Parforce-Ritt durch die dentalen Disziplinen startete im digitalen Raum

Frankfurt a.M. Es war ein Parforce-Ritt durch die Disziplinen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und mit insgesamt über 3000 Besuchern geriet der Wissenschaftliche Kongress des Deutschen Zahnärztetages 2016 auf dem Messegelände Frankfurt erneut zu einem großen Erfolg. „Klinische Behandlungspfade – Ziele, Etappen, Stolpersteine“ lautete das Thema und in der Fortführung der vorangegangenen Kongresse bedeutete dies das Erreichen „der maximalen Komplexität auf der interdisziplinären Metaebene“, wie DGZMK-Präsidentin Prof. Dr. Bärbel Kahl-Nieke in ihrer Begrüßung hervorhob. „Das heißt, wir werden klinische Behandlungspfade gehen und begehen, um Sie noch fitter und noch sicherer für Ihren klinischen Alltag zu machen, Sie also zu trainieren für Ihre tägliche Praxis, beim Treffen von Entscheidungen und beim Umsetzen derselben.“ Wissenschaft und Praxis auf Augenhöhe und gleichzeitig, bei einem breit gefächerten Programm, auch „die Qual der Wahl“, wie der Präsident der neben der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz gastgebenden Landeszahnärztekammer Hessen, Dr. Michael Frank, zum Auftakt betonte.

Gleich zu Beginn nahm Prof. Dr. Florian Beuer (Charité Berlin) die Teilnehmer im ersten Block des Kongressprogramms mit auf eine spektakuläre Reise in ein virtuelles dentales Universum: mit der Weltpremiere im Oculus Rift und dem Knowledge Space in Dental Medicine beeindruckte er die Teilnehmer nachhaltig. „Die Zukunft ist in der Realität angekommen“, erläuterte Beuer. Künftig spreche man nicht mehr von einer Digitalisierung, sondern von der Digitalität des Wissens.

Ähnlich spektakulär und sehr gut besucht war am Samstagnachmittag auch der Schlussakkord in diesem dynamischen Tagungsprogramm. Prof. Dr. Giovanni Zucchelli startete mit einer 45-minütigen, in italienischer Dynamik gehaltenen Einführung in das Thema, ehe er in einer Live-OP aus der Universitätsklinik Frankfurt step by step eine multiple Rezessionsdeckung in der ästhetischen Zone durchführte. Zwischen diesen beiden Höhepunkten wartete ein prall bestücktes Angebot auf die Kongressteilnehmer.

Mit über 650 Teilnehmern geriet auch der Studententag mit dem Thema „Famulatur und Auslandseinsatz – Herausforderungen, Möglichkeiten und Realität“ zu einem großen Erfolg. Verschiedene zahnmedizinische Hilfsorganisationen stellten dabei ihre Arbeit vor und zeigten, wo auf der Welt entsprechend ambitionierte Zahnmediziner sich engagieren können. Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten der BZÄK, Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, begrüßte DGZMK-Präsidentin Prof. Dr. Bärbel Kahl-Nieke die Studierenden. Den Einführungsvortrag hielt der Berliner Kammerpräsident Dr. Wolfgang Schmiedel zum Thema „Lokal bis global: Ehrenamtliches zahnärztliches soziales und gesellschaftliches Engagement – eine ‚win-win-Beziehung'“.

In der DGZMK-Vorstands- und Beiratssitzung standen zwei Abschiede im Mittelpunkt. Dr. Norbert Grosse als langjähriger Vorsitzender der APW und Präsidentin Prof. Dr. Bärbel Kahl-Nieke turnusmäßig zum Ablauf ihrer Amtszeit wurden mit Präsenten und kräftigem Applaus aus ihren Ämtern verabschiedet. Die Präsidentin hatte darüber hinaus eine positive Nachricht zu vermelden: Nach insgesamt sechsjähriger Aufbauzeit konnte das neue Wissensportal der DGZMK, owidi (Orales Wissen Digital), zum Kongress freigeschaltet werden. Auf der weiteren Agenda stand u.a. auch die neue Approbationsordnung Zahnmedizin, die von der Bundesregierung nach jahrelanger Verzögerung nun sehr rasch umgesetzt werden soll. Eine Stellungnahme zum Referentenentwurf soll die Zahnmedizin nun schon bis Anfang Dezember abgeben, im kommenden Jahr soll die neue AOZ dann verabschiedet und 2018 in Kraft gesetzt werden.

Neben der Entlastung des Vorstandes standen Neuwahlen im Mittelpunkt der gut besuchten DGZMK-Hauptversammlung. Jeweils einstimmig (bei eigener Enthaltung) wurden Prof. Dr. Roland Frankenberger (Universitätsklinikum Marburg) zum Präsidenten elect und Dr. Dr. Markus Tröltzsch zum Vorsitzenden des APW-Direktoriums gewählt. Dem Vorstand wurde für das Jahr 2015 einstimmig Entlastung erteilt.

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