Orthomolekulare Medizin: zur ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen

Orthomolekulare Medizin - Mangel an Mikronährstoffen

Die heutigen Ernährungsgewohnheiten machen es immer schwieriger, den Bedarf des eigenen Organismus an Mikronährstoffen zu decken. Darunter werden biologisch hochwichtige Substanzen wie Vitamine, Aminosäuren und Fettsäuren sowie Mineralstoffe, Spurenelemente und Enzyme verstanden.

Die Mehrheit der erhältlichen Lebensmittel stammt aus einer Massenproduktion mit industriellem Ausmaß. Unnatürliche Züchtung, Transport, Lagerung und Zubereitung führen zu einem chronischen Mangel an Nährstoffen. Wer seine Ernährung nicht konsequent mit den Erzeugnissen aus regionalem Bio-Anbau zusammenstellen kann, der ist darauf angewiesen, dieses Defizit auszugleichen. 

Das Arbeitsfeld der orthomolekularen Medizin (OM) umfasst präventive Maßnahmen und die Behandlung von individuellen Krankheitsbildern, die auf diesem Nährstoffmangel beruhen.

Auswirkungen des Nährstoffmangels

Bei bestehendem Nährstoffmangel gerät der Organismus in ein biochemisches Ungleichgewicht. Dies hat auf den ersten Blick undefinierbare Auswirkungen auf den Körper und das Wohlbefinden. Vor allem Vitaminmangel und das Fehlen von Mineralstoffen und Spurenelementen wie Eisen, Kalium und Magnesium wirken sich negativ auf den Stoffwechsel, die Abwehrkräfte des Immunsystems und das Zellwachstum aus. 

Müdigkeit zur Unzeit, Mangel an Energie und Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten sind die Folge. Diese Symptome können vielfältige Ursachen haben, weswegen es häufig länger dauert, bis ein spezifischer Nährstoffmangel diagnostiziert werden kann.

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Funktionsweise der orthomolekularen Medizin

Zum Nachweis einer Unterversorgung des Organismus an Nährstoffen bedarf es einer gesonderten Untersuchung des Blutes oder des Urins. Manche Messverfahren weisen dabei direkt einen Zusammenhang zwischen Nährstoffmangel und bestimmten Krankheitsbildern nach.

Die Schulmedizin geht bei Krankheiten oft nur die Symptome an. Mit der Beseitigung des Nährstoff-Ungleichgewichts steht bei der orthomolekularen Medizin die Ursachenbekämpfung im Fokus. Der Einsatz körperfremder und synthetischer Medikamente wird vermieden. Es werden nur Substanzen eingesetzt, die auch natürlich im Organismus präsent sind.

Für Nährstoffmangel anfällige Personengruppen

Produkte aus dem Schrank der orthomolekularen Medizin ersetzen keine vollwertige Ernährung. Sie ergänzen diese lediglich. In gewissen Lebenssituationen kann dabei der Bedarf erhöht sein. Besonders betroffen durch ernährungsbedingten Nährstoffmangel sind ältere Menschen, bei denen der Appetit nachlässt oder Personen, die sich einer Diät mit dem Ziel der Gewichtsreduktion unterziehen. 

Wer sich überwiegend von Fast-Food-Produkten ernährt oder als Frutarier gilt, dessen Essgewohnheiten sind einseitig ausgeprägt, sodass eine externe Zufuhr von Mikronährstoffen nach kurzer Zeit unumgänglich wird. Auch Veganer haben sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen.

Vitamin D wird vom Organismus unter Einfluss des Sonnenlichtes gebildet. Wer beruflich selten die Sonne sieht, ist auf eine externe Zufuhr angewiesen. Auch Patienten, die regelmäßig Medikamente wie Cortison oder Antibiotika verabreicht bekommen, besitzen in der Regel einen unausgeglichenen Nährstoffhaushalt. Letztlich fallen noch Raucher und Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum in diese Risikogruppe.

Darreichungsformen orthomolekularer Substanzen

Die Stoffe sind in vielerlei Form erhältlich und können dem Organismus auf unterschiedliche Weise zugeführt werden. Es gibt keine allgemeingültigen Empfehlungen zur Dosierung, der Einsatz ist individuell anzupassen. Üblich sind pharmakologisch wirksame apothekenpflichtige Arzneimittel wie Kapseln oder Tabletten. In diesen sind die Nährstoffe in hohen Dosen vorhanden. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln, welche den Versuch einer ausgewogenen Ernährung begleiten. Diese nennen in der Regel niedrigere Dosen ihr Eigen, sind sie doch für den eigenverantwortlichen Gebrauch ohne ärztliche Aufsicht gedacht. 

Als besonders effektiv hat sich die intravenöse Verabreichung herausgestellt. Mit Injektionen oder Infusionen wird der Magen-Darm-Trakt umgangen, der als Resorptionsbarriere wahrgenommen wird. Die zeitlich befristeten Therapien obliegen der Aufsicht des Arztes oder Heilpraktikers und enthalten üblicherweise sehr hohe Dosen, damit die Nährstoffversorgung auch langfristig gesichert werden kann.

Behandelbare Krankheitsbilder

Die orthomolekulare Medizin wird als Teil eines holistischen Therapieansatzes verstanden und ist als alleinige Therapie bei schweren, ernsthaften Erkrankungen eher nicht geeignet. Damit ist sie keine direkte Alternative der Schulmedizin und kein Ersatz für eine vollwertige Ernährung. In günstigem Falle kann eine Heilung verschiedener Krankheiten unterstützt werden.

Ganz allgemein wird eine Förderung des Immunsystems erreicht, einhergehend mit einer Steigerung der Abwehrkräfte und einer Stärkung des Organismus. Entzündungen können eingedämmt werden, eine antioxidative Wirkung führt zur Ableitung von Schwermetallen. Manche Mineralien begleiten eine Anti-Aging-Therapie. Stoffwechselstörungen werden vermindert und psychische Erkrankungen verlieren an Schärfe. Störungen bei der Wundheilung können ausgeglichen werden und viele Anwender berichten von einer Verbesserung des Hautbildes.

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