakt. Ein Cochlea Implant (CI) wandelt Schall in elektrische Impulse um und stimuliert hiermit die Hörnervenfasern der Hörschnecke, was zur Wahrnehmung von Tönen, Geräuschen und Sprache führt. „Im Rahmen einer anspruchsvollen mikrochirurgischen Ohroperation muss der Elektrodenträger des CI-Systems in die Hörschnecke eingeführt und der Stimulator (Implantat) unter die Haut implantiert werden“ erläutert Oberarzt Dr. Rainer M. Weiß, Leiter der Sektion Mittelohrchirurgie und implantierbare Hörsysteme und Leiter des Cochlea-Implant-Zentrum Marburg. „Nach einer Operation lassen wir das Ohr vier Wochen heilen, dann folgen die Anpassungstermine und etwa nach drei Monaten ist ein Cochlea Implantat in der Regel soweit eingestellt, dass mit der Hör-Rehabilitation begonnen werden kann“, erklärt Dr. Jochen Müller-Mazzotta, Leiter der Audiologie der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Das Cochlea Implantat stellt seit vielen Jahren eine praxistaugliche Neuroprothese für den Gehörsinn dar. Am Universitätsklinikum Marburg werden bereits seit 2002 gehörlos geborene Kinder, nach der Erlernung der Sprache ertaubte Kinder sowie Erwachsene mit dieser Innenohrprothese erfolgreich versorgt. Die Cochlea- und Mittelohr-Implantatversorgung bei Kindern wird durch die Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik begleitet. Deren Chefärztin, Prof. Dr. Christiane Hey erklärt: „Wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung einer kindlichen Hörstörung sind die frühzeitige Erkennung und Versorgung, die Einbettung in die erforderlichen Förder- und Therapiemaßnahmen sowie die regelmäßigen pädaudiologischen Verlaufskontrollen der Hör- und Sprachentwicklung. Ist dies gegeben, hat ein gehörlos geborener Mensch heutzutage sehr gute Chancen auf einen normalen Lautspracherwerb und damit normalen Bildungsweg.“

Pro Jahr werden bis zu 60 neue Implantate erfolgreich eingesetzt. Die kontinuierliche Betreuung der Patienten nach der Implantation wird gleichfalls durch das Universitätsklinikum durchgeführt.

Die Veranstaltung bietet zudem Austauschmöglichkeiten mit Hörgeräte- und CI-Trägern sowie mit Selbsthilfegruppen und den Experten des Universitätsklinikums Marburg.

Der Patiententag für Cochlea-Implantat-Träger findet
am Samstag, den 28. April, von 11:00 Uhr bis 14:30 Uhr statt:
Klinik für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde
Ebene 0, Hörsaal 5, am besten erreichbar über Eingang Ost.
Eine Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung ist nicht nötig.

Kontakt:
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM)
Universitätsklinikum Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg

Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Direktor: Prof. Dr. Boris A. Stuck
Telefon: +49 (0) 6421 – 58 66478
E-Mail: sekretariat.hno.mr@uk-gm.de

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