Ohne Krankenversicherung durchs Leben – was kann man tun?

Wie viele Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung auskommen müssen, lässt sich nicht genau abschätzen. Die Angaben der Behörden und Medienberichte in dieser Frage sind unterschiedlich. Man kann aber davon ausgehen, dass 70.000 bis 140.000 Menschen ohne Schutz vor den hohen Kosten einer medizinischen Behandlung auskommen müssen. (Quelle: www.europaeischekv.de) Meistens passieren medizinische Notfälle ja ohne eigenes Verschulden. Man wird krank oder ist Opfer eines Unfalls und schon landet man im Spital. Ohne Versicherung kann die Behandlung den finanziellen Ruin bedeuten.

Warum sind manche Menschen nicht versichert?

Viele Betroffene können sich die Beitragszahlungen einfach nicht leisten. Dazu gehören vor allem:

  • Migranten
  • Asylanten
  • Kleinunternehmer
  • Selbständige

Floriert das Geschäft auf einmal nicht mehr, kann man die monatlichen Beiträge nicht mehr bezahlen und schon fällt man durch das soziale Netz. Allerdings sollte man bedenken, dass es empfindlich teurer ist, die Behandlungen im Krankenhaus oder bei einem niedergelassenen Mediziner selbst zu bezahlen als die Versicherungsraten aufzubringen. Im Falle einer Operation und eines anschließenden Krankenhausaufenthalts sind die Kosten nahezu unerschwinglich.

Wie kehrt man zur Versicherung zurück

Ist man eine längere Zeit nicht versichert, stellt sich die Frage was man beachten muss, um sich wieder bei einer Versicherung anmelden zu können. In Deutschland gilt das duale System, es gibt sowohl private als auch die gesetzliche Versicherung. Hat man einmal zu einem privaten Unternehmen gewechselt, ist die Rückkehr ins staatliche System mit hohem Aufwand verbunden. Wer also früher bei einer privaten Krankenversicherung angemeldet war, muss sich wieder bei einem solchen Anmelden. Die Versicherungspflicht für Private besteht seit dem Jahr 2009. Private Versicherungen stehen jedoch nicht für alle Personen offen, oft wechseln hauptberuflich Selbständige in dieses System. Angestellte unterliegen in der Regel der gesetzlichen Versicherungspflicht, die 2007 in Kraft trat. Dahin muss man auch wieder zurück, wenn man sich nach einer Pause wieder krankenversichert. Wer noch nie krankenversichert war, sollte sich entsprechend beraten lassen. Die private Krankenversicherung kommt für diese Personengruppe in Frage:

  • Beamte
  • Freiberufler
  • Selbständige
  • Studenten
  • Angestellte mit einem hohen Einkommen

Alle anderen Dienstnehmer werden der gesetzlichen Kasse zugeordnet.

Was muss man bei der Rückkehr beachten?

Möchte man nach einer Pause wieder in das Versicherungssystem zurückkehren, sieht man sich mitunter mit hohen Strafen konfrontiert. Die Unternehmer fordern zumindest einen Teil der nicht bezahlten Beiträge ein. Ist man jahrelang ohne Versicherungsschutz ausgekommen, kann die finanzielle Belastung beim Wiedereinstieg enorm sein. Daher sollte man sich in jedem Fall Rat von Experten holen oder eventuell nach Alternativen suchen. Viele Betroffene kehren aufgrund der Strafbeiträge länger nicht in das Versicherungssystem zurück. Dadurch befinden sie sich jedoch in einem Kreislauf – je länger nichts einbezahlt wurde, umso höher fallen die Strafen aus.

Welche Alternativen bestehen?

Kommt man nicht mehr bei einer deutschen Versicherung unter oder kann es sich nicht leisten, die angedrohten Strafen zu bezahlen, so ist es wichtig, einen kompetenten Partner zu finden. Beim Abschluss der Polizze wird mitunter die Bonität nicht geprüft. Somit haben auch Menschen mit negativen Schufa-Einträgen die Chance auf eine Krankenversicherung. Allerdings sollte man sich bei diesen Angeboten genau darüber informieren, welche Leistungen übernommen werden. Krankenkassen aus dem EU- Ausland haben oft andere Leistungsberechnungen als die Vertreter aus Deutschland. Möglicherweise muss man bei jedem Krankenhausaufenthalt oder Arztbesuch einen Selbstbehalt zahlen. Bevor man also bei einer Europäischen Krankenversicherung als Alternative zu den heimischen Kassen einen Vertrag unterschreibt, sollte man die Konditionen genau prüfen.

Fazit

Ohne den Schutz einer Krankenversicherung bewegt man sich eindeutig auf unsicherem Terrain. Man traut sich kaum zum Arzt zu gehen, weil man Angst vor der Honorarnote hat. Erkrankungen und Schmerzen werden übergangen, was zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen kann. Die Rückkehr in eine gesetzliche oder private Kasse wird immer teurer, je länger man keine Beiträge gezahlt hat. Um den Strafen zu entgehen, kann man den Wechsel zu einer Europäischen Krankenversicherung in Erwägung ziehen. Da diese jedoch möglicherwiese nicht denselben Schutz bietet wie die heimischen Versicherer, sollte man sich vor Vertragsabschluss genau darüber informieren, welche Leistungen bezahlt werden und wie die Abrechnung erfolgt.

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