Öko-Rendite im Eigenheim

(djd). Die Umwelt schonen, die Energiekosten für die Heizung senken und die Wohnqualität erhöhen: Eine energetische Sanierung verspricht Bauherren, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Doch Laien stehen mit ihrem sanierungsbedürftigen Altbau oft vor einem Berg von Fragen: Wo und wie beginnen? Welche Modernisierung verspricht den höchsten Einspareffekt? Worauf ist bei der Auswahl beispielsweise von Dämm-Materialien, einer neuen Heizung oder moderner Fenster zu achten? Klar ist: Ohne unabhängige Energieberatung und eine gute fachliche Unterstützung bleiben viele Maßnahmen nur Stückwerk. Experten beispielsweise vom Gesamtverband der Dämmstoffindustrie (GDI) empfehlen Hauseigentümern, auf jeden Fall zunächst einen individuellen Sanierungsfahrplan für das Haus erstellen zu lassen, bevor man willkürlich mit einer Modernisierung beginnt.

Individueller Fahrplan zur Sanierung

Sinnvoll ist es etwa, die Einzelmaßnahmen zeitlich aufeinander abzustimmen und nach Möglichkeit zeit- und geldsparend miteinander zu verbinden. „Wenn die Fassade erneuert und gleichzeitig eine Wärmedämmung vorgenommen wird, reduziert dies die Gesamtkosten und macht das Vorhaben noch wirtschaftlicher“, erläutert GDI-Geschäftsführerin Marianne Tritz. Eine energetische Sanierung amortisiert sich nach Studien der Deutschen Energie-Agentur und des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) durch eingesparte Heizkosten bereits in durchschnittlich 15 bis 20 Jahren. „Auch danach ist die Wärmedämmung noch wirksam und bewirkt in den Folgejahren eine hohe Nettoentlastung für den Eigentümer“, so Marianne Tritz weiter.
 Welche Dämmung sich am besten eignet, hängt von den individuellen baulichen Gegebenheiten ab. Tritz empfiehlt, zunächst eine Beratung durch erfahrene Energieberater im Baustoffhandel zu nutzen. Informationen und Adressen vor Ort gibt es beispielsweise unter http://www.energie-fachberater.de.

Dämmung mit Schimmelschutz

Jede Dämmung benötigt einen gewissen Zeitraum, um sich bezahlt zu machen – garantiert dann aber dauerhaft geringere Heizkosten und steigert zugleich den Wert der Immobilie. So sieht die Rechnung für eine ökologische Rendite aus, die angesichts derzeit niedriger Sparzinsen viele andere Geldanlagen übertrifft. Viele Vorteile bieten dabei vorgehängte, hinterlüftete Fassaden beispielsweise von Vinylit in Verbindung mit entsprechenden Dämm-Maßnahmen. Die Vollschutzfassade wird nicht direkt auf die Außenwand aufgesetzt, sondern durch einen Zwischenraum von der Dämmung getrennt. Zwischen Fassade und Dämmstoff entsteht eine kontinuierliche Luftzirkulation, die Feuchtigkeit abführt, die Bildung von Schimmel verhindert und sogar bereits feuchte Bausubstanz dauerhaft trocknet.

Den Altbau auf Niedrigenergie-Standard bringen

Familie Rombach aus Villingen-Schwenningen weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, welche Schwachstellen sich in Altbauten verbergen. Bis vor Kurzem zog es in ihrem Haus, Baujahr 1925, noch kräftig, einige Innenwände waren sogar feucht, und sogar der gefürchtete Schimmelpilz begann sich auszubreiten. Gefragt war daher ein Sanierungskonzept, das die Haussubstanz bewahrt, den Wohnkomfort erhöht und zugleich die bis dato überdurchschnittlich hohen Heizkosten begrenzte. „Wir setzten neue Fenster mit wärmedämmendem Glas ein, ließen ein Fassaden-Dämmsystem anbauen und erneuerten die Heizung. Weil wir zwei Drittel der früheren Heizkosten sparen, rechnet sich unsere Investition auch wirtschaftlich – und gemütlich ist es ebenfalls wieder“, freut sich Andrea Rombach. Der Energieverbrauch in dem nun wieder schmucken Altbau ist auf 1.100 Kubikmeter Erdgas jährlich gesunken – das entspricht einer Ersparnis von jährlich rund 1.500 Euro, die den finanziellen Spielraum der Familie deutlich verbessert hat. Mit einem Verbrauch von nur noch 78,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche befindet sich das Eigenheim nun auf Niedrigenergiehaus-Standard.

 Weitere Beispiele aus der Praxis und nützliche Informationen zum energieeffizienten Bauen und Sanieren gibt es beispielsweise im Internet unter wdvs.enbausa.de.

Wärmeverluste im Obergeschoss

Zu den typischen Problemzonen im Haus zählt nicht zuletzt das Dachgeschoss: Über die Dachfläche sowie die Fenster im Oberstübchen geht besonders viel wertvolle Wärme verloren – die Heizkosten steigen unnötig in die Höhe. Abhilfe schafft auch hier eine effektive Modernisierung, von einer wirksamen Dämmung des Dachs bis hin zum Einbau von Fenstern mit energiesparender Wirkung. Ein angenehmer Nebeneffekt: Beim Austausch betagter Dachfenster lässt sich zugleich mit größeren Glasflächen der Wohnkomfort steigern. „Immobilienbesitzer sollten den Austausch alter Dachfenster gut planen, damit die neue Lösung ihren Bedürfnissen entspricht. Ausführen sollte die Arbeiten nur ein Handwerksbetrieb“, sagt Oliver Steinfatt von Velux Deutschland. Er empfiehlt, beim Fensteraustausch auch die Innenverkleidung des Fensters zu erneuern. Die neue Verkleidung verbessere nicht nur die Dämmung, sondern sorge gleichzeitig für einen größeren Lichteinfall. Die Auswahl des Fenstertyps ist von den baulichen Bedingungen abhängig, Tipps dazu gibt es beispielsweise im Internet unter http://www.velux.de.

Die richtige Dämmung fürs Dach

Wenn es um die eigentliche Dämmung des Dachs geht, erzielen insbesondere Produkte aus Polyurethan-Hartschaum regelmäßig Spitzenplätze. Was viele nicht wissen: Gemäß der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) können Hausbesitzer ihr Dach nicht dämmen, wie es ihnen passt, sondern müssen einen bestimmten Dämmstandard einhalten. Das gesamte Dach muss momentan mindestens einen Wärmedurchgangskoeffizienten, den so genannten U-Wert, von 0,24 W/(m2K) erreichen.
 Diesen Dämmstandard legte „Ökotest“ einer Studie zugrunde (Heft 11/2012). Zum Erreichen dieses vordefinierten Dämmstandards schwankte die dafür notwendige Stärke zwischen 13 Zentimetern für den Polyurethan-Dämmstoff „puren plus“ und knapp 25 Zentimetern bei einem Holzfaser-Dämmstoff. Der schlanke Aufbau der Dämmung ist besonders bei der Modernisierung vorteilhaft, unter http://www.puren.de gibt es mehr Informationen dazu. Der entscheidende Vorteil: Der Dachstuhl bekommt weniger zusätzliches Gewicht aufgebürdet, die Form des Dachs ändert sich weniger, als wenn dicke Dämmpakete aufgebracht werden müssen.

Sparen mit komfortabler Haustechnik

Einsparmöglichkeiten verbergen sich schließlich auch in Details – etwa mit Blick auf die jährliche Stromrechnung. Typische Stromfresser im Haushalt sind alte Kühlschränke, andere Haushaltsgroßgeräte oder ungeregelte Heizungspumpen. Steuerungssysteme für die Hausautomation können ermitteln, welche Geräte oder Räume einen hohen Strombedarf haben. Sie liefern damit wertvolle Informationen zur Verbesserung der privaten Energiebilanz. 
Das Hausautomationssystem „TaHoma Connect“ von Somfy beispielsweise kann zentral die Daten verschiedener Stromverbraucher erfassen. Die ermittelten Werte lassen sich über Smartphone, Tablet-PC oder einen anderen Computer als Verbrauchskurven pro Tag, Woche, Monat oder Jahr darstellen. Mehr Informationen dazu gibt es unter http://www.somfy.de. Neben der Energieeinsparung erhöht sich ebenfalls der Wohnkomfort – durch viele automatisierte Funktionen ebenso wie durch die Möglichkeit der Fernüberwachung und Steuerung. Selbst Klappläden an den Fenstern, wie sie gerade an Gebäuden im Landhausstil beliebt sind, lassen sich automatisch bedienen – die bisweilen schwergängige Bedienung per Hand gehört damit der Vergangenheit an.

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