Parkschein oder Knöllchen?

(djd). Den Parkschein bezahlen oder das Geld sparen und dafür lieber ein Knöllchen kassieren? Bislang hat sich immerhin ein Drittel der deutschen Autofahrer zumindest gelegentlich dafür entschieden, den Parkautomaten nicht zu „füttern“. Sie gingen damit bewusst das Risiko ein, nach der Rückkehr zum Auto einen Strafzettel an der Windschutzscheibe zu finden. Seit dem 1. April 2013 ist das Falschparken allerdings teurer geworden – und wird möglicherweise dazu führen, dass die deutschen Autofahrer in dieser Hinsicht ihr Verhalten ändern.

Männer parken häufig ohne Parkschein

In den zwölf Monaten vor der Neufassung des Bußgeldkatalogs hatten 32 Prozent der Deutschen mindestens ein Mal ihr Auto abgestellt, ohne einen Parkschein zu kaufen. Das ergab eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG. Mehr Männer als Frauen sehen diesen Verstoß als Kavaliersdelikt an: Denn 37 Prozent der Männer parkten ihr Auto mindestens einmal, ohne ein Ticket zu lösen, bei den Frauen waren es nur 30 Prozent.

Roland-Partneranwalt Gerald Röschke, Fachanwalt für Verkehrsrecht von der Bitterfelder Kanzlei Jürges, Knop und Stiller, erläutert, was auf die Autofahrer mit dem neuen Bußgeldkatalog zukommt: „Schwarzparker werden nun deutlich stärker zur Kasse gebeten. Parken ohne Parkschein oder Parkscheibe kostet nun mindestens zehn Euro. Wer eine halbe bis eine ganze Stunde überzieht, muss statt bisher zehn nun 15 Euro zahlen.“ Ab zwei Stunden koste Schwarzparken nun 20 Euro, bei über drei Stunden sogar 25 Euro. Bewusst auf einen Parkschein zu verzichten, lohne sich daher nicht mehr unbedingt. „Das Bußgeld erhöht sich übrigens noch, wenn durch das Falschparken andere Verkehrsteilnehmer behindert werden“, erläutert Rechtsanwalt Röschke.

Verwarngelder waren 23 Jahre lang nicht erhöht worden

Die Verwarngelder fürs Falschparken waren seit 1990 nicht mehr angehoben worden. Da im Gegenzug aber die Parkgebühren sukzessive gestiegen sind, stand das Bußgeld nach Ansicht der meisten Verkehrsexperten in keinem Verhältnis mehr zur Parkgebühr. Folge: Die angedrohten Sanktionen hatten keine vorbeugende beziehungsweise abschreckende Wirkung mehr. „Auch wenn sich viele Autofahrer über das Knöllchen ärgern: Bei den Bußgeldern fürs Falschparken haben die Kommunen im Gegensatz zu den Parkgebühren keinen Ermessensspielraum, sie müssen die bundeseinheitlichen Vorgaben umsetzen“, erklärt Rechtsanwalt Gerald Röschke.

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