Online-Therapieprogramme unterstützen Frauen mit vorzeitigen Wehen

Der psychische Leidensdruck bei Schwangerschaftskomplikationen wird neben der medizinischen Behandlung oft wenig systematisch erfasst und begleitet. Für schwangere Frauen mit vorzeitigen Wehen sind an der Frauenklinik des Universitätsspitals Basel in Zusammenarbeit mit Psychologinnen, Ärztinnen und Hebammen Interventionsprogramme (Therapie-Online- Programme zur Angst- und Stressbewältigung, TOPAS) entwickelt worden. Die kostenlos zugänglichen Programme bauen auf Elementen etablierter Stressmanagementtrainings auf und vermitteln Strategien im Umgang mit Stress und Angst oder auch einfach zur Ablenkung.

Neben Informationen rund um die Themen Stress und Angst umfassen die verschiedenen Module Entspannungs- und Ablenkungsübungen, Selbstreflexionen und interaktive Protokolle. Durch die einfache Zugänglichkeit via Internet können die Programme von zu Hause oder dem Spitalzimmer einfach und zeitlich flexibel bearbeitet werden. Zudem stehen Fachpersonen in regelmässigem Kontakt mit den Schwangeren.

Wirksamkeit durch Stressmanagement
Seit rund einem Jahr wird die Wirksamkeit der TOPAS-Programme auf den Schwangerschaftsverlauf und die psychische Adaptation in einer vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Studie evaluiert. Erste Ergebnisse zeigen, dass durch die Stressmanagement-Elemente dieser Programme die psychische Befindlichkeit der Teilnehmerinnen verbessert werden kann. So berichten betroffene Frauen, dass sie durch die Programme eine reflektierte Distanz zu eigenen Ängsten und Sorgen aufbauen können, die sich damit reduzieren.

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Kind vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. In der Schweiz kommen 7,3% der Kinder – somit rund 5900 – zu früh zur Welt (2011), die meisten davon zwischen der 32. und der 36. Schwangerschaftswoche. In der Ursachenforschung werden neben den medizinischen Faktoren auch die Auswirkungen von psychosozialen und psychologischen Faktoren wie Ängste, Depressionen und Stress zunehmend untersucht. Daneben sind die Sorgen um Schwangerschaft und Kind sowie die häufige Aktivitätsreduktion für die Betroffenen oft belastend. Die dadurch ausgelösten Ängste können wiederum Einflüsse auf den Schwangerschaftsverlauf haben und das Stresserleben noch verstärken.

Interessierte betroffene Schwangere im deutschsprachigen Raum können sich noch an der Studie beteiligen. Die Anmeldung erfolgt am einfachsten direkt über die TOPAS-Webseite.

Weitere Auskünfte

Sandra Scherer, Gynäkologische Sozialmedizin und Psychosomatik, Frauenklinik, Universitätsspital Basel, Spitalstrasse 21, 4031 Basel, Tel. +41 (0)61 556 57 62, E-Mail: sandra.scherer@usb.ch

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