Parkinson: Neue Tracermethode ermöglicht schnelleres Aufspüren der Krankheit

Die CEA hat in Partnerschaft mit Orphachem und der Universität Tours ein ultraschnelles Tracer-Verfahren unter Verwendung des Nuklids Fluor-18 entwickelt, das 2015 bereits zum Patent angemeldet wurde. Im Rahmen des Lizenzvertrages wurden die Cyclopharma-Labore mit der Entwicklung eines Radiopharmakas zur Differentialdiagnostik von Parkinson in Kombination mit der PET betraut.

Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie äußert sich durch motorische Störungen, kognitive Dysfunktionen und oftmals auch durch Depressionen. Sie ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In Frankreich sind derzeit etwa 150.000 Menschen von Parkinson betroffen. Weltweit sind es rund 6 Millionen und jährlich kommen ca. 300.000 neue Fälle hinzu.

Parkinson wird ausgelöst durch die selektive Degeneration der dopaminergen Neuronen sowie seiner Träger, was zu einer verringerten Dopamin-Konzentration führt. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des Nervensystems. Als sogenannter Neurotransmitter – eine Art Hormon – leitet es Signale zwischen Neuronen weiter und sorgt so für die Steuerung sowohl körperlicher als auch geistiger Bewegungen. Dadurch ist Dopamin für eine Vielzahl von Körperreaktionen verantwortlich, so etwa für die Feinmotorik oder die Körperbewegung, aber auch für psychischen Antrieb, Wohlbefinden, Lebensfreude, Mut, Konzentration und Vergnügen (Glückshormon).

Der LBT-999-Tracer besitzt eine hohe Selektivität für das Dopamin in den synaptischen Spalten. Es spürt frei werdendes Dopamin auf, wodurch sich die Dopamin-Konzentration zeitlich und räumlich effizient kontrollieren lässt. Durch die Markierung des Tracers mit Fluor-18 kann der Dopamin-Träger bei der PET visualisiert und quantifiziert werden.

Die LBP-999/ PET-Untersuchung wäre eine non-invasive Methode zur klinischen Diagnostik der Parkinson-Erkrankung, die eine Differenzierung von anderen Krankheiten mit den gleichen Symptomen sowie eine schnelle und passende Therapie ermöglichen würde.

[1] Ein Tracer (engl. trace = Spur) ist eine künstliche, oft radioaktiv markierte körpereigene oder körperfremde Substanz, die nach Einbringung in den lebenden Körper am Stoffwechsel teilnimmt und darüber unterschiedlichste Untersuchungen ermöglicht oder erleichtert. Wegen der minimalen Stoffmenge werden dabei die Körperfunktionen nicht gestört. Die Tracermethode findet heute neben der nuklearmedizinischen Diagnostik auch in der Forschung in Chemie, Biologie und Biochemie Anwendung.

Quelle: Parkinson: un nouveau radiotraceur pour mieux détecter la maladie“, Mitteilung der CEA, 15.11.2016 – http://www.cea.fr/Pages/actualites/sante-sciences-du-vivant/parkinson-nouveau-radiotraceur-pour-detecter-la-maladie.aspx

Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

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