Online-Deutschkurse für ausländische Mediziner – Gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Der vielerorts beklagte Mangel an qualifizierten Fachkräften ist an deutschen Krankenhäusern besonders problematisch; hier fehlen gerade Ärzte und Pflegekräfte. Aktuell sind etwa 12.000 Ärzte-Stellen unbesetzt. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl auf mehr als 50.000 ansteigen. Viele Kliniken sind dringend auf die Anwerbung von Ärzten aus dem Ausland angewiesen. Gleichzeitig kommen immer mehr ausländische Studierende zum Medizinstudium nach Deutschland, wobei viele von ihnen ihre berufliche Zukunft in Deutschland sehen. Allerdings werden den ausländischen Studierenden nicht selten geringe deutsche Sprachkenntnisse – insbesondere im fachlichen Bereich – bescheinigt. Dies führt nicht nur zu Schwierigkeiten im Studium, sondern kann auch dramatische Folgen in der beruflichen Praxis haben. So lassen sich nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz vermutlich ca. 20 % der Behandlungsfehler in Deutschland auf Kommunikationsprobleme und Sprachverwirrungen zurückführen.

Bislang gibt es nur wenige Angebote, die sich speziell an Medizinstudierende, Ärzte und medizinisches Personal aus dem Ausland richten und auf die spezifischen Kommunikationsbedürfnisse im Gesundheitswesen vorbereiten. Auf diese Situation reagierte das Lehrgebiet Deutsch als Fremdsprache des Zentrums für Sprache und Kommunikation mit der Entwicklung des neuen Online-Angebots.

Der Kurs „Deutsch als Fremdsprache für Mediziner“ besteht aus zwölf Modulen, die sowohl die sprachlichen Kompetenzen schulen, als auch interkulturelle und ethische Aspekte aufgreifen. Mit Hilfe von Lese-, Hör- und Schreibübungen entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem ihre landeskundlichen Kenntnisse und erweitern ihren medizinischen Fachwortschatz. Neben einem speziell auf Studierende ausgerichteten Modul liegen die Schwerpunkte auf der Arzt-Patienten-Kommunikation und dem klinischen Alltag. So wird beispielsweise auf die besonderen Schwierigkeiten mit „laiensprachlichen“ Krankheitsbezeichnungen eingegangen. Denn was ein Patient damit meint, wenn es „im Kreuz sticht“, ist einem Arzt aus dem Ausland nicht unbedingt vertraut.

Die Kurs-Übungen basieren auf authentischem Material: Fallbeispiele, Vorlesungsmitschnitte, Experten-Interviews und Fachtexte sollen hier die Sprachfertigkeiten schulen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer können – je nach Interessenslage und Ausbildungsabschnitt – sechs Module selbst auswählen. Bei Bestehen der ebenfalls online durchgeführten Modultests erwerben sie einen Schein mit Leistungspunkten bzw. eine Teilnahmebestätigung.

Weiterführende Informationen unter:
http://www.uni-regensburg.de/zentrum-sprache-kommunikation/daf/projekte/deutsch-fuer-mediziner/index.html

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Dr. Thomas Stahl
Universität Regensburg
Zentrum für Sprache und Kommunikation
Leiter des Lehrgebiets „Deutsch als Fremdsprache“
Tel.: 0941 943-2426
Thomas.Stahl@zsk.uni-regensburg.de

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