Optik und Lasertechnik am RheinAhrCampus Remagen erhält hochauflösendes optisches Messsystem

REMAGEN / KOBLENZ (pm) Am RheinAhrCampus Remagen konnte durch eine erfolgreiche Drittmitteleinwerbung im Studiengang „Optik und Lasertechnik“ ein Gerät zur „Optischen Kohärenztomographie“ erworben werden. Mit dem 50 000 EURO teuren System ist es beispielweise möglich, so die beiden beteiligten Professoren Georg Ankerhold und Matthias Kohl-Bareis, mit winzigen Lichtmengen mehrere Millimeter in die menschliche Haut hinein zu blicken, kleinste Strukturen wie Schweißdrüsen oder Hautzellen sichtbar zu machen, ohne dabei das Gewebe zu schädigen. Die geringe Belastung des Untersuchungsobjekts, die hohe Ortsauflösung bis zu einem Tausendstel Millimeter verbunden mit einer großen Messgeschwindigkeit machen das Verfahren sehr attraktiv. Das Gerät stellt damit einen interessanten Brückenschlag zu bildgebenden Verfahren wie Computer-tomographie, Ultraschalldiagnostik und Kernspintomographie im Studiengang Medizintechnik dar.

Unter der optischen Kohärenztomographie oder auch kurz „OCT“ versteht man eine recht neue, sich seit den 1990er Jahren stürmisch entwickelnde hochinnovative optische Methode, um lichtstreuende Proben in ihrem Inneren berührungsfrei zu betrachten und zu vermessen. Sehr viele biologische, zumeist wasserhaltige Proben eignen sich für die diagnostische Untersuchung mit OCT. Da die optische Kohärenztomographie zudem mit sehr wenig Licht im sichtbaren Bereich auskommt, stellt sie im Gegensatz zur ionisierenden Röntgenstrahlung für biologische Proben keine Belastung dar. Sie ist somit besonders für die Medizin als Bildgebungs-verfahren von besonderer Bedeutung und grob vergleichbar mit Ultraschall-messverfahren. Anstelle von Schall wird hier allerdings breitbandiges Licht verwendet, das durch Laser oder so genannten Superlumineszenzdioden erzeugt wird.

Mit großem Erfolg wird OCT schon heute in der klinischen Routine zur Untersuchung des Auges und des Netzhauthintergrundes eingesetzt. Darüber hinaus existieren auch viele nichtmedizinische Anwendungen wie beispielsweise in der Werkstoff¬prüfung, der Dünnschichtanalyse oder der Analyse von Kulturgegenständen wie Gemälde. Mit OCT sind um ein bis zwei Größenordnungen höhere Auflösungen als mit Ultraschallverfahren erreichbar. Bildaufbauraten in Videogeschwindigkeit erlauben sogar die Beobachtung lebender Proben in nahezu Echtzeit.

Für die Studierenden des Studiengangs „Optik und Lasertechnik“ am RheinAhrCampus bietet sich damit einmal mehr die Möglichkeit, bereits während des Studiums in eigenen Versuchen mit einem hochmodernen optischen Messsystem zu arbeiten und den Einsatzbereich des Gerätes mit eigenem Probenmaterial zu erweitern.

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