PA der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

München, Tübingen, Stockholm/ Mittwoch, 1. September 2010 – Patienten nach einem Herzinfarkt haben ein besonders hohes Risiko an einem plötzlichen Herztod zu versterben, wenn sie Diabetiker sind. Einer möglichst präzisen Risikoeinschätzung kommt daher in dieser Patientengruppe eine große Bedeutung zu. Die Ergebnisse der ISAR-RISK-Studie zeigt jetzt, dass eine „schwere autonome Dysfunktion“ (severe autonomic failure, SAF) ein starker und unabhängiger Prediktor für den plötzlichen Herztod ist. Zeichen von SAF finden sich beinahe doppelt so häufig bei diabetischen wie bei nicht-diabetischen Patienten nach einem Herzinfarkt (Post-Infarkt-Patienten). Die Ergebnisse der Studie wurden von Dr. Axel Bauer (I. Med. Klinik TU München und Innere Medizin III, Medizinische Universitätsklinik Tübingen) auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC; 28. August bis 1. September) in Stockholm vorgestellt.

SAF liegt vor, wenn zwei Phänomene kombiniert auftreten: Eine abnormale Heart Rate Turbulance (HRT), also eine kurze initiale Beschleunigung und anschließenden Verlangsamung der Herzfrequenz und eine abnormale Dezelerationskapazität (deceleration capacity, DC) – sie analysiert Regelungsvorgänge, die spezifisch an Verlangsamungen (Dezelerationen) der Herzfrequenz beteiligt sind.

Bei der ISAR-RISK Studie zeigte sich, dass während einer Nachbeobachtungszeit von 5 Jahren 83 der 481 diabetischen Patienten verstarben (17,3%), davon 23 Patienten an plötzlichem Herztod. Die Häufigkeit von SAF bei diabetischen Patienten betrug 12.1 Prozent und war signifikant höher als bei nicht-diabetischen Post-Infarktpatienten (7,0%). In der Gruppe der diabetischen Post-Infarktpatienten war SAF hochsignifikant mit dem plötzlichen Herztod assoziiert. Diabetische Post-Infarkt-Patienten mit SAF hatten eine 28-prozentige Wahrscheinlichkeit, innerhalb des Beobachtungszeitraums plötzlich zu versterben.

„SAF erwies sich der stärkste unabhängige Risikoprädiktor für den plötzlichen Herztod“ so Dr. Bauer. „Zukünftige Studien sollten testen, ob diabetische Post-Infarkt-Patienten mit SAF von einer vorbeugenden Therapie mit implantierbaren Cardioverter Defibrillatoren (ICD) profitieren.“

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(idw, 09/2010)

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