PA der DGK: Studie aus Leipzig: Sozial schwachen Kindern tut Schulsport besonders gut

Leipzig, Stockholm/ Dienstag, 31. August 2010 – „Kinder und Jugendliche mit höherem Sozialstatus und Bildungsniveau sind weniger übergewichtig und fitter als ihre sozial schwächeren Alterskollegen“, berichtet Dr. Katharina Machalica (Universität Leipzig, Herzzentrum). „Schüler mit sozial schwächerem Hintergrund profitieren allerdings gesundheitlich mehr von zusätzlichem Schulsport, z.B. von einem Anheben der Schulsport-Stunden von zwei auf fünf pro Woche.“

Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Leipzig mit 163 teilnehmenden Schülern und einem Beobachtungszeitraum von einem Jahr, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC; 28. August bis 1. September) in Stockholm vorgestellt wurde. Die Kardiologen wollten wissen, ob sich zusätzlicher Schulsport an Gymnasien und Mittelschulen positiv auf die körperliche Leistungsfähigkeit und das Herzrisiko der Schüler auswirkt.

Ein Teil der Schüler aus Brandis besuchten ein Gymnasium, dessen Absolventen typischer Weise auf eine Universität überwechselten. Der andere Teil besuchte in eine Schule, deren Absolventen in der Regel nach dem Erhalt des Sekundarschul-Zeugnisses das Bildungssystem verlassen. Untersuchungen zu Studienbeginn zeigten, dass Schüler mit niedrigerem Sozial- und Bildungsstatus generell einen höheren Body-Mass-Index (BMI), weniger fettfreies Gewebe, ein weniger gut entwickeltes Koordinationsvermögen und eine schlechtere Fitness aufwiesen als Ihre Altersgenossen aus höheren sozialökonomischen Schichten.

Die Schüler der beiden Schulen wurden anschließend in je zwei Gruppen aufgeteilt: Während die Mitglieder der Kontrollgruppen weiterhin zwei Stunden pro Woche Sport betrieben, wurde in den „Interventionsgruppen“ stattdessen fünf Stunden lang Schulsport betrieben. Fazit nach einem Jahr: Mitglieder der Interventionsgruppen konnten ihren BMI stärker verringern als die Kontrollgruppe, wobei Schüler mit schwächerem sozialökonomischem Hintergrund eine höhere Zunahme fettfreien Gewebes, eine stärkere Verbesserung ihres Koordinationsvermögens und ihrer Fitness zeigten als ihre Kollegen aus höheren sozialökonomischen Milieus.

Dr. Machalica: „Unsere Studie zeigt, dass Schul-basierte Interventionen Kindern einen signifikanten Gesundheits-Nutzen bringen können, insbesondere Schülern mit schwächerem Sozialstatus und Bildungsniveau, die typischer Weise ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme haben. Kinder mit einem schwächeren sozialen Hintergrund profitieren also offenbar von zusätzlichem Schulsport besonders."

Kontakt:

Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher der DGK)

Roland Bettschart, B&K – Medien- und Kommunikationsberatung GmbH

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(idw, 08/2010)

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