Osteoporose: Alles Wichtige rund um die Behandlung

Frau

Die Diagnose Osteoporose kann zunächst einmal verunsichern: Was genau bedeutet der sogenannte „Knochenschwund“ für mich? Wie sieht die geeignete Therapie aus und lässt sich die Krankheit damit aufhalten? Hier erfahren Sie alles rund um die Osteoporose-Behandlung – von Basistherapie über Medikamente bis hin zu Tipps für den Alltag!

Was ist Osteoporose überhaupt genau?

Bei Osteoporose handelt es sich um einen irreversiblen Knochenabbau. Außerdem liegt eine erhöhte Knochenbrüchigkeit vor.

Im Normalfall nimmt die Knochenmasse im Alter jährlich etwa 0,5 bis 1 Prozent ab – bei Osteoporose-Patienten sind es bis zu 6 Prozent.[1] Frauen bekommen die Krankheit etwas häufiger vor als Männer: Etwa jede dritte Frau nach den Wechseljahren ist betroffen, hingegen nur jeder fünfte Mann im gleichen Alter.1

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Osteoporose zu den zehn bedeutendsten Volkskrankheiten unserer Zeit.1 Das Tückische: Sie verläuft schleichend und bleibt in der Regel lange symptomlos. Aus dem Grund erkennen sie Mediziner bei nur wenigen Patienten rechtzeitig. In der Folge führen bereits kleine Verletzungen oder sogar schon alltägliche Belastungen zu Knochenbrüchen.

Besonders typisch sind Brüche an Hüfte, Wirbelsäule und Unterarm.1 Da die Osteoporose nicht heilbar ist, zielt ihre Therapie vor allem darauf ab, das Fortschreiten zu bremsen und das Risiko für Knochenbrüche zu minimieren.

Wie sieht die Basistherapie bei Osteoporose aus?

Für den Erhalt normaler Knochen benötigt der Körper Kalzium. Aus dem Grund steht die Zufuhr des Mineralstoffs im Mittelpunkt der Behandlung von Osteoporose. Die Basistherapie sieht eine tägliche Versorgung von 1000 bis 1500 Milligramm vor.[2]

Das kann einerseits über die Nahrung geschehen: Reich an Kalzium sind zum Beispiel Milchprodukte (50 Gramm Camembert enthalten rund 250 Milligramm) oder dunkelgrünes Gemüse wie Grünkohl, Rucola, Kresse, Chinakohl, Fenchel und Brokkoli.[3] Als weitere Kalzium-Lieferanten gelten Nüsse, Lein- und Sesamsamen, Hülsenfrüchte, getrocknete Feigen oder auch bestimmte Mineralwässer.3 Eine Supplementierung durch Nahrungsergänzungsmittel wird nur notwendig, wenn der Körper über Lebensmittel nicht ausreichend Kalzium aufnehmen kann.

Des Weiteren ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D unerlässlich für Osteoporose-Patienten. Die Basistherapie beinhaltet einen Tagesbedarf von 800 bis 1000 IE (internationale Einheiten), das entspricht 20 bis 25 Mikrogramm.[4],[5] Das sogenannte Sonnenvitamin bildet sich hauptsächlich unter Einfluss von Sonnenlicht in der Haut und fördert die Aufnahme von Kalzium ins Blut und die Knochen.2

Das Problem: Mit dem Alter bildet die Haut immer weniger davon. Außerdem leiden in Europa, besonders in den Wintermonaten, viele Personen unter einem Vitamin-D-Mangel.4 Zudem gibt es kaum Nahrungsquellen, über die sich das Vitamin ausreichend aufnehmen lässt. Größere Mengen finden sich hauptsächlich in fetthaltigem Fisch wie Lachs, Aal, Makrele oder Hering.4

Bei der Behandlung von Osteoporose stellt die Kombination aus Kalzium und Vitamin D das Mittel der Wahl dar, um den Knochen genügend Kalzium zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich zur gesunden Ernährung ist die Einnahme von Einzel- oder Kombipräparaten in verschiedenen Darreichungsformen möglich: als Tabletten, Pulver oder Brausegetränke.

Spezielle Medikamente für die Osteoporose-Behandlung

Ob zusätzlich zur Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D bei Osteoporose auch Medikamente notwendig sind, entscheidet der Arzt immer im Einzelfall. Für die Behandlung kommen zwei verschiedene Arten von Arzneimitteln infrage: Antiresorptiva (wie zum Beispiel Biphosphonate und Östrogene) verlangsamen die Knochenabbaurate, während Anabolika den Aufbau von Muskeln und Knochen anregen.1

Besonders nach einem Osteoporose-bedingten Knochenbruch helfen Biphosphonate zur Behandlung: Sie tragen erwiesenermaßen zur Verhinderung weiterer Brüche bei, indem sie den Knochenabbau hemmen.[6] Aus der Gruppe eignen sich vor allem Alendronat und Risedronat – sie weisen gute Studienergebnisse auf und lassen sich einfach einnehmen.6

Im Falle von Unverträglichkeiten, Gegenanzeigen oder Unwirksamkeiten der Biphsphonate gibt es weitere Alternativen. Das Biologikum Romoszumab etwa hat in der Osteoporose-Therapie gleich zwei Wirkungen auf den Knochen: Es unterdrückt den Knochenabbau und regt gleichzeitig die Bildung neuer Knochensubstanz an.6 Es darf allerdings nicht bei Patienten mit vorherigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall) angewendet werden.6

Für Frauen in den Wechseljahren kommt auch eine Therapie mit Östrogenen in Betracht, allerdings nur nach einer ausführlichen Nutzen-Risiko-Abwägung.6 Alle Medikamente lassen sich bei Osteoporose zusätzlich zu Vitamin D und Kalzium verabreichen.6 Eine mögliche Kombination einzelner Mittel ist aktuell noch Gegenstand klinischer Studien.6

Wie wird Osteoporose noch behandelt?

Unerlässlich sind außerdem Maßnahmen im Alltag, um die Gefahr von Stürzen und in der Folge Knochenbrüchen zu vermeiden. Zur Behandlung von Osteoporose gehören daher auch gezielte physiotherapeutische Übungen, welche die Muskelkraft und Koordination steigern. Gleichzeitig ist von Medikamenten abzuraten, die eine Sturzgefahr mit sich bringen. Dazu zählen Schlafmittel, Psychopharmaka oder Allergiemedikamente.

In der Wohnung gilt es alle Stolperfallen zu beseitigen. Zudem ist die Behandlung von Sehfehlern (Fehlsichtigkeit oder Grauer Star) wichtig.

Osteoporose-Therapie im Alltag selbst unterstützen

Das A und O ist eine gesunde Lebensführung. Das beinhaltet vor allem eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung. Idealerweise fällt die Wahl auf eine kalziumreiche Mischkost. Alkohol und Nikotin sollten hingegen vermieden werden.

Patienten müssen zudem auf ausreichend Bewegung achten – idealerweise im Freien, da  Sonnenlicht auch die Bildung von Vitamin D ankurbelt. Der positive Effekt von körperlicher Aktivität: Sie stärkt die Muskulatur und fördert gleichzeitig den Aufbau von Knochenmasse.

Wem der innere Schweinehund das Leben schwer macht, sollte sich gezielt eine Sportart suchen, die Spaß macht. Und: In der Gruppe fällt es oft leichter als allein! Gut geeignet sind beispielsweise Gymnastik, Schwimmen, Walking oder Wandern.


[1] „Was ist Osteoporose?“ Internisten-im-netz.de, Zugegriffen 8. August 2022.

[2] „Therapie » Osteoporose » Krankheiten » Internisten im Netz »“. Internisten-im-netz.de, Zugegriffen 8. August 2022.

[3] „Wie wichtig ist Calcium für den Körper? Calcium, Knochen und Osteoporose“. Osd-ev.org, Zugegriffen 8. August 2022.

[4] „Vitamin D – wichtig für die Knochen“. Osd-ev.org, Zugegriffen 8. August 2022.

[5] „Neue Referenzwerte für Vitamin D“. Dge.de, Zugegriffen 9. August 2022.

[6] „Osteoporose-Medikamente“. Rheuma-liga.de, Zugegriffen 9. August 2022.

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