Patientenorientierung in der Krebsmedizin

In den vergangenen Jahren wurden auf den Gebieten der medizinischen Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen zahlreiche Fortschritte erzielt, die die Überlebenschancen von Patienten mit einer Tumorerkrankung verbessern.

Ebenso wichtig ist jedoch die allgemeine Verbesserung der Lebensqualität von Krebskranken. Sie wird nicht zuletzt von der Psyche des Patienten und seinem sozialen Umfeld bestimmt. Diesen psychischen und sozialen Faktoren widmet sich die Psychoonkologie. Ziel ist es, durch eine bessere Verfügbarkeit und Vernetzung von Informations-, Beratungs- und Hilfsangeboten Krebspatienten und -patientinnen während ihrer Erkrankung intensiver zu begleiten und zu unterstützen.

In seinem Eröffnungsreferat am 2. Dezember wird Professor Jörg Frommer von der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin sich mit dem Thema „Krankheitsbewältigung als biographische Arbeit“ beschäftigen. Daran werden sich zwei Vorträge zum Nationalen Krebsplan von Professor Joachim Weiß (Freiburg) und Professor Peter Herschbach (München) anschließen.

Die „Kinder krebskranker Eltern“ sind ein Forschungsschwerpunkt der Deutschen Krebshilfe e.V. und ein weiteres Thema am 2. Dezember. „Sage ich es meinen Kind oder meinen Enkelkind? Und wenn ja, wie?“ „Auch Ärzte fühlen sich mit solchen Fragen ihrer Patienten oftmals überfordert“, so Professor Hans-Henning Flechtner, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Kindes- und Jugendalters am Klinikum Magdeburg. Umso wichtiger seien deshalb der Erfahrungsaustausch und die Entwicklung psychosozialer Beratungs- und Hilfsangebote, so Professor Flechtner, der zusammen mit dem Tumorzentrum Magdeburg/Sachsen-Anhalt e.V. die diesjährige Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft PSO in Magdeburg organisiert hat.

Am 3. Dezember sind zahlreiche freie Vorträge, u.a. zur aktuellen Situation der Psychoonkologie im Osten und Westen Deutschlands vorgesehen. „Leider erreichen wir derzeit mit unseren psychoonkologischen Angeboten längst noch nicht jeden Krebspatienten“, sagt Professor Flechtner.

Anregungen, wie diese Situation verbessert werden könnte, erhoffen sich die Veranstalter von einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 2. Dezember gegen 18.00 Uhr. Zu der Diskussion sind die interessierte Öffentlichkeit und auch Krebspatienten und deren Angehörige eingeladen, die sich nicht für die Jahrestagung der PSO registriert haben.

Am 4. Dezember sind für das Fachpublikum spezielle Workshops geplant, die sich unter anderem mit der Situation von Kindern krebskranker Eltern und mit subjektiven Krankheitstheorien im Umgang mit der Krebserkrankung beschäftigen werden.

Mehr zur Tagung unter: http://pso2010.med.uni-magdeburg.de/

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